21. Januar 2019 · Quelle: Presseservice Rathenow

Auf der Suche nach Erleuchtung

Vertreter der Zivilge­sellschaft luden zu ein­er Lichter­kette in Rathenow ein. Unzufriede­nen wurde außer­dem der Dia­log ange­boten. Die kamen dann auch und nutzten das Event für eigene Pro­fil­ierungszwecke.

Lichtkette gegen die Dunkel­heit

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„Vom Dunkel ins Licht“ – 120 Men­schen bilde­ten eine Lichter­kette in Rathenow

Ein großer Leucht­bal­lon illu­minierte die zen­trale Aus­sage des Abends: „Vom Dunkel ins Licht“. Sie richtete sich in inter­ak­tive Weise an die Teil­nehmenden ein­er Ver­samm­lung des Aktions­bünd­niss­es: Unser Rathenow, Miteinan­der, Füreinan­der (URMF). Denn der Ver­anstal­tungs­be­ginn um 16.29 Uhr markiert den Zeit­punkt des Son­nenun­ter­ganges, also genau das Ereig­nis an dem es in diesem Teil Deutsch­lands dunkelt. Wer nun dem Dun­klen trotzen und somit – sym­bol­isch gese­hen – erleuchtet wer­den wollte, musste sich engagieren – in diesem Fall ein­er Kerze, eine Taschen­lampe oder eine Handy­lampe zum Leucht­en brin­gen.

Ähn­lich dürften es die Ver­anstal­tenden auch mit dem demokratis­chen Engage­ment in der Gesellschaft sehen. Nur wer sich bewegt, kann etwas bewe­gen. Eine Ein­ladung, die sich auch an die Unzufriede­nen richtete.

Demokratie leben“ bedeutete an diesem Abend somit vor allem sich gemein­sam an einem Ste­htisch zu einem Heißgetränk tre­f­fen und gedanklich auszu­tauschen.

120 Rathenow­er fol­gten dieser Ein­ladung, lauscht­en zunächst den Ansprachen des Bürg­er­meis­ters, ein­er Vertreterin von URMF, Mit­gliedern des Kinder- und Jugend­par­la­mentes sowie Aktiv­en des Senioren­rates und bilde­ten dann eine Lichter­kette um den Märkischen Platz.

Anschließend stand es jedem Teil­nehmenden offen, das Gespräch zu suchen, Sor­gen oder Anre­gen in einen gemein­samen Gedanke­naus­tausch einzubrin­gen.

Klare Bedin­gung war jedoch der sorgsame Umgang untere­inan­der. „Has­skom­mentare, Belei­di­gun­gen, Verunglimp­fun­gen und per­sön­liche Angriffe“ soll­ten nicht geduldet wer­den. Und von „men­schen­feindlichen, ras­sis­tis­chen und dif­famieren­den Äußerun­gen“ gren­zte sich das ver­anstal­tende Aktions­bünd­nis bere­its eben­falls im Vor­feld ab.

Repub­likan­er / Bürg­er­bünd­nis provozierten am Rand

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Chris­t­ian Kaiser (Repub­likan­er / Bürg­er­bünd­nis Havel­land ) provozierte am Rande mit seinem „Flag­gschiff“

Allerd­ings hielt das einige lokale Ras­sis­ten, die mit dem extrem recht­en Bürg­er­bünd­nis Havel­land, den Repub­likan­ern (REP) oder AfD sym­pa­thisieren, nicht davon ab, die Ver­anstal­tung für eigene Pro­fil­ierungszwecke aufzusuchen bzw sich am Rande in Szene zu set­zen.

Diese Klien­tel hat­ten ihr erscheinen bere­its im Vor­feld angekündigt. REP Lan­deschef Chris­t­ian Kaiser, der auch dem Bürg­er­bünd­nis Havel­land vorste­ht, emp­fahl erst am ver­gan­genen Mon­tag im Rah­men ein­er eige­nen Ver­anstal­tung auf dem Märkischen Platz die Teil­nahme. Außer­dem kündigte er „Über­raschun­gen“ an. Diese bestand dann allerd­ings darin, dass er mit einem beflag­gten PKW mehrfach um den Platz fuhr.

Keine klare Abgren­zung zu extrem Recht­en

Später ver­sam­melten sich dann Kaiser und seine Getreuen am Rande der zivilge­sellschaftlichen Ver­anstal­tung, beäugt von mehreren Polizeibeamten. Doch zu einem Ein­satz gegen die Zaungäste aus Rathenows extrem recht­en Spek­trum kam es nicht. Auch für diese Leute sollte anscheinend der Weg für Gespräche offen bleiben, trotz deren men­schen­feindlichen, ras­sis­tis­chen und dif­famierende Äußerun­gen in den ver­gan­genen dreiein­halb Jahren.

Hier hätte dur­chaus mehr Hal­tung gezeigt wer­den kön­nen.

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