29. August 2005 · Quelle: MAZ, MOZ

Behm: Flüchtlinge als Menschen betrachten

(dpa/MAZ) POTSDAM Die Spitzenkan­di­datin von Bünd­nis 90/Die Grü­nen für die Bun­destagswahl, Cor­nelia Behm, hat einen men­schlicheren Umgang mit Flüchtlin­gen gefordert. “Es stünde eini­gen Kreis­be­hör­den im Lande gut zu Gesicht, Flüchtlinge mehr als Men­schen und weniger als Fälle zu betra­cht­en”, sagte sie am Son­ntag. Als Beispiel ver­wies Behm auf die öffentlich kri­tisierten Zustände im Flüchtling­sheim Wald­siev­ers­dorf (Märkisch-Oder­land) sowie Berichte, denen zufolge Asyl­be­wer­bern im Kreis Ober­spree­wald-Lausitz nachs­pi­oniert wurde, um ihre “Res­i­den­zpflicht” zu überwachen. 

Derzeit ver­hin­dere eine “über­triebene Bürokratie”, dass Flüchtlinge für die Zeit ihres Aufen­thaltes “annäh­ernd nor­mal leben kön­nen”, meinte Behm. Die Land­kreise soll­ten sich vom Sach­leis­tung­sprinzip ver­ab­schieden und nach Möglichkeit — in Abwe­ichung von der Res­i­den­zpflicht — die Unter­bringung von Flüchtlin­gen in Woh­nun­gen erlauben. 

Laut Flüchtlingsrat lei­den die Bewohn­er des abgele­ge­nen Heims Wald­siev­ers­dorf unter sozialer Iso­la­tion. Laut Behm ist die näch­ste Bushal­testelle vier Kilo­me­ter ent­fer­nt. Es seien keine per­sön­lichen Tele­fonate möglich und es man­gele an medi­zinis­ch­er Ver­sorgung. Die “Kasernierung” in Gemein­schaft­sun­terkün­ften ver­hin­dere, dass Heim­be­wohn­er mit ihrem Gast­land ver­traut würden. 

Grü­nen-Spitzenkan­di­datin: Flüchtlinge men­schlich­er behandeln

Pots­dam (ddp/MOZ) Die Bran­den­burg­er Grü­nen-Bun­destagsab­ge­ord­nete Cor­nelia Behm mah­nt einen men­schlicheren Umgang mit Asyl­be­wer­bern in Bran­den­burg an. “Es stünde eini­gen Kreis­be­hör­den im Lande gut zu Gesicht, Flüchtlinge mehr als Men­schen und weniger als Fälle zu betra­cht­en”, sagte Behm am Son­ntag. Die märkische Spitzenkan­di­datin ihrer Partei für die Bun­destagswahl reagierte damit auf Mel­dun­gen über “unhalt­bare Zustände” in dem weit abgele­ge­nen Flüchtling­sheim Wald­siev­ers­dorf sowie auf Berichte, wonach Asyl­suchen­den in Ober­spree­wald-Lausitz nachs­pi­oniert wor­den sein soll, um die Ein­hal­tung der Res­i­den­zpflicht zu überwachen. 

Eine über­triebene Bürokratie ver­hin­dere, dass Flüchtlinge hier annäh­ernd nor­mal leben kön­nen, kri­tisierte Behm. Sie forderte die Land­kreise auf, sich vom Sach­leis­tung­sprinzip zu ver­ab­schieden. Noch immer hiel­ten mehr als die Hälfte der Kreise und kre­is­freien Städte an diesem Prinzip fest. Statt der “Kasernierung in Gemein­schaft­sun­terkün­ften” soll­ten Asyl­suchende in Woh­nun­gen unterge­bracht wer­den, soweit das möglich sei. Zudem soll­ten die Behör­den großzügig Aus­nah­megenehmi­gun­gen erteilen, um beispiel­sweise Flüchtlin­gen Besuche von Fam­i­lien­mit­gliedern in anderen Bun­deslän­dern zu ermöglichen. 

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