2. August 2005 · Quelle: Indymedia

Bilder zur Aktion von “Gendreck weg”

Am 31. Juli 2005 rief die Aktion “Gen­dreck weg!” zu ein­er Frei­willi­gen Feld­be­freiung auf.
Nahe Hohen­stein bei Straus­berg hat der Großbauer Piprek in Zusam­me­nar­beit mit dem