23. August 2015 · Quelle: Alternatives Jugendcamp (AJUCA)

Antifa! Here we Are

 
Hal­lo Witt­stock!
Wir sind heute hier um gegen die ras­sis­tis­chen Mobil­isierung gegenüber Geflüchteten und anhal­tender Nazis­cheiße in der Doss­es­tadt Witt­stock zu demon­stri­eren. Wir, das alter­na­tive Jugend­camp aus dem meck­len­bur­gis­chen Lärz, wollen uns mit all denen sol­i­darisieren, die sich in Witt­stock und ander­norts nicht von Neon­azis ein­schüchtern lassen und für eine offene Gesellschaft kämpfen.
Witt­stock und die Nazis
Witt­stock ist über seine Gren­zen hin­weg bekan­nt für seine vielschichtige, bun­desweit gut ver­net­zte Naziszene — ins­beson­dere nach Meck­len­burg-Stre­litz. Mit ihrer äußerst gewalt­bere­it­en Szene mit offen­er Geg­n­er­schaft zur NPD, erin­nert die Kulisse an Meck­len­burg in den 90ern. Ein Zeichen der guten Verbindung stellt der neue Tat­tooladen eines AfD-lers aus dem Müritzer Raum in Witt­stock dar, welch­er von dem lokalen Neon­azikad­er Sandy „Lui“ Lud­wig geleit­et wird.
Seit dem der Land­kreis Ost­prig­nitz-Rup­pin Ende 2014 in Witt­stock mehrere syrische Fam­i­lien dezen­tral in Woh­nun­gen unterge­bracht hat, kocht die Stim­mung in der Stadt. In der Ver­gan­gen­heit kam es oft zu Pöbeleien und ver­sucht­en Angrif­f­en auf Geflüchtete und nicht-rechte Jugendliche. Auf der Face­book-Seite „Witt­stock sagt nein zur Asylpoli­tik“ und der Gruppe „Asylpoli­tik in Witt­stock? Nein Danke!“ lassen die Rassist*innen und Nazis offen ihren Hass freien Lauf und schüren ver­meintliche „Äng­ste“ und Ressen­ti­ments gegen Geflüchtete und nicht-Deutsche in der Bevölkerung. Seit Dezem­ber des ver­gan­genen Jahres ver­anstal­ten die Neon­azis nahezu monatlich soge­nan­nte „Fack­e­laufmärsche“, bei denen regelmäßig bis zu 250 Rassist*innen und Neon­azis teil­nehmen.
Allem voran eint die lan­desweit­en Kam­pagne „Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung“ der pseu­doelitäre Kle­in­st­partei der „III. Weg“ die hiesi­gen Nazistruk­turen. Mit dem Zuzug von dem Neon­azikad­er Matthias Fis­ch­er seit Ende 2014 ver­sucht die Kle­in­st­partei, die als Nach­fol­ge­or­gan­i­sa­tion des ver­bote­nen mil­i­tan­ten Net­zw­erks „Freies Netz Süd“ aus Süd­deutsch­land gilt, in Bran­den­burg Fuß zu fassen. Mit ihren „25-Punk­te-Pro­gramm“ ähneln die Forderun­gen des „III. Weg“ inhaltlich dem Parteipro­gramm der NSDAP.
No-Go-Area Witt­stock? Nicht mit uns!
Wir wollen über die Län­der­gren­zen hin­weg ein deut­lich­es Zeichen set­zen für eine alter­na­tive Jugend­szene in Witt­stock und eine offene Willkom­men­skul­tur, in der nie­mand Angst haben muss auf­grund sein­er Herkun­ft, Reli­gion, poli­tis­ch­er oder sex­ueller Ori­en­tierung physis­chen oder psy­chis­chen Angrif­f­en aus­ge­set­zt zu sein.
Witt­stock ste­ht exem­plar­isch für viele Kle­in­städte, Dör­fer und Gemein­den auf dem Land, in denen Nazis die Sub­kul­turen dominieren und es den Jugendlichen an alter­na­tiv­en Räu­men fehlt. Viele junge Men­schen ziehen oft nach jahre­langer Anfein­dun­gen und Aus­gren­zun­gen durch Nazis nach den Erwerb des Abiturs oder der Aus­bil­dung in die näch­sten Großstädte. Was bleibt sind Freiräume für Nazis in den örtlichen Feuer­wehren, Fußbal­lvere­inen, Jugend­clubs und anderen Insti­tu­tio­nen. Es gilt diese Freiräume einzudäm­men durch die Erschaf­fung und Vertei­di­gung ein­er starken antifaschis­tis­chen Gegenkul­tur!
Sup­port your local Antifa!
fly­er wittstock_druck

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