10. Dezember 2002 · Quelle: SVZ

Anklage: Versuchter Totschlag

18-Jähriger Pritzwalk­er und 22-Jähriger Kyritzer
vor Gericht

(SVZ Prig­nitz, 7.12., Gerichtre­port) Ein 22-jähriger Met­all­bauer aus Kyritz und ein 18-jähriger Schüler aus
Pritzwalk sollen am 19. April in Pritzwalk einen Obdachlosen grausam mis­shan­delt haben. Der 15-jähri­gen Schü­lerin war am Abend des 19. April dieses Jahres nichts beson­deres in der Woh­nung in Pritzwalk aufge­fall­en. Gerd K. lag auf der Couch,Wilfried T. saß in einem Ses­sel, Andy A. und Steven T. standen in der Wohnstube,so der Ein­druck der dama­li­gen Ver­lobten von Steven T. Aber etwas war anders
als son­st. Gerd K. wurde in dieser Nacht ins Kranken­haus
ein­geliefert. Er war zusam­men geschla­gen wor­den von Andy A. und Steven T., behauptet die Staat­san­waltschaft.

Laut Anklage hat sich die Tat wie fol­gt abge­spielt. Gegen 22 Uhr an jen­em Apri­l­abend gin­gen die bere­its reich­lich alko­holisierten Angeklagten in die Hagen­straße. Wil­fried T. öffnete ihnen die Tür. Sofort stürmten die bei­den auf den auf der Couch liegen­den Gerd K. Steven T. soll dem Mann mehrfach mit seinen Springer­stiefeln ins Gesicht getreten, Andy A. mit Fäusten zugeschla­gen haben. Als ihr Opfer bere­its am Boden lag, sollen sie von der Couch auf ihn
gesprun­gen sein. Steven‘s Ver­lobte bekam noch mit, dass Andy A. den Puls des regungslosen Mannes fühlte. “Der lebt noch”, soll er daraufhin zu seinem Kumpel Steven gesagt haben. Sie habe sich dann mit einem Kuss von Steven ver­ab­schiedet. “Das war mir doch zu doof da.”

Die Angeklagten sollen den eben­falls betrunk­e­nen Gerd K. danach weit­er mis­shan­delt haben, bis Wil­fried T. vor­gab, die Polizei informiert zu haben. Die bei­den Angeklagten woll­ten sich gestern nicht dazu äußern. Fest ste­ht, dass sie zur Tatzeit unge­fähr 2,3 Promille Alko­hol­ge­halt im
Blut hat­ten. Bei­de sind bere­its mehrfach vorbe­straft, sitzen aber das erste Mal seit dem 23. April im Gefäng­nis. Steven T. hat sich bei Gerd K.schriftlich entschuldigt. Und der hat die Entschuldigung auch angenom­men, bestätigte gestern Steven T.s Mut­ter. Er verzei­he Steven. Ihm gehe es gesund­heitlich wieder gut und der Alko­hol schmecke wieder. Er musste damals wegen zahlre­ich­er Blutergüsse,
Platzwun­den und eines Schädel-Hirn-Trau­mas sta­tionär behan­delt wer­den. Er soll am kom­menden Dien­stag gehört wer­den.

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