19. Januar 2005 · Quelle: MOZ

Am 31. Januar 1945 über die Oder

Seelow (MOZ) Vor 60 Jahren hörten die Men­schen dies­seits der Oder bere­its die Geschütz­don­ner auf der anderen Seite des Flusses. Die erste Etappe der nach Gen­er­al Shukows Worten abschließen­den Oper­a­tio­nen und somit der End­kampf um das Reich begann. Das Oder­bruch wurde zum Spiel­ball der Ereignisse. Selb­st die Mil­itärs hät­ten sich im Vor­feld solche Mate­r­i­al- und Men­schen­schlacht­en kaum vorstellen kön­nen. Am 31. Jan­u­ar erre­icht­en Voraus­abteilun­gen der zur 1. Belorus­sis­chen Front gehören­den 5. Stoßarmee bei Kienitz die Oder und über­querten sie. Noch heute erin­nert ein alter rus­sis­ch­er Panz­er an jenen Tag, der die später fol­gende erbit­terte Schlacht um die Seelow­er Höhen andeutete. 

Mehrmals noch wech­selte die Front. Die Ver­luste auf bei­den Seit­en waren erhe­blich. Am 8. Mai jährt sich der Tag des Kriegsendes zum 60. Mal. Der heutige Land­kreis Märkisch-Oder­land ist ein­er der am schw­er­sten vom Krieg und seinen Fol­gen betrof­fe­nen Regio­nen Deutsch­lands. Bis heute befördern Muni­tion­ssuch­er täglich die tod­brin­gen­den Zeu­gen jen­er schreck­lichen Wochen und Monate zutage. 

Mit zahlre­ichen Ver­anstal­tun­gen erin­nern die Men­schen des Kreis­es an diese Ereignisse und ihre Einord­nung in die Gesamt­poli­tik. In ein­er Pressekonfe-renz wird der amtierende Lan­drat Michael Bonin mor­gen die Vertreter der schreiben­den und senden­den Zun­ft über alle Vorhaben und Ter­mine informieren. Bonin hat­te bere­its im ver­gan­genen Jahr eine Arbeits­gruppe berufen, die alle Ver­anstal­tun­gen koor­diniert. Neben der wis­senschaftlichen Kon­ferenz am 31. Jan­u­ar wird es u.a. auch eine Ausstel­lung “Oder­land. Rein­er Tisch” der Schwedin H. Sjöberg geben. 

Der Gedenkstät­ten­vere­in Neuküstrinchen lädt am 2. April zu Exkur­sion und Vor­trag ein. Am 16. April wer­den in Seelow hochrangige Vertreter aus Poli­tik, Kirche und gesellschaftlichem Lenben erwartet, u.a. auch Vertreter der in Seelow kämpfend­en Armeen, ein­schließlich der let­zten Über­leben­den der 1945 in Seelow kämpfend­en Wehrma­chtssol­dat­en. In Reitwein sind Führun­gen zum Bunker geplant, von dem aus Shukow den Sturm auf die Seelow­er Höhen befehligte. Geplant sind auch Begeg­nun­gen junger Leute mit Zeitzeu­gen. Die Erleb­nisse von 1945 sollen den nach­fol­gen­den Gen­er­a­tio­nen als Mah­nung ste­hen. Der Land­kreis wird in den näch­sten Monat­en damit auch deut­lich in den Blick­punkt der öffentlichkeit gelangen.

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