22. April 2003 · Quelle: Opferperspektive

Berufungsverhandlung gegen rassistische Brandstifter von Lehnitz

Vor dem Landgericht Neu­rup­pin, Saal 2, find­et am Fre­itag, den 25. April 2003, um 9
Uhr die Beru­fungsver­hand­lung gegen zwei Brand­s­tifter statt. Den bei­den 20- und
49-jähri­gen Män­nern wird vorge­wor­fen, in der Nacht zum 4. Juli 2002 einen
ras­sis­tisch motivierten Bran­dan­schlag auf einen Imbis­s­wa­gen in Lehnitz (Ober­hav­el)
verübt zu haben. 

Weil er ange­blich seine Fre­undin beim Küssen mit dem griechisch-türkischen Betreiber
eines Imbis­s­wa­gens gese­hen hätte, gab der 49-jährige Sieg­wart K. seinen Bekannten
aus der recht­en Szene Bescheid und brachte sie auf die Idee, den Imbis­s­wa­gen von
Ismaili D. anzuzün­den. Dort wurde die Kunde des ange­blichen Seit­en­sprungs zum Anlass
genom­men, es einem Aus­län­der heimzahlen zu wollen. Sieg­wart K. stellte einen
Ben­zinkanis­ter zur Ver­fü­gung, war aber zu betrunk­en, um mit den Rechtsradikalen
Mar­co K., Mar­co Th. und Nico S. loszuziehen und den Wagen in Brand zu set­zen. Das
gelang auch ohne ihn, es ent­stand Totalschaden. 

Für den Besitzer Ismaili D. bedeutete der Bran­dan­schlag das wirtschaftliche Aus. Er
wurde aus Lehnitz ver­trieben, bleibt auf einem Berg Schulden sitzen und muss seitdem
von Sozial­hil­fe leben. 

Das Amts­gericht Oranien­burg hat­te Sieg­wart K. im Novem­ber 2002 zu ein­er Haftstrafe
von zwei Jahren verurteilt, gegen die recht­sradikalen jun­gen Män­ner ver­hängte es
Bewährungsstrafen. Mar­co K. und Nico S. akzep­tierten das Urteil und auch die
Bewährungsauflage, die sie anwies, das aus­ge­bran­nte Wrack des Imbis­s­wa­gens auf
eigene Kosten zu entsor­gen. Sieg­wart K. und Mar­co Th. legten Beru­fung ein. 

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