12. Februar 2007 · Quelle: NS-Verherrlichung stoppen

Antifa-Kundgebung gegen Naziaufmarsch in Halbe

Am 3. März 2007 wollen wieder hun­derte Neon­azis in Halbe den Nation­al­sozial­is­mus ver­her­rlichen. Sie pla­nen einen Marsch zum dor­ti­gen Fried­hof. Wir rufen alle AntifaschistIn­nen und Antifaschis­ten auf, zur Gegenkundge­bung am 3. März 2007 ab 10.00 Uhr in Halbe Baruther Str./ Teich­mannstr. zu kom­men. Musik kommt von „Berlin Boom Orches­tra“ und „Daisy Chain“ Rede­beiträge und Zeitzeug­In­nen Faschis­mus ist keine Mei­n­ung, son­dern ein Ver­brechen. Nazi­auf­marsch ver­hin­dern!

Was passiert in Halbe?

Auf dem Wald­fried­hof liegen 23.000 deutsche Sol­dat­en. SS- und Waf­fen-SS Ange­hörige, Volksstur­m­män­ner und Hitler­jun­gen, die in der let­zten großen Kesselschlacht des 2. Weltkrieges lieber ster­ben woll­ten, als sich den Befreiern der Roten Armee zu ergeben und so ihr Leben zu ret­ten.

Der Auf­marsch in Halbe hat für die Neon­azis immense sym­bol­is­che Bedeu­tung. Wie im fränkischen Wun­siedel oder beim Nazi­auf­marsch anlässlich der Bom­bardierung Dres­dens 1945 sehen sie hier die Möglichkeit, unter dem Deck­man­tel eines Trauer­marsches offen an nation­al­sozial­is­tis­che Tra­di­tio­nen anzuknüpfen und zu ver­her­rlichen.
Unter dem Schlachtruf „Straße frei der deutschen Jugend“ wird für den braunen Nach­wuchs hier eine nation­al­sozial­is­tis­che Erleb­niswelt insze­niert. So sollen nicht nur nation­al­sozial­is­tis­che Tra­di­tio­nen gepflegt wer­den, son­dern darüber hin­aus emo­tionale Bindun­gen geschaf­fen wer­den, um die Her­aus­bil­dung ein­er nation­al­sozial­is­tis­chen Iden­tität zu befördern. Zusät­zlich ver­mit­teln diese Aufmärsche Stärke und Zusam­men­halt. Durch den über­re­gionalen, oft­mals inter­na­tionalen Charak­ter dieser Ver­anstal­tun­gen wird dieser Ein­druck ver­stärkt. Hier ergeben sich für die Nazis Möglichkeit­en Kon­tak­te zu knüpfen, die wiederum die Zusam­me­nar­beit über einzelne Großver­anstal­tun­gen hin­aus fördern.

Nazis in Halbe 1990 – 2006

Schon in den Jahren 1990 und 1991 ver­sam­melte sich die mil­i­tante Naziszene der Bun­desre­pub­lik am „Volk­strauertag“ in Halbe. Danach wurde der Nazi­auf­marsch bis zum Jahr 2002 ver­boten. 2003 fand das „Heldenge­denken“ mit etwa 700 Teil­nehmern unter dem Mot­to „Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsol­dat­en“ wieder statt. Am 12. Novem­ber 2005 waren es dann schon über 1.700 Nazis, die sich in Halbe ver­sam­melten.
Bis 2004 blieb die Antifa bei den Protesten gegen die Nazi­aufmärsche weit­ge­hend unter sich.

Aber seit dem 12. Novem­ber 2005 haben auch Bürg­erIn­nen aus Halbe und Umge­bung, Ver­bände und Parteien aus dem Land Bran­den­burg den Protest gegen die Nazis für sich ent­deckt. Der Nazi­auf­marsch kon­nte durch eine Block­ade der Naziroute ver­hin­dert wer­den.

Am 11. März 2006 jedoch sicherte die Bran­den­burg­er Polizei den störungs­freien Ablauf des Nazi­auf­marsches unter Führung des Ham­burg­er Neon­azikaders Chris­t­ian Worch. Dieses Jahr kön­nte sich dieser Vor­gang wieder­holen. Am Volk­strauertag 2006 kon­nten die Nazis auf Grund der „Tag der Demokrat­en“ nicht in Halbe, son­dern ‘nur‘ in Seelow ihr „Heldenge­denken“ durch­führen. Aus diesem Grund weichen die Nazis nun auf den ursprünglichen Ter­min des Heldenge­denkens , 5 Wochen vor Ostern, aus.

Kein Nazi-Wall­fahrt­sort

Ein jährlich­es Tre­f­fen von über 1.000 Nation­al­sozial­is­ten, auf dem offen der Nation­al­sozial­is­mus ver­her­rlicht wird, kön­nen wir nicht hin­nehmen. Halbe kön­nte der größte Neon­azi-Wall­fahrt­sort in Deutsch­land wer­den, ins­beson­dere wenn er als Ersatz für den so genan­nten „Rudolf-Hess-Marsch“ in Wun­siedel her­hal­ten muss, der ver­boten wurde. Ver­hin­dern kann dies nur ein bre­ites antifaschis­tis­ches Bünd­nis, ohne Berührungsäng­ste mit einem sol­i­darischen Miteinan­der aller For­men von Protest und Wider­stand. Der Nazi­auf­marsch im fränkischen Wun­siedel wurde nach ein­er lan­gen Kam­pagne ver­hin­dert. So soll es auch in Halbe sein.

Am 3. März 2007 – auf nach Halbe!!

Antifaschis­tis­che Kundge­bung ab 10.00 Uhr

Baruther Str. / Teich­mannstr.

Faschis­mus ist keine Mei­n­ung, son­dern ein Ver­brechen!

Berlin-Bran­den­burg­er Bünd­nis NS-Ver­her­rlichung stop­pen!

Infos: www.redhalbe.de.vu / Kon­takt: halbe-sachen(AT)gmx.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Kür­zlich bezichtigte uns der Kreisver­band der AfD in Märkisch-Oder­land einen undemokratis­chen Wahlkampf geführt zu haben und dro­hte uns sogle­ich. Dies kann als Vorgeschmack für die kün­ftige AfD-Poli­tik gegen uns gese­hen wer­den.
Der AfD-Ortsver­band lässt sich kurz und ein­fach als unser­iös und des­o­lat beschreiben. Das zeigen die fehlen­den the­ma­tis­chen Bezug­nah­men und schlechte insze­nierte bürger_innennähe.
Die AG Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (AG BOrG) Straus­berg sam­melt stetig Delik­te mit rechtem Tathin­ter­grund und erstellt für jedes Jahr Chroniken. Im Fol­gen­den wollen wir eine Kurze Analyse der Chronik aus 2018 vorstellen.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot