23. Juni 2003 · Quelle: LR

Amt Peitz Neue alte Landsleute begrüßten Neubürger

Zum zwölften Mal wurde am Fre­itagabend das Som­mer­fest im Peitzer
Lan­desauf­nah­me­heim für Aussiedler gefeiert. Vor eini­gen Jahren nach
Deutsch­land Gekommene gestal­teten mit deutschen und rus­sis­chen Liedern sowie
Tänzen ein Willkom­men­spro­gramm für die Neuankömm­linge.

Das in den 90er-Jahren aus Rus­s­land gekommene Tan­zlehrer-Ehep­aar Wolf hat es
geschafft. In Forst baut­en sie eine gut gehende Tanzschule auf. Die ersten
ihrer Kinder- und Jugend­paare wur­den vor eini­gen Wochen in die
Bun­de­sauswahlmannschaft aufgenom­men. «Ihr kön­nt es schaf­fen, in Deutsch­land
eine Exis­tenz aufzubauen, wenn ihr auch engagiert» , diese Botschaft
ver­mit­tel­ten die Tan­zlehrer eben­so wie Musik­lehrerin Poli­na Borovyt­s­ka und
Elvi­ra Schuppe. Tra­di­tionell gestal­ten Berufs- und Laienkün­stler, die selb­st
vor Jahren das Peitzer Heim als Zwis­chen­sta­tion in die neue Heimat Lausitz
ken­nen lern­ten, das Som­mer­fest­pro­gramm.

«Die Ver­anstal­tung soll Lust auf die Inte­gra­tion in Deutsch­land und die
dafür nötige Arbeit machen, auch wenn sich der Weg oft schwierig gestal­tet»
, sagte die Lei­t­erin der Ein­rich­tung, Han­nelore Mudra, der RUNDSCHAU. Wie
Schwierigkeit­en mit gutem Willen zu über­winden sind, zeigte das Fest selb­st.
Der Tanztep­pich war schon aus­gelegt und der Grill rauchte, als ein Regen­guss
den Umzug in den kleinen Saal erzwang. Nach kurz­er Umstel­lung sorgte das
Pro­gramm auch dort für Stim­mung.

Mehr als die Hälfte der gut 200 erst seit weni­gen Tagen in Deutsch­land und
im Peitzer Heim leben­den Spä­taussiedler kamen. Es wurde mit­ge­sun­gen, und die
Kinder und Jugendlichen sorgten bei der Diskothek rasch dafür, dass sich die
Tanzfläche füllte.

Zum Fest waren Vertreter der vie­len Vere­ine und Ein­rich­tun­gen ein­ge­laden,
die sich haupt- und ehre­namtlich um die Inte­gra­tion der Neubürg­er bemühen.
Dazu gehört die Kirchge­meinde, deren fre­itäglich­er Begeg­nungsnach­mit­tag mit
Kaf­fee und selb­st geback­en­em Kuchen in zwölf Jahren nur ein­mal aus­fiel.

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