24. November 2006 · Quelle: Autonome Antifas aus Südbrandenburg

Aufruf gegen die Nazidemo in Lübben am 09.12.06

Hal­lo liebe AntifaschistIn­nen , Fre­undin­nen, Fre­unde und Bekannte. 

Am 09.12.06 wollen Nazis aus dem Umfeld des im Jahr 2005 gegrün­de­ten Lausitzer
Aktions­bünd­niss­es (LAB) unter dem Namen “AG ‘Repres­sion‘ im freien Wider­stand der
Lausitz” mit Unter­stützung des JN Stützpunk­tes Hoy­er­swer­da eine Demo in
Lübben/Spreewald (Bahn­hofsvor­platz, 10 Uhr) mit dem aus Hitlers “Mein Kampf”
zitierten Mot­to (erster Teil): “Men­schen­recht bricht Staat­srecht — staatliche
Repres­sion öffentlich machen!” durchführen. 

Bei dem “Lausitzer Aktions­bünd­nis” han­delt es sich um ein Net­zw­erk von Neonazis
welchen in sog. freien Kam­er­ad­schaften ten­den­ziell im Süden Bran­den­burgs und
Nor­dosten Sach­sen agieren. Unter anderem sind in diesem Net­zw­erk die
“Gesin­nungs­ge­mein­schaft Süd-Ost Bran­den­burg”, von der führende Mit­glieder (u.a.
Mar­cel F.(orstmeier) aus Lübbe­nau) maßge­blich an einem Über­fall in Cot­tbus auf den
Jugend­club Frageze­ichen e.v. am 14.Mai beteiligt waren, der “Sturm Cot­tbus”, “Freie
Aktivis­ten Hoy­er­swer­da” (FAH) und die “Lausitzer Front Guben” vertreten.
Anführer des LAB ist der Neon­azi Sebas­t­ian Richter aus Hoy­er­swer­da, welch­er unter
dem Namen “Sepp Hagen” in der Öffentlichkeit auftritt und die (wirk­lich schlechten)
Nazi — “Son­der­seit­en” zu den vom LAB angemelde­ten Demos betreibt. 

Dass der Auf­marsch der Nazis in Lübben stat­tfind­et soll an dieser Stelle auch nicht
außer Acht gelassen wer­den. In Lübben befind­et sich , Nähe des Bahn­hofs, ein von
Neon­azis ver­wal­teter “Jugend­klub”, welch­er nicht zufäl­lig den Namen “Bunker 88”
trägt. “88” ste­ht für “HH” was nichts anderes als Heil Hitler bedeutet. Dieser
Jugend­klub, in denen bis zu 50 Nazis regelmäßig Einzug hal­ten, ver­anstal­tete des
öfteren Schu­lungsabende im Sinne von “nationalen Zeitzeu­gen­bericht­en”, bei denen
ehe­ma­lige deutsche “Fron­tkämpfer” über ihre “glo­r­re­ichen Tat­en” berichteten und mit
geschichtver­fälschen­den Pro­pa­gan­da auf Jugend­fang gin­gen. Ausser­dem ist bekannt,
dass im “Bunker 88” ver­sucht wird, Nazikonz­erte mit ein­schlägig bekannten
rech­tradikalen Skin­head­bands durchzuführen. Nach Angaben der “Lausitzer Rundschau”
wäre es der Polizei Mitte Okto­ber gelun­gen, die zu einem «Bunker» ‑Konz­ert
anrück­enden Nazis schon in den Zufahrtsstraßen zu stop­pen, sodass das Konzert
aus­ge­fall­en wäre. Fest ste­ht, dass es nicht immer nur bei einem Ver­such von Seiten
der Nazis geblieben ist.
Der Stadt seien die Hände gebun­den, da das Gebäude — eine ehe­ma­lige Brauerei — privat
ver­mi­etet würde und daher die Stadt keine Befug­nisse zum Ein­schre­it­en hätte. 

