9. Dezember 2004 · Quelle: MOZ

Bald Schuluniformen?

Pots­dam (dpa) Die Ein­führung von Schu­lu­ni­for­men an Bran­den­burgs Schulen ist umstrit­ten. Die CDU unter­stützte am Mittwoch den Vorstoß der Pots­damer Max-Dor­tu-Grund­schule, bis Ende 2005 solche Schulk­lei­dung einzuführen. Dage­gen warn­ten SPD und PDS, dass ein­heitliche Klei­dung noch lange keine Chan­cen­gle­ich­heit schaffe. 

Die Schüler der Max-Dor­tu-Grund­schule sollen ein Polo­hemd, ein T‑Shirt und eine All­wet­ter­jacke erhal­ten. Es werde allerd­ings jedem Schüler freigestellt, ob er die Schulk­lei­dung auch anziehe, hieß es. In Bran­den­burg gibt es nach Auskun­ft des Bil­dungsmin­is­teri­ums bis­lang noch keine Bil­dung­sein­rich­tung mit Schuluniform. 

“Ger­ade an der Klei­dung der Schüler ist häu­fig deren soziale Herkun­ft zu erken­nen”, sagte der bil­dungspoli­tis­che Sprech­er der CDU-Frak­tion, Ingo Sen­ftleben. “Eine ein­heitliche Schulk­lei­dung kann hier einen wichti­gen Beitrag zum sozialen Frieden an den Schulen leisten.” 

Die Bil­dung­sex­per­tin der SPD-Frak­tion, Ingrid Siebke, kri­tisierte: “Durch Schu­lu­ni­for­men und optis­che Gle­ich­macherei lösen wird kein einziges Prob­lem.” Jugendliche soll­ten die Chance haben, ihre Indi­vid­u­al­ität auch durch Klei­dung zu zeigen. Mit Zus­tim­mung der Schüler, Eltern und Lehrer kön­nten Schulen aber dur­chaus ein­heitliche Schulk­lei­dung ein­führen, wenn dies zur Iden­ti­fika­tion beitrage. 

Die bil­dungspoli­tis­che Sprecherin der PDS-Frak­tion, Ger­rit Große, kri­tisierte, die Debat­te als Ablenkungs­man­över. Die Koali­tion erschwere es Kindern aus sozial schwachen Eltern­häusern mit der Ein­führung der Ober­schulen, zu hoher Bil­dung zu gelan­gen. Die Argu­mente für Schu­lu­ni­for­men seien ver­logen. “Solange das Schul­sys­tem nicht in der Lage ist, Benachteili­gun­gen von Kindern, die aus sozialer Herkun­ft resul­tieren, auszu­gle­ichen, kann die Klei­dung höch­stens die Prob­leme verschleiern.”

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