20. März 2005 · Quelle: MAZ

Auch ein Gedenken für die Vertriebenen

(19.03.05)LIEBENWALDE Die Inschrift auf dem neuen Gedenkstein am Kriegerdenkmal, der
am 8. Mai enthüllt wer­den soll, ste­ht nun für die Mit­glieder des Heimat- und
Geschichtsvere­ins fest: “Für die Opfer von Krieg, Dik­tatur und Vertrei­bung”
soll kün­ftig auf dem Stein zu lesen sein.

Das wurde bei ein­er Abstim­mung der Mit­glieder auf ihrem Tre­f­fen am
Don­ner­stagabend beschlossen. Damit entsch­ied man sich gegen eine zweite
Ver­sion der Inschrift: “Für die Opfer von Krieg, Ver­fol­gung und Gewalt”.
Voraus­ge­gan­gen war eine angeregte Diskus­sion, in der auch über die
ver­schiede­nen Arten des Gedenkens disku­tiert wur­den.

“Ich bin ein Kriegskind, aber ich brauche den Stein trotz­dem nicht”, sagte
etwa eine Frau, deren Fam­i­lie zu den Ver­triebe­nen aus dem Osten gehört
hat­te. Anstelle der Gedenkstein­errich­tung plädierte sie “für die Erhal­tung
der beste­hen­den Denkmale”. Eine Mei­n­ung, die von der über­wiegen­den Mehrheit
allerd­ings nicht geteilt wurde.

Debat­tiert wurde auch über das Anbrin­gen der Jahreszahl 2005 am Stein, als
spätere Erin­nerung an seine Errich­tung. Schließlich einigte man sich, die
Zahl an nicht so promi­nen­ter Stelle — etwa an der rück­wär­ti­gen Seite -
einzu­gravieren. Mit der Jahreszahl soll später die his­torische Einord­nung
erle­ichtert wer­den.

Finanziell ist die Anfer­ti­gung des Steins laut des Vere­insvor­sitzen­den Jörn
Lehmann mit ein­er Summe von 573 Euro abgesichert. Ein wesentlich­er Anteil
daran sei den Aktiv­itäten der Frauen vom Muse­umsvere­in zu ver­danken, die
viel Selb­st­ge­basteltes verkauften.

Allein beim jüng­sten Mittwochs­markt nah­men sie so 50 Euro ein, weshalb die
Aktion noch häu­figer wieder­holt wird. Unter anderem beim heuti­gen
Früh­lings­fest in Lieben­thal und beim Drachen­boot­fest im August, für das
kleine Drachen gefer­tigt wer­den sollen. Angedacht ist, die Bastlertr­e­f­fen
eventuell im 14-tägi­gen Rhyth­mus zu ver­anstal­ten.

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