28. August 2006 · Quelle: Opferperspektive

Auftakt im »Stadtpark«-Prozess

Am Mittwoch, den 30. August 2006, begin­nt um 9.00 Uhr der Prozess gegen vier Recht­sex­trem­is­ten vor dem Amts­gericht Fürsten­walde. Den drei Män­nern und ein­er Frau wird vorge­wor­fen, am 18. Juni 2005 drei Linke im Stadt­park Fürsten­walde drei alter­na­tive Jugendliche über­fall­en und teil­weise schw­er ver­let­zt zu haben. 

Der Über­fall war selb­st für Bran­den­burg­er Ver­hält­nisse außeror­dentlich bru­tal. Die Gruppe der alter­na­tiv­en Jugendlichen wollte den Geburt­stag des Afrodeutschen Michael S. im Stadt­park Fürsten­walde feiern. Die öffentliche Präsenz von Punks und Afrodeutschen war den örtlichen Neon­azis anscheinend ein Dorn im Auge. Schon am frühen Abend grif­f­en sie die Linken mit den Worten »Zeck­en, wir töten euch« und »Ihr roten Schweine« an, begleit­et vom Hit­ler­gruß und »Sieg-Heil«-Rufen. Später dann schlu­gen zwei der Angeklagten, auf Erkun­dungs­tour mit Fahrrädern, zwei der späteren Opfer im Vor­beifahren. Dann, kurz vor Mit­ter­nacht, fühlten sich die Recht­en stark genug und wagten einen Über­fall auf die zahlen­mäßig unter­lege­nen alter­na­tiv­en Jugendlichen. Neben dem Brun­nen im Stadt­park schlu­gen sie die drei verbliebe­nen Linken mit Flaschen nieder. Dann trat­en sie gemein­sam auf ihre Opfer ein. Dabei tat sich die damals 18-jährige Nicole Sch. durch beson­ders bru­tale Tritte ins Gesicht eines ihrer Opfer her­vor. Zwei der Opfer mussten sta­tionär im Kranken­haus behan­delt werden. 

»Die Opfer soll­ten nicht nur als Opfer betra­chtet wer­den«, so Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive. »Sie haben der all­ge­gen­wär­ti­gen Bedro­hung getrotzt, der alter­na­tive und afrodeutsche Jugendliche in Bran­den­burg aus­ge­set­zt sind. Sie woll­ten ein­fach nur im Park feiern, obwohl der Stadt­park als eine No-Go Area gilt, als Gegend, die man bess­er mei­det, weil man dort mit Angrif­f­en von Recht­en rech­nen muss. Trotz dieses äußerst bru­tal­en, poten­ziell lebens­bedrohlichen Angriffs lassen sich diese Jugendlichen nicht ein­schüchtern. Sie machen weit­er, sie leben so, wie sie es wollen. Das ver­di­ent Achtung.« 

Die Betrof­fe­nen, die als Neben­kläger auftreten, wür­den sich über eine Unter­stützung durch Präsenz im Pub­likum sehr freuen. Weit­ere Prozesster­mine: 08.09., 13.09., 22.09., 27.09., 28.09, jew­eils 9.00 Uhr. 

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