7. Dezember 2005 · Quelle: Bündnis aktiver Fußballfans e.V.

BAFF” fordert Handeln gegen Rassismus in den Stadien

Beim gestri­gen Top­spiel der 2.Bundesliga zwis­chen Dynamo Dres­den und
Energie Cot­tbus ent­fal­teten einige Cot­tbusser Fans ein Trans­par­ent auf
dem das Wort „Jude” zu lesen war. Das D in Jude wurde erset­zt durch das
Emblem von Dynamo Dres­den, flankiert von zwei David­ster­nen mit den
Buch­staben DD für Dynamo Dres­den. Beschimp­fun­gen der geg­ner­ischen
Mannschaft und Fans als „Juden” sind in einem deutschen Fußball­sta­dion
kein Einzelfall, dies­mal geschah es jedoch während eines DSF -
Livespieles, für jeden am Fernse­her klar ersichtlich.

Am näch­sten Tag: Kein empörter Auf­schrei in den Medi­en, keine Reak­tion
des DFB oder der DFL, keine Entschuldigung des FC Energie Cot­tbus.
Stattdessen allen­thal­ben Entset­zen über die abgeschosse­nen
Feuer­w­erk­skör­p­er unter dem Aufhänger „Fan Ran­dale”.
BAFF-Sprech­er Mar­tin Ende­mann äußert sich hierzu: “Im Zuge des
Sicher­heitswahns zur kom­menden WM wird stets die ange­blich gestiegene
Gewalt­bere­itschaft betont und über ver­schärfte Sicher­heits­maß­nah­men
disku­tiert. Ras­sis­tis­che und neo­faschis­tis­che Ten­den­zen in manchen
Fan­szenen wer­den jedoch nicht the­ma­tisiert”

Das Bünd­nis aktiv­er Fußball­fans (BAFF) fragt sich, warum die soge­nan­nte
„Fußball­fam­i­lie” beim The­ma Ras­sis­mus nicht in der Lage ist,
offenkundi­ge Prob­leme klar zu benen­nen.
Im Vor­feld der WM wäre es wichtig, neben den Fra­gen Sicher­heit,
Kul­tur-Events und Ver­mark­tung, auch im Bere­ich der Anti­ras­sis­musar­beit
Akzente zu set­zen und dabei auf die Kom­pe­tenz und Erfahrung von
regionalen Pro­jek­ten vor Ort, der Arbeit der Fan­pro­jek­te und von
„Foot­ball against Racism in Europe” (FARE) und seinen angeschlosse­nen
Mit­gliedern zurück­zu­greifen. Ali­b­i­ak­tio­nen ohne konkreten Unter­bau und
nach­haltige Arbeit vor Ort ver­puffen nur. Mit dem Fin­ger auf
ras­sis­tis­che Aus­fälle in anderen Län­dern zu zeigen ist dabei wenig
hil­fre­ich, Ras­sis­mus ist auch in deutschen Sta­di­en kein aus­gestor­benes
Phänomen, wie das Spiel in Dres­den deut­lich gezeigt hat.

BAFF-Sprech­er Ende­mann fordert die Ver­bände und Vere­ine erneut auf,
Ini­tia­tiv­en von FARE und ander­er unab­hängiger Fanini­tia­tiv­en und
Fan­pro­jek­te zu unter­stützen und das Prob­lem klar beim Namen zu nen­nen.
“Alle Vere­ine und müssen endlich den 9‑Punkte Plan des DFB gegen
Ras­sis­mus kon­se­quent umset­zen.” so Ende­mann.
Vom Vere­in FC Energie Cot­tbus fordert BAFF nicht nur eine Entschuldigung
bei Dynamo Dres­den und seinen Fans (wie sie der Fan­club-Arbeit­skreis
dort schon leis­tete) son­dern auch alle Maß­nah­men präven­tiv­er Art zu
ergreifen, die es ermöglichen rechte Ten­den­zen in der Cot­tbusser
Fan­szene nicht zur vorherrschen­den Mei­n­ung wer­den zu lassen. Stu­pide
Forderun­gen nach immer mehr Sta­dion­ver­boten für „Einzeltäter” sind dabei
wenig sin­nvoll und zeu­gen nur von einem großen Maß an Hil­flosigkeit.

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