5. November 2003 · Quelle: Berliner Zeitung / LR

Aufmarsch in Halbe untersagt

Rechte wollen demonstrieren

(Berlin­er Zeitung) HALBE. Ein für den Volk­strauertag auf dem Wald­fried­hof von Halbe (Dahme-Spree­wald) geplantes “Heldenge­denken” von Recht­sex­trem­is­ten ist von
der Ord­nungs­be­hörde des Amtes Schenken­länd­chen nicht genehmigt wor­den. Eine solche Ver­anstal­tung sei mit der Fried­hof­sor­d­nung nicht vere­in­bar, hieß es.
Rund 1 000 Anhänger so genan­nter Freier Nation­al­is­ten und Kam­er­ad­schaften waren von den Organ­isatoren der Ver­anstal­tung auf dem größten deutschen
Sol­daten­fried­hof angemeldet wor­den. Die Demon­stra­tion sollte unter der Parole “Ruhm und Ehre den deutschen Frontsol­dat­en” stat­tfind­en. Die Polizei
als Ver­samm­lungs­be­hörde hat die Feier offiziell noch nicht ver­boten. Auch für eine am Tag zuvor angemeldete Protestver­anstal­tung antifaschistischer
Grup­pen an den Gräbern ukrainis­ch­er Zwangsar­beit­er sei keine
Aus­nah­megen­e­mi­gung durch das Ord­nungsamt erteilt wor­den, informierten die
Organ­isatoren am Dienstag. 

Bei Halbe fand im April 1945 die let­zte Kesselschlacht des Zweit­en Weltkrieges statt. Dabei kamen mehr als 40 000 sow­jetis­che und deutsche Sol­dat­en ums Leben. Auf dem Sol­daten­fried­hof liegen die sterblichen
Über­reste von rund 22 000 Gefal­l­enen, darunter auch 57 als Deser­teure hin­gerichtete Sol­dat­en sowie eini­gen tausend Zwangsarbeitern. 

Keine Genehmi­gung für Gedenk­feier auf Fried­hof in Halbe

(LR) Eine für den 15. Novem­ber auf dem Wald­fried­hof in Halbe (Dahme-Spree­wald)
geplante Gedenkver­anstal­tung an den Gräbern ukrainis­ch­er Zwangsar­beit­er ist
nicht genehmigt worden. 

Das Ord­nungsamt der Amts­ge­meinde Schenken­länd­chen hat die erforderliche
Aus­nah­megenehmi­gung nicht erteilt, sagte gestern die Lei­t­erin des Amtes,
Andrea Boy. 

Nach Angaben der “Ini­tia­tive gegen Heldenge­denken in Halbe” hieß es zur
Begrün­dung, die Ver­anstal­tung sei nicht mit dem Ziel und Zweck des
Fried­hofes vereinbar. 

Gegen eine eben­falls für den Vortag des Volk­strauertages (16. November)
geplante Ver­anstal­tung rechter Grup­pierun­gen hat die “Ini­tia­tive gegen
Heldenge­denken” eine Gegen­demon­stra­tion angekündigt. 

Der Sol­daten­fried­hof in Halbe ist die größte Kriegs­gräber­stätte des Zweiten
Weltkrieges in Brandenburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Duben — Wider­stand und Organ­isierung im Keim erstick­en? Nicht mit Chris­tine, nicht mit uns! Ihr Bericht aus der JVA Luck­au-Duben zeigt auf, wie wider­ständi­ge Gefan­gene unter­drückt und eine Organ­isierung von Gefan­genen ver­hin­dert werden
Die Aktivistin für Men­schen­rechte, Irmela Men­sah-Schramm, ste­ht erneut vor Gericht! Es wird ihr vorge­wor­fen, den NPD Kad­er Frank Knuf­fke durch zeigen des Mit­telfin­gers belei­digt zu haben 😉
Berlin/Brandenburg — Am Abend des 2. Okto­ber 1990 über­fie­len Nazis und Rechte gezielt Linke, beset­zte Häuser, Migrant*innen und Vertragsarbeiter*innen und deren Woh­nun­gen. Das Recherche­p­ro­jekt doku­men­tiert auch Fälle aus Guben und Frank­furt (Oder).

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot