11. Juni 2004 · Quelle: MAZ

AG Antifa: Antisemit als Gast

Mit dem Vor­wurf, das Ein­stein Forum lade einen Anti­semiten zu ein­er inter­na­tionalen Tagung nach Pots­dam ein, ist die “AG Antifa” an der Uni­ver­sität Pots­dam gestern an die Öffentlichkeit getreten. Das Ein­stein Forum hat Tariq Ramadan ein­ge­laden, heute bei der Kon­ferenz “Con­sti­tu­tion
and Con­fes­sions — The Pol­i­tics of Reli­gion” über das The­ma “Islam — Equal­i­ty as an Ide­al” (Islam — Gle­ich­heit als ein Ide­al) zu sprechen.

Seine Büch­er veröf­fentliche Ramadan unter anderem im wahabitis­chen Tah­wid Ver­lag, so die AG Antifa. Der Wahabitismus werde ins­beson­dere in Saudi­ara­bi­en vertreten und auch Al Quai­da beziehe sich pos­i­tiv auf diese
islamistis­che Strö­mung, die sich auch gegen lib­erale Moslems wende. Ramadan selb­st vertrete den Islam der Salafi­den, alle anderen Vari­anten hät­ten bei der Mis­sion­ierung west­lich­er Bevölkerun­gen wohl wenig Chan­cen. “Diesen Ansatz hat Tariq Ramadan mit dem der palästi­nen­sis­chen Hamas und des
Palästi­nen­sis­chen Dji­had gemein”, heißt es in der Erk­lärung der AG Antifa. Ramadan ver­folge eine Dop­pel­strate­gie: Zum einen befreie er den Islam vom Bal­last sein­er Kul­tur und Geschichte, zum anderen lasse er die autoritäre
und unter­drück­erische Lehre und Geset­zge­bung der Scharia unange­tastet.

“Ich als jüdis­che Intellek­tuelle und israelis­che Staats­bürg­erin finde es etwas merk­würdig, dass man dem Ein­stein Forum vorschreiben möchte, wer Anti­semit ist und wer nicht und wer hier sprechen darf”, sagte die
Direk­torin des Ein­stein Forums, Susan Neiman, auf Anfrage. “Herr Ramadan ist ein kon­tro­vers­er Denker, der aber zu vie­len ehrwürdi­gen Tagun­gen und Ver­anstal­tun­gen in den USA und in Frankre­ich ein­ge­laden ist. Das Prob­lem des
Anti­semitismus wird mit Recht in Deutsch­land sehr ernst genom­men, aber nicht jed­er Vor­wurf ist berechtigt”, so Neiman. “Und im Ein­stein Forum suchen wir den kri­tis­chen Dia­log.”

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