22. März 2005 · Quelle: MOZ

Ausländerbeauftragter: Rassistischer Ungeist steckt in manchen Köpfen

Schwedt. Asyl­be­wer­ber, Kreistagsab­ge­ord­nete, Schüler und der
Aus­län­der­bauf­tragte trafen sich gestern aus Anlass des internationalen
Anti-Ras­sis­mus-Tages im Oder-Cen­ter zu ein­er Wil­len­skundge­bung. The­ma des
Tages: “Men­schen­würde acht­en — Demokratie stärken”. 

In der Uck­er­mark leben 1826 Aus­län­der aus 84 Staat­en. Ihr Anteil liegt bei
1,3 Prozent. Nicht ver­gle­ich­bar mit Großstädten wie Berlin. Einige
Zeitgenossen empfind­en sie als störend, ver­fol­gen sie. Peter Law­son, der die
Anti-Ras­sis­mus-Reden hörte und zwei Her­ren mit Kurzhaarschnit­ten Rande
beobachtet, machte sich seine eige­nen Gedanken. Im Jan­u­ar, so erzählt er,
haben ihn Recht­sex­treme in der Nähe des Schwedter Bahn­hofs brutal
geschla­gen, getreten und blutüber­strömt zurück­ge­lassen. Seit­dem ist er
krank, kann nicht mehr für die Schwedter Far­ben box­en. Der Asylbewerber
sagt: “Ver­anstal­tun­gen wie die hier, kön­nen helfen, dass mehr deutsche
Mit­bürg­er nicht wegse­hen, wenn anderen ein Leid geschieht.”
Aus­län­der­beauf­tragter Ural Memet sagte gestern: “Die let­zten brutalen
Angriffe auf far­bige und auch ander­s­denk­ende Bürg­er zeigen in erschreckender
Weise, dass ras­sis­tis­ch­er Ungeist noch in so manchen Köpfen steckt.
Anti­ras­sis­mustag ist jed­er Tag.” 

Cen­ter-Manger Bian­ka Käp­pler wün­schte, “dass ein jed­er von uns niemals
wegsieht, Zivil­courage beweist und so han­delt, wie er selb­st behandelt
wer­den möchte … Lassen Sie uns den heuti­gen Tage ein­fach mit einem Lächeln
beginnen.” 

An der Ver­anstal­tun­gen nah­men neben Asyl­be­wer­bern Poli­tik­er aller
Kreistagsparteien und Gew­erkschafter teil.

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