22. August 2006 · Quelle: ND

Anschlag auf Büro der Linkspartei

(Andreas Fritsche) Mit Bildern aus dem Leben des am 4. August an den Fol­gen eines Schla­gan­falls ver­stor­be­nen Land­tagsab­ge­ord­neten Chris­t­ian Otto hat­te die Linkspartei die bei­den Fen­ster­scheiben seines alten Wahlkreis­büros in Forst gestal­tet. Auch ein Nachruf hing aus. Unbekan­nte Täter haben hier nun Aufk­le­ber der neo­faschis­tis­chen NPD ange­bracht und das Glas mit mehreren Parolen beschmiert. Unter anderem stand dort zu lesen: »Lieber tot als rot.«

Ent­deckt hat dies aus­gerech­net Robert Otto, der Sohn des Ver­stor­be­nen. Zufäl­lig fuhr er am Mon­tag­mor­gen an dem Büro in der Cot­tbuser Straße 54 vor­bei, in dem auch die Kreis­geschäftsstelle der Linkspartei Spree-Neiße unterge­bracht ist und das um diese Zeit noch nicht beset­zt war. Robert Otto informierte umge­hend die Linkspartei, die wiederum die Polizei holte, wie die Ortsvor­sitzende Anke Schwarzen­berg auf Anfrage mitteilte. 

Angesichts der geschmack­losen, bru­tal­en und ver­ach­t­en­den Parolen mache sich Bestürzung und Sorge bre­it, sagte Lan­desvor­sitzen­der Thomas Nord. »Wir werten dies als einen Angriff auf die Per­son Chris­t­ian Ottos.« Mit dem Entset­zen über den Anschlag verbinde man jedoch den Willen, sich von Recht­sex­tremen nicht ein­schüchtern zu lassen.
NPD-Aufk­le­ber mit aus­län­der­feindlichen Parolen pappten auch an der Ein­gangstür zu Räu­men der SPD auf der anderen Straßen­seite, wo sich die Bürg­er­büros des Bun­destagsab­ge­ord­neten Stef­fen Reiche und des Umwelt­min­is­ters Diet­mar Woid­ke sowie die Geschäftsstelle des SPD-Ortsvere­ins befind­en. NPD-Aufk­le­ber ent­deck­ten die Sozialdemokrat­en dort schon öfter. Es ist aber das erste Mal, dass mit einem Stift noch eine SPD-feindliche Parole hinzugek­liert wurde, erzählte Woid­kes Mitar­beit­er Hel­mut Ließ. 

Für Chris­t­ian Otto rück­te indessen Wolf­gang Thiel in den Land­tag nach. Thiel gehörte dem Par­la­ment schon ein­mal ab 1999 an. Bei den Wahlen 2004 ver­passte er den Wiedere­inzug. Er arbeit­ete dann als Frak­tion­s­geschäfts­führer. Von 1995 bis 1999 war der heute 58-Jährige PDS-Landeschef. 

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