17. Mai 2002 · Quelle: Frankfurter Antifas

Aufruf, Routen, Infos

Aufruf zur Block­ade des Kam­er­ad­schaft­sauf­marsches am 25.Mai in Frank­furt (Oder)

Alles beim alten?

Wenn am Sam­stag den 25.Mai die freien Kam­er­ad­schaften zur Demo nach Frankfurt(Oder)
laden wer­den sie hof­fentlich zügig und möglichst unbeachtet von der Frankfurter
Bevölkerung durch die Straßen ziehen um die Stadt anschließend schnell wieder zu
verlassen. 

So, oder so ähn­lich sehnen sich die Frank­furter Stadtväter nach dem kommenden
Woch­enende, an dem ?ihre? Stadt nach den zahlre­ichen recht­en Aufmärschen der letzten
Monate mal nicht neg­a­tiv in der Presse in Erschei­n­ung treten soll. 

Kein Wort in der Lokal­presse über den seit zwei Monat­en bekan­nten Ter­min. Aus guter
Tra­di­tion wird sich in der Sam­stagsaus­gabe der MOZ (Märkische Oderzeitung), also am
Demo­tag, ein zehnzeiliger Hin­weis auf eine Ver­anstal­tung der Plat­tform gegen Rechts
find­en, zu der alle Frank­fur­terIn­nen her­zlich ein­ge­laden sind. 

Ein Zus­tand, der der Polizei nur zu gut in den Kram passen kann, war sie bei dem
let­zten Auf­marsch doch mit heftigem Wider­stand von Antifaschin­stIn­nen konfrontiert,
der schließlich zu ein­er deut­lichen Verkürzung der Route führte. 

Aber auch ein Zus­tand der nicht immer so war. Als am 17. April 99 der Frankfurter
Demor­eigen mit einem Auf­marsch der NPD begann, kam die MOZ fast nicht zur Ruhe. Auch
die Bürg­erIn­nen der Stadt selb­st zeigten mit zahlre­ichen Aktio­nen ihre Ablehnung
gegen den auf ein­mal öffentlich auftre­tenden Recht­sradikalis­mus in der Stadt. 

Inzwis­chen hat sich Frank­furt an seinen offe­nen Ras­sis­mus gewöh­nt. So hält es auch
der neugewählte Ober­bürg­er­meis­ter Mar­tin Patzelt (CDU) nicht für nötig sich am
Sam­stag vor Ort gegen den Auf­marsch zu posi­tion­ieren. Da wun­dert es auch nicht das
seine Anhänger der Jun­gen Union die Plakate der Gegen­mo­bil­isierung mit dem Aufruf
?Ras­sis­mus angreifen? eh für diskus­sion­swürdi­ger hal­ten als die Demo der Faschisten.
Getrof­fene Hunde bellen halt. 

Trotz der rel­a­tiv­en Gle­ichgültigkeit der Stadtver­wal­tung gelang es im Vorfeld
zahlre­iche Vertreter aus Poli­tik, Wirtschaft, Kul­tur und der Kirchen zur
Unter­stützung ein­er ?Frank­furter Erk­lärung? zu gewin­nen. Damit rufen diese die
Frank­furter Bürg­er auf, sich am 25. Mai den Recht­sex­tremen auf der Straße zu
wi(e)dersetzen und sich ihnen ent­ge­gen­zustellen. Mit dieser Erk­lärung wird versucht
ein bre­ites Spek­trum für die Proteste zu gewinnen. 

Unser Ziel für diesen Tag ist klar. Wir wollen nicht nur gegen den Aufmarsch
protestieren und ihn behin­dern. Wir wollen ihn block­ieren und stop­pen, um die Nazis
so zur Auf­gabe zu zwin­gen. Dieses Ziel zu erre­ichen bedarf es ein­er Menge an Leuten
die bere­it sind entschlossen zu han­deln und sich in ein­er großen Sitzblock­ade auf
die Straße zu begeben. Diese Auf­gabe kön­nen wir gemein­sam leis­ten. Wo und wann dass
geschieht hängt von der Sit­u­a­tion vor Ort ab. Eines aber ist klar. Jed­er von den
Nazis gelaufene Meter ist ein­er zuviel. 

Und son­st?

Die Demo, zu der seit langem vor allem über das Inter­net mobil­isiert wird, steht
unter dem Mot­to: ?Gegen EU-Oster­weiterung, Volk­sentscheid jet­zt!?. Anmelder ist der
Frank­furter Nico Schlie­mann, ein mit­tler­weile bekan­ntes Gesicht der Szene. Zu
rech­nen ist mit etwa 100 der angemelde­ten 250 Teil­nehmer aus dem Spek­trum der freien
Kam­er­ad­schaften. Unter anderem mobil­isiert der Märkische Heimatschutz unter Gordon
Rein­holz und Fürsten­walder Nazis um Frank Odoy (NPD) nach Frank­furt (Oder). Als
Red­ner wer­den Chris­t­ian Worch und René Bethage angekündigt. 

Den bish­eri­gen Äußerun­gen der Polizei ist zu ent­nehmen, das sie die angemeldete
Route der Nazis durch die Stadt­teile Alt­beresinchen und Zen­trum nicht anfechten
wer­den. Diese läuft vom Dres­d­ner Platz über die Fürsten­berg­er Straße, Große
Müll­ros­er Straße, Carthaus­platz, Wal­ter-Kors­ing-Straße/ Lin­den­straße, Heilbronner
Straße und Bahn­hof­sstraße zurück zum Dres­d­ner Platz. Tre­f­fen der Nasen ist um 11.00
Uhr am Bahn­hof bzw. 12.00 Uhr am Dres­d­ner Platz, ca. 200 Meter ent­fer­nt, wo die Demo
auch begin­nen soll. 

Auf dem Leipziger Platz, eine Straße vom Dres­den­er ent­fer­nt, wird die offizielle
Ver­anstal­tung der Plat­tform gegen Rechts stat­tfind­en. Beginn: 11.00 Uhr. Hier werden
bis zum Start der Kam­er­ad­schafts­de­mo Rede­beiträge und Infos zu hören sein. Das ganze
wird mit einem kul­turellen Rah­men­pro­gramm untermalt. 

Also: Kommt massen­haft, block­ieren wir gemein­sam den Nazi­auf­marsch. Wir sehen und in
Frank­furt (Oder).

Ras­sis­mus angreifen! Den Nazis keinen Meter! Venceremos 

Frank­furter Antifas

Ps: 21./22./23.Mai: Bush in Berlin »> brin­gen wir die Ver­hält­nisse zum tanzen! 

Mehr Infos:

Noch ein Mobilisierungtext

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