31. August 2004 · Quelle: Opferperspektive

Autofahrer von maskierten Rechtsextremisten überfallen


In Rathenow wur­den in der Nacht zum 23.08.2004 vier Linke von
ver­mummten Neon­azis über­fall­en, ein Opfer wurde schw­er verletzt.

Für Flo­ri­an E. war es der zweite Über­fall in diesem Jahr. Der
18-Jährige, der sich offen gegen Recht­sex­trem­is­mus engagiert, war
schon im März in Göt­tlin bei Rathenow in einen Hin­ter­halt ger­at­en. Ein
Mob betrunk­en­er Recht­sradikaler demolierte sein Auto, an dem ein
Schaden von 2000 Euro ent­stand. In der Nacht zum 23.08.2003 fuhr er
gegen 1:15 Uhr mit drei Fre­un­den die Bam­mer Land­straße ent­lang, als
ein Auto hin­ter ihm Lichthupe gab. Sie stiegen aus, und schon stürmten
vier mit Has­s­masken ver­mummte Neon­azis auf Kom­man­do auf sie los.
Flo­ri­an und ein Fre­und wur­den mit Totschlägern geschla­gen, konnten
aber flücht­en. Nicht jedoch ein 26-jähriger Fre­und, den die Neonazis
schw­er zusam­men­schlu­gen. Er musste mit Kopf­platzwun­den ins Krankenhaus
gebracht wer­den. An Flo­ri­ans Auto wur­den alle Scheiben eingeschlagen,
der Innen­raum war voller Blut. 

Hin­ter­grund des Über­falls war offen­bar, dass die Rechtsextremisten
ger­ade eine Het­z­jagd auf Per­so­n­en ver­anstal­teten, die angeblich
Wahlplakate der DVU beschädigt haben sollen. Dabei erkan­nten die
Neon­azis Flo­ri­an, der mit seinem Auto zufäl­lig vor­bei kam. Bei den
Tätern soll es sich um das Umfeld der neon­azis­tis­chen Kameradschaft
“Hauptvolk” aus Rathenow handeln. 

Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive merkt dazu an: “Die
Gefährlichkeit der recht­en Szene in Rathenow scheint unge­brochen. Im
Umfeld der Kam­er­ad­schaft Hauptvolk wer­den immer wieder äußerst
bru­tale Gewalt­tat­en verübt, allein zwölf im let­zten Jahr. Wie sich
hier Neon­azis als Wahlkampfhelfer der DVU betäti­gen, das allerdings
wirft ein Licht auf die Ver­wandtschafts­beziehun­gen im braunen Sumpf
Bran­den­burgs. Per­sön­lich ver­ant­wortlich sind die Täter, die
hof­fentlich bald zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den, moralisch
ver­ant­wortlich sind aber auch die recht­en Phrasendrescher
von der DVU.”

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