18. Mai 2010 · Quelle: Antisexistische Aktion Potsdam

AntiHomophobie- & AntiTransphobieTag

Potsdam - Flashmob-Aktion gegen Homo- und Transphobie in Potsdam!

Fight Homo­pho­bie in Pots­dam

Heute am inter­na­tionalen Anti­ho­mo­pho­bie und Anti­trans­pho­bi­etag trafen sich am Luisen­platz in Pots­dam ca.50 Men­schen, um bei ein­er “wilden Knutscherei” Aufmerk­samkeit zu erre­gen. Auf Pfiff küssten sich Leute, andere verteil­ten Fly­er oder macht­en durch Trans­par­ente auf das Geschehen aufmerk­sam.

Mit dieser Aktion woll­ten wir ein Zeichen gegen Trans- und Homo­pho­bie set­zen. Denn auch heute noch wer­den Homo- und Trans­sex­uelle Men­schen diskri­m­iniert, ver­fol­gt und gedemütigt. Dem gilt es sich offen­siv ent­ge­gen­zustellen.

In diesem Sinne: Fight Homo­pho­bia & Trans­pho­bia!

 

Fol­gen­der Text wurde als Fly­er verteilt:

Ein Zeichen gegen Homo­pho­bie und Trans­pho­bie

Mit dieser Aktion am Inter­na­tionalen Anti- Homo­pho­bie- und Trans­pho­bie-Tag wollen wir ein Zeichen gegen Homo­pho­bie set­zen. Denn auch im Jahr 2010 wer­den homo­sex­uelle Men­schen immer noch diskri­m­iniert und ver­fol­gt, auch hier in Pots­dam. Blöde Blicke oder homo­phobe Sprüche bis hin zu kör­per­lichen Über­grif­f­en gegenüber (ver­meintlich) homo­sex­uellen Men­schen sind alltäglich. Erin­nert sei hier noch ein­mal an den Angriff auf das Café La Lean­der im ver­gan­genen Jahr, bei dem zwei betrunk­ene Män­ner erst das Per­son­al und die Gäste homo­phob beschimpften und anschließend mehrere Scheiben ein­schlu­gen. Eben­so sind immer wieder Zielscheibe ver­baler oder kör­per­lich­er Angriffe Menschen,die sich wed­er als Mann oder als Frau einord­nen lassen wollen oder ihre geschlechtliche Iden­tität selb­st wählen.

Dass Homo­sex­u­al­ität oder auch heute noch von eini­gen Men­schen als „krankhaft“, „abnor­mal“ oder „anders“ gese­hen wird, hat viel mit dem Ein­fluss der katholis­chen Kirche und ihrer ver­al­teten Sex­ual­moral zu tun. Erst kür­zlich machte der Kar­di­nal­staatssekretär des Vatikans Tar­ci­sio Bertone die Homo­sex­u­al­ität für den Kindesmiss­brauch in der katholis­chen Kirche ver­ant­wortlich. Ob dies ein Ablenkungs­man­över für die eigene Ver­ant­wortlichkeit oder der Beginn erneuter Het­ze gegen Homo­sex­uelle ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass Homo­sex­u­al­ität von vie­len Men­schen nicht akzep­tiert wird und sich Homo­sex­uelle immer noch mit Vorurteilen kon­fron­tiert sehen. Welche Eltern malen sich schon die Zukun­ft ihres Kindes in ein­er homo­sex­uellen Part­ner­schaft aus? Die Vorstel­lung von ein­er „richti­gen“ Sex­u­al­ität ist fast immer het­ero­sex­uell geprägt. Die Fol­gen der Diskri­m­inierung für die Betrof­fe­nen sind vielfältig, so haben homo­sex­uelle Jugendliche eine vier­mal höhere Suizidrate als het­ero­sex­uelle Jugendliche.*1

Nieder mit den nor­ma­tiv­en Zustän­den!

Alle Men­schen soll­ten ihre Sex­u­al­ität so ausleben kön­nen, wie sie es möcht­en, solange sie dabei nicht die Gren­zen von anderen überge­hen und selb­st entschei­den, welche geschlechtliche Iden­tität sie ausleben wollen. Trotz­dem gibt es immer wieder Vor­fälle, die zeigen, dass ger­ade das eigentlich Selb­stver­ständliche nicht selb­stver­ständlich ist. Laut Stu­di­en *2 hat jede_r dritte Deutsche ein moralis­ches Prob­lem mit Homo­sex­u­al­ität.

Auch bei der Blut­spende wer­den Homo­sex­uelle diskri­m­iniert, denn auf­grund ihrer ange­blich wech­sel­nden Part­ner­schaften ist es ihnen unter­sagt Blut zu spenden.

Laut Maneo, einem schwulen Anti- Gewalt- Pro­jekt wur­den allein im let­zten Jahr 180 Über­griffe auf Homo­sex­uelle in Berlin gemeldet, wohinge­gen die Polizei lediglich 12 reg­istri­ert hat­te. Ein Grund hier­für ist, dass homo­phobe Über­griffe oft von der Polizei nicht ernst genom­men wer­den und daher nicht zur Anzeige gebracht wer­den.

Was tun?

Jede_r sollte ein­mal mehr bei homo­phoben und trans­pho­ben Sprüchen und vor allem bei Über­grif­f­en hin­schauen und ein­greifen. Es ist wichtig, schon frühzeit­ig in den Erziehungs- und Bil­dungsin­sti­tu­tio­nen das The­ma Homo­sex­u­al­ität und Trans* aufzu­greifen und Diskri­m­inierun­gen ent­ge­gen zu wirken. Vor­re­it­er für Bran­den­burg kön­nte hier das Pro­jekt „Sex­uelle Vielfalt“ aus Berlin sein, welch­es es sich zur Auf­gabe gemacht hat Vorurteile gegenüber Les­ben, Schwulen, bi‑, trans- und intergeschlechtlichen Men­schen in der Öffentlichkeit und in den Insti­tu­tio­nen abzubauen.

*1 http://www.coming-out-day.de/informationen/fakten.html#suizid

*2 Gallup Koex­is­tenz-Index 2009

Anti­sex­is­tis­che Aktion Pots­dam

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