27. Januar 2005 · Quelle: MAZ

Angeblich Schlüssel zur Integration

(HEIKO HOHENHAUS) ORANIENBURG Etwa 2000 deutschstäm­mige Aussiedler wohnen im Kreis Ober­hav­el, der größte Teil davon in Oranien­burg. Mit dem am 1. Jan­u­ar in Kraft getrete­nen Zuwan­derungs­ge­setz verbessern sich ins­ge­samt die Bedin­gun­gen für sie, urteilt Juri Hartlieb, Pro­jek­tleit­er beim Fort­bil­dung­sun­ternehmen Sys­tem-Data AG in der André-Pican-Straße. Die Ansprüche auf Arbeitsver­mit­tlung und Förderung seien jet­zt klar geregelt, mit Hartz IV wären außer­dem die Leis­tungszahlun­gen in ein­er Hand. “Das ist sehr pos­i­tiv”, schätzt Hartlieb ein, der als Aussiedler Anfang der 90er-Jahre aus Kasach­stan nach Deutsch­land kam. Vor allem die Sprachkurse, die nun­mehr jed­er Migrant finanziert bekomme, seien enorm wichtig. 

Sys­tem-Data startet in der kom­menden Woche die neuen Kurse nach den Regelun­gen des Zuwan­derungs­ge­set­zes. 630 Stun­den umfasst der Sprachkurs ins­ge­samt. Mit dabei ist zum Schluss auch ein Ori­en­tierungslehrgang, bei dem auf das tägliche Leben in Deutsch­land vor­bere­it­et wird. Diese Kurse seien in vie­len Fällen der Schlüs­sel zu ein­er gelun­genen Inte­gra­tion, so Hartlieb. 

Sys­tem-Data betreut außer­dem Eingliederungs­maß­nah­men für Aussiedler und jüdis­che Zuwan­der­er aus den ehe­ma­li­gen Staat­en der Sow­je­tu­nion. Die Teil­nehmer arbeit­en dabei in Unternehmen der Region, wer­den in Betrieb­sabläufe inte­gri­ert. Die Bere­itschaft der Betriebe in Oranien­burg und Umge­bung, dabei mitzuwirken, sei sehr groß, lobt Hartlieb. Viele Aussiedler hät­ten das Prob­lem, dass sie sich vom gesellschaftlichen Leben in Deutsch­land aus­geschlossen fühlen. Ohne Arbeit und mit Sprach­prob­le­men sei es schw­er hierzu­lande Fuß zu fassen. “Ich sage den Aussiedlern, dass wir mehr leis­ten, bess­er sein müssen als die Ein­heimis­chen, dann wer­den wir auch akzep­tiert”, so Hartlieb. 

Die Zahl der Neuankömm­linge ist in jüng­ster Zeit rück­läu­fig. Die Ursache? “Die wirtschaftlichen Bedin­gun­gen in den ehe­ma­li­gen GUS-Staat­en haben sich verbessert, die Bedin­gun­gen in Deutsch­land ver­schlechtert”, sagt Juri Hartlieb.

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