17. März 2006 · Quelle: ND

Ausländer müssen für Bildung blechen

Die Zahl der Aus­län­der, die sich um ein Studi­um an der Uni­ver­sität Pots­dam bemühen, ist deut­lich zurück­ge­gan­gen. Der All­ge­meine Studieren­den-Auss­chuss (AStA) der Hochschule führt das auf ein neues zen­trales Bewer­bungsver­fahren zurück, das kostenpflichtig ist. Mit­machen muss, wer an ein­er von 84 Hochschulen in Deutsch­land – darunter die Uni­ver­sität Pots­dam – angenom­men wer­den will.
Seit dem Jahr 2004 bewer­ben sich Aus­län­der nicht mehr direkt an den Hochschulen, son­dern bei der »Arbeits- und Ser­vices­telle für inter­na­tionale Stu­di­en­be­wer­bung« (assist). Dort prüfen die Mitar­beit­er, ob die Bewer­bun­gen voll­ständig und for­mal richtig sind. Zulas­sungs­fähige Bewer­bun­gen wer­den anschließend in elek­tro­n­is­ch­er Form an die Hochschulen weit­ergeleit­et.
Grund­sät­zlich sei dage­gen nichts einzuwen­den, meint der AStA. Ihn stört aber, dass die Bewer­ber für den assist-Dienst blechen müssen. Zwis­chen 20 und 50 Euro sind für eine Bewer­bung im Voraus zu entricht­en. Die Gebühr wird unab­hängig davon erhoben, ob die Bewer­bung Erfolg hat. Jede weit­ere Bewer­bung kostet 15 Euro.
»Vie­len fehlt für diesen Bewer­bungs­marathon schlicht das Geld. Hier wer­den ärmere Bewer­ber bewusst aus­ge­gren­zt«, beschw­ert sich Meh­di Chbi­hi, AStA-Ref­er­ent für Inter­na­tionales. Dass Europäer 25 Euro, andere 50 Euro und Chi­ne­sen 20 Euro plus 250 Euro Ver­wal­tungs­ge­bühr in ihrer asi­atis­chen Heimat zahlen müssen, hält Chbi­hi für Willkür. Der AStA fordert daher, dass die Uni­ver­sität Pots­dam die Kosten für die Bewer­bung übern­immt oder aber sofort wieder ein­führt, dass man sich aus dem Aus­land direkt und kosten­frei bewer­ben kann.
Doch die Uni­ver­sität­sleitung, die den assist-Vere­in mit grün­dete, ist damit nicht ein­ver­standen. Bevor es assist gab, seien viele Bewer­bun­gen unvoll­ständig einge­gan­gen, erzählt die Lei­t­erin des Akademis­chen Aus­land­samtes, Regi­na Neum. Auch die Bewer­ber prof­i­tieren ihr zufolge von assist, denn bei unvoll­ständi­gen Unter­la­gen kon­nte man die Leute nicht zum Studi­um zulassen. Von Vorteil sei auch, dass die Mitar­beit­er des Akademis­chen Aus­land­samtes mehr Zeit für Beratung und Gespräche haben, seit die Ser­vices­telle assist die unvoll­ständi­gen Bewer­bun­gen aus­sortiert. Der Rück­gang der Bewer­bun­gen sei ein weltweites Phänomen und nicht nur auf assist zurück­zuführen, ver­sichert Regi­na Neum.
Der assist-Vor­standsvor­sitzende Pro­fes­sor Jörg Stein­bach weist darauf hin, dass die Unterteilung in Europäer, Chi­ne­sen und son­stige Aus­län­der keine Erfind­ung der Ser­vices­telle sei. Auf Grund der EU-Geset­zge­bung seien Bewer­ber aus dem €päis­chen Aus­land den deutschen Bewer­bern gle­ichgestellt. Man erhebe die einzel­nen Gebühren nicht willkür­lich, son­dern pro­por­tion­al zum betriebe­nen Aufwand. Auch Hochschulen, die assist nicht nutzen, ziehen Gebühren in Erwä­gung, sagt Stein­bach. Das liege im Trend.

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