15. März 2005 · Quelle: Die Anderen

Abschußzahlen sind nicht alles

(Pots­dam, 11.3.) Die Frak­tion Die Andere begrüßt die Entschei­dung der Kul­turhaupt­stadt-Jury für Gör­litz und Essen. Pots­dam hat noch ein­mal Glück gehabt und wird von den Fol­gekosten ein­er Kul­turhaupt­stadt­be­wer­bung und –durch­führung ver­schont bleiben.

Die Bewer­bung war von Anfang an wenig überzeu­gend. Es gab wed­er inno­v­a­tive Visio­nen noch ein Konzept, das den Auss­chrei­bungs­be­din­gun­gen für die Kul­turhaupt­stadt entsprochen hätte. Die Dimen­sio­nen und Kon­stan­ten, die Pots­dam für eine gesamt€päische Kul­turen­twick­lung aus­machen, lassen sich eben nicht durch neb­ulöse Meta­phern wie „das Paradies auf Erden“ oder „die Insel der Visio­nen“ her­ausar­beit­en und auch Pots­dams Bedeu­tung als Ort der Kun­st, Kul­tur, Wis­senschaft und Stad­ten­twick­lung wurde offen­sichtlich falsch dargestellt.

Die Bewer­bung ist nicht bei den Men­schen in Pots­dam angekom­men, was die Ini­tia­toren ja auch unumwun­den selb­st immer wieder fest­stell­ten. Auch die vie­len anderen Patzer im Ver­lauf der Bewer­bung wie offen­sichtlich manip­ulierte Inter­ne­tum­fra­gen, Schirmher­ren wider Willen und Mit­telkürzun­gen bei den ansäs­si­gen Kul­turträgern wer­den ihr Übriges zum Scheit­ern beige­tra­gen haben.

Die Kul­turhaupt­stadt­be­wer­bung diente fast auss­chließlich zur Legit­imierung des Wieder­auf­baus von Stadtschloß, Gar­nisonkirche und anderen his­torischen Details (wie des Stadtkanals). Diese Strate­gie ist nun gescheit­ert. So stellt die mut­maßliche Nieder­lage let­z­tendlich doch einen Gewinn für die Stadt Pots­dam dar, gibt es jet­zt doch wieder Hoff­nung dafür, daß das Großpro­jekt „Wiedergewin­nung der his­torischen Pots­damer Innen­stadt“ nicht mehr länger eine inno­v­a­tive und den Men­schen und der Zeit angemessene Lösung für den städte­baulichen Man­gel in Pots­dams Zen­trum block­iert.

www.fraktion-die-andere.de

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