11. Februar 2010 · Quelle: Flüchtlingsrat Brandenburg

Ausstellung durch Neonazi-Brandanschlag zerstört

Spenden für den Wiederaufbau der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«

In der Nacht zum 23. Jan­u­ar 2010 verübte ein 16-jähriger Neon­azi einen Bran­dan­schlag auf das
»Haus der Demokratie« in Zossen, Land­kreis Tel­tow-Fläming. Der Anschlag rei­hte sich ein in eine
Kette von Angrif­f­en gegen die das Haus betreibende Bürg­erini­tia­tive »Zossen zeigt Gesicht«.
Ver­mut­lich wusste der 16-Jährige nicht, dass in jen­er Nacht die Ausstel­lung »Res­i­den­zpflicht -
Invis­i­ble Bor­ders« im Haus deponiert wor­den war. Sie sollte in der fol­gen­den Woche eröffnet
wer­den. Dazu kam es nicht mehr, der Brand hat sie voll­ständig zer­stört.

Nur das fixe Inven­tar des »Haus­es der Demokratie« war ver­sichert, die untergestellte Ausstel­lung
nicht. Ohne Spenden und Zuwen­dun­gen ist ein Wieder­auf­bau nicht möglich. Die Neon­azis, denen
die Bürg­erini­tia­tive als »Volksver­räter« und Asyl­suchende als »Sozialschmarotzer« gel­ten, hät­ten
erre­icht, was sie woll­ten.

Anfang Feb­ru­ar beschloss ein Kreis von Unterstützer/innen um Philipp Kue­bart, den Autor der
Ausstel­lung, den Wieder­auf­bau in Angriff zu nehmen. Rund 2000 Euro Mate­ri­alkosten und ein
halbes Jahr unbezahlter Arbeit wur­den durch den Bran­dan­schlag zunichte gemacht.

»Res­i­den­zpflicht – Invis­i­ble Bor­ders« war in Berlin, Pots­dam und Han­nover mit beglei­t­en­den
Ver­anstal­tun­gen gezeigt wor­den. Weit­ere Orte soll­ten fol­gen. Die Res­o­nanz der Besucher/innen
war groß, ging »Invis­i­ble Bor­ders« doch neue Wege, die »Res­i­den­zpflicht« für Flüchtlinge
darzustellen. Mit Instal­la­tio­nen, Architek­tur­mod­ellen, Audiodoku­menten und Videop­er­for­mances
wurde am Beispiel der Res­i­den­zpflicht um aus­gewählte Bran­den­burg­er Flüchtlingslager herum das
The­ma Gren­zen und Raumkon­trolle dargestellt. Der Fokus lag auf den Tech­niken zur Überwachung
von Raum und Bewe­gung und ihrer Wirkung auf die Betrof­fe­nen. Dieser ver­fremdete Blick auf ein
oft­mals nur moralisch behan­deltes The­ma eröffnete neue Sichtweisen auf die Aus­gren­zung ein­er
bes­timmten Bevölkerungs­gruppe, wodurch die gesamte Gesellschaft von neuen Kon­troll­prax­en
durch­zo­gen wird. Was die Res­i­den­zpflicht ein­er Min­der­heit antut, schlägt auf die Mehrheit zurück.
Damit »Res­i­den­zpflicht – Invis­i­ble Bor­ders« so bald wie möglich wieder gezeigt wer­den kann,
benöti­gen wir Spenden.

Ver­wen­dungszweck:

Res­i­den­zpflich­tausstel­lung”

Fördervere­in des Bran­den­bur­gis­chen Flüchtlingsrats e.V.

Mit­tel­bran­den­bur­gis­che Sparkasse Pots­dam

Kon­to-Nr.: 350 1010 000

BLZ: 160 500 00

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