28. August 2006 · Quelle: Soligruppe Potsdam

7. Prozesstag in Potsdam

Heute waren die Zeug­in­nen Melanie Witassek sowie eine Kell­ner­in der Gast­stätte “See­blick” als Zeug­in­nen geladen. Let­ztere erschien nicht, gegen sie wurde ein
Ord­nungs­geld ver­hängt. Melanie Witassek dage­gen machte weites­ge­hend Aus­sagen. Die Bun­deswehrsol­datin gab an sich am Abend des 18.06.05 in der Gruppe zusam­men mit
Oestre­ich, P., L. und Oe. befun­den zu haben. Zusam­men hät­ten sie vorge­habt von Babels­berg mit der Straßen­bahn in die Pots­damer Innen­stadt zu fahren. Unter­wegs hätte sich allerd­ings eine Schlägerei ereignet. Nähere Angaben wollte sie auch unter der Andro­hung von Ord­nungs­geld und Ord­nung­shaft nicht machen. Als Zeu­g­in ist sie verpflichtet auszusagen, es sei denn sie würde sich damit selb­st oder ver­wandte Per­so­n­en belas­ten. Sie gab an mit einem der Beschuldigten, mit Oliv­er Oe., ver­lobt zu sein, seit Mai let­zten Jahres. Auf Nach­frage berichtete sie, den
Ver­lobungsring nicht mehr zu tra­gen und auch eine Tren­nung zu erwä­gen.

Sie ver­weigerte im weit­eren Ver­lauf des Prozess­es auch Erk­lärun­gen zum Betä­ti­gungs­feld der Anti-Antifa. Zum Geschehen am Abend des 18.0606 kon­nte sie nur bed­ingt Angaben machen. Sie hat­te sich in die Mit­tel­straße zurück­ge­zo­gen um hin­ter ein Auto zu urinieren und hätte während­dessen eine Gruppe von schwarz gek­lei­de­ten Per­so­n­en auf der Friedrich Ebert-Straße Rich­tung Nauner Tor vor­beiren­nen sehen. Auch nach dem Vorhalt der beisitzen­den Rich­terin, dass der Neben­kläger aus­ge­sagt hätte, die Gruppe welche ihn schlug sei aus der Hege­lallee gekom­men, änderte sie an ihrer Aus­sage nichts. Ihre Fre­undin Cindy P. hätte ihr dann berichtet, dass Julia dabeigewe­sen wäre. Daraufhin seien die bei­den dann die Mit­tel­straße herun­terge­laufen. Witassek selb­st gab an, Julia zu ken­nen — sie ver­mutete dass Julia sie unter Umstän­den “nicht lei­den könne” und bestätigte auf Nach­frage, dass dies an ihrem Enga­ment in der recht­en Szene liegen kön­nte. Auf die Frage der Rich­terin ob sie das Geschehen am fraglichen Abend als Aktion oder als Reak­tion ein­schätzen würde, gab sie wie so oft die Antwort “wees nich”.

Gefragt ob sie denn von Linken Pho­tos machen würde z.B beim sog. Chamäleon-Prozess, gab sie an dies zu tun, aber keine weit­eren Hin­tergedanken dazu zu haben. Auch hätte sie nichts damit zu tun, dass ein Foto Julias mit­tler­weile auf ein­er
Anti-Antifa-Seite veröf­fentlicht wurde. Auf Nach­frage eines Anwaltes gab sie an, Kon­takt zu Grup­pen des ver­bote­nen Blood & Hon­our-Net­zw­erkes zu haben, wollte in dieser Beziehung aber nicht konkreter wer­den.

Am Ende des Prozess­es dann, sagte sie aus, sie hätte den Neben­kläger Oestre­ich zulet­zt beim Rudolf-Hess-Ersatz­marsch in Berlin gese­hen und gesprochen zu haben. Da Oestre­ich eine andere Aus­sage dies­bezüglich machte, wird wohl nun eine Anzeige wegen Falschaus­sage auf ihn zukom­men.

Am Ende des heuti­gen Prozesstages gab die Rich­terin an, dass die näch­sten bei­den Prozesstag am 30.08 und am 04.09 aus­fall­en müssten. Und der Prozess sich also noch weit­er in die Länge ziehen würde. Als Ersatz- und Zusatzter­mine waren Dat­en bis hin zum 25.10 im Gespräch. Aber dies müsse noch genauer gek­lärt wer­den.

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