Da sich bis auf die FAH alle anderen der erwäh­n­ten Kam­er­ad­schaften bereits
offiziell aufgelöst haben, bzw. dies u.a. auf ihren Web­siten angekündigt hat­ten, ist
davon auszuge­hen, dass sich das Bünd­nis inner­halb der NPD — Struk­turen neu formiert.
Als Grund für seine Auflö­sung gibt z.B die “Lausitzer Front Guben” an, der NPD den
Rück­en stärken zu wollen, was wohl heißen soll, auf par­la­men­tarisch­er Ebene ihr
ver­ab­scheuenswürdi­ges Bild von “Men­schen­recht” zu ver­bre­it­en, näm­lich das der
“Volks­ge­mein­schft”, welch­es schon ein­mal in der Geschichte unzäh­lige Men­schen in den
Tod geführt hat. 

Da die “Lausitzer Front Guben”, der Sturm Cot­tbus” sowie die
“Gesin­nungs­ge­mein­schaft Süd-Ost-Bran­den­burg” stark in das Blick­feld des
Bran­den­burg­er Ver­fas­sungss­chutz ger­at­en sind und höchst­wahrschein­lich vor einem
Ver­bot standen, ist anzunehmen das dies der Grund für ihre “Auflö­sung” bzw. die
Auflö­sung ihrer Inter­net­präsenz war, was allerd­ings als logis­che Kon­se­quenz nicht
unmit­tel­bar das Ver­schwinden dieser Struk­turen nach sich zieht — ganz im Gegenteil:
Die Struk­turen beste­hen weiterhin.
Die, von Nazis soge­nan­nte “Gesin­nungsjus­tiz”, welche wohl zum Auflösen der erwähnten
Nazi­grup­pierun­gen führte, kann als Motiv gese­hen wer­den, ihre verabscheuenswürdige
Pro­pa­gan­da am 09.12. in Lübben unter die Men­schen zu bringen. 

Was in dem Aufruf der “AG ‘Repres­sion‘ im freien Wider­stand der Lausitz” als
Ein­treten für die Mei­n­ungs­frei­heit und die Men­schen­rechte getarnt ist, ist in
Wirk­lichkeit aber — und auch das kann Men­sch dem Wer­be­plakat für diese Demo bei
genauerem Hin­schauen ent­nehmen — nicht anderes als das Streben nach “nationalen
Sozial­is­mus” oder bess­er gesagt das Streben nach Nation­al­sozial­is­mus. Was der
Nation­al­sozial­is­mus und seine aus­führen­den deutschen Scher­gen der Men­scheit gebracht
hat, ist wohl bekan­nt: Die massen­hafte Hin­rich­tung sogenan­ter Nicht­deutsch­er, die
Ermor­dung Ander­s­denk­enden welche nicht in das Bild wahn­hafter nationaler
sozial­is­tis­ch­er Ide­olo­gie passte, der Genozid an den Jüdin­nen und Juden Europas und
die im “Kampf um Boden” verur­sachte Ver­wüs­tung von Teilen Ost€pas durch deutsche
Truppen. 

Das ‑und nicht etwa Mei­n­ungs­frei­heit- ist Sinnbild für nationalen Sozial­is­mus. Das
ist Sinnbild für das Lausitzer Aktions­bünd­nis und sein AnhängerInnen.
Nation­al­sozial­is­mus war nie eine Mei­n­ung, darf es nie sein oder wer­den, sondern
Nation­al­sozial­is­mus war, ist und bleibt ein Verbrechen!
In Ver­ant­wor­tung und im Gedenken der­jeni­gen, welche durch die nationalsozialistische
Gewalther­schaft zu Tode gebracht wur­den, rufen wir auf, den Nazi­auf­marsch in Lübben
am 09.12.06 mit allen Mit­teln und auf allen Ebe­nen zu bekämpfen und zu verhindern. 

Nie wieder Deutsch­land! Men­schen­recht bricht nationalen Wahn!

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