6. Juni 2002 · Quelle: berliner zeitung | lausitzer rundschau

Asylbewerber droht mit Selbstverbrennung

berlin­er zeitung:

Asyl­be­wer­ber dro­ht mit Selbstverbrennung 

KBI Ein 21-jähriger kur­dis­ch­er Asyl­be­wer­ber hat am Dien­stag damit gedro­ht, sich im Lan­drat­samt in Sen­ften­berg (Ober­spree­wald-Lausitz) selb­st zu ver­bren­nen. Der Mann hat­te eine Genehmi­gung beantragt, den Land­kreis ver­lassen zu dür­fen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Daraufhin lief der Mann in den Hof und über­goss sich mit Ben­zin aus einem bere­it­gestell­ten Kanis­ter. Dann dro­hte er, sich anzuzün­den. Ein Mitar­beit­er der Aus­län­der­be­hörde kon­nte ihn davon abbrin­gen. Der 21-Jährige ver­ließ anschließend den Hof und sprang in einen Teich. Laut Polizei kam der Mann frei­willig aus dem Wass­er. Er wurde in die Psy­chi­a­trie eingewiesen. 

lausitzer rund­schau:

Asyl­be­wer­ber aus Bahns­dorf wollte Aus­flug erzwingen 

Dro­hung mit Ver­bren­nung offen­sichtlich geplant 

SENFTENBERG.
Der am Dien­stag in Sen­ften­berg gescheit­erte Ver­such eines 21-jähri­gen Asyl­be­wer­bers aus Bahns­dorf, durch die Dro­hung mit ein­er Selb­stver­bren­nung die Aus­län­der­be­hörde zu erpressen, war offen­sichtlich geplant. Darauf lassen ein von dem Mann mit­ge­brachter Ben­zinkanis­ter und die Anwe­sen­heit weit­er­er Asyl­be­wer­ber zur Tatzeit vor dem Lan­drat­samt schließen. Nach Angaben eines Sprech­ers des Land­kreis­es Ober­spree­wald-Lausitz (OSL) war der aus der Türkei stam­mende Kurde Veysal O. gegen 17 Uhr zur Aus­län­der­be­hörde gekom­men. Dort begehrte er eine Aus­nah­megenehmi­gung für den ange­blichen Besuch seines Recht­san­waltes in Ham­burg. Dafür sollte er dessen Bestä­ti­gung ein­holen, was nicht geschah. Vielmehr kreuzte der Asyl­be­wer­ber wenig später bei ein­er anderen Behör­den-Mitar­bei­t­erin auf, wo er angab, einen Aus­flug in die Hans­es­tadt zu sein­er Fam­i­lie machen zu wollen. Eine, von der Behörde für die Bewil­li­gung des Antrags zum Ver­lassen des Ober­spree­wald-Lausitz-Kreis­es benötigte Ein­ladung kon­nte er eben­falls nicht vor­weisen. Veysal O. ver­ließ das Lan­drat­samt und über­goss sich im Innen­hof des Gebäudekom­plex­es mit Ben­zin. Danach drang er wieder in das Gebäude ein. Dort kon­nte er von Angestell­ten abge­hal­ten wer­den, sich mit einem Feuerzeug anzuzün­den. Der Mann zog sich stattdessen bis auf die Unter­hose aus und stürzte sich in den angren­zen­den Schlosste­ich. Dort wurde er wenig später von der her­beigerufe­nen Polizei aufge­grif­f­en und in ein Kranken­haus gebracht. Er hat­te über Schmerzen geklagt. Nach Angaben der Staat­san­waltschaft Cot­tbus, die wegen Nöti­gung ermit­telt, bestand zu kein­er Zeit Gefahr für andere Per­so­n­en. Bei der Aus­län­der­be­hörde war Veysal O., der vor zwei Jahren nach Deutsch­land kam, bish­er nicht aufge­fall­en. Sein Asy­lantrag wird gegen­wär­tig bear­beit­et. Bei der Polizei liegen gegen den Mann allerd­ings Anzeigen wegen Ver­stoßes gegen das Aus­län­derge­setz vor. Er hat­te mehrfach das OSL-Gebi­et wider­rechtlich ver­lassen und war unter anderen in Leipzig und in Berlin am Bahn­hof Zoo aufge­grif­f­en worden.

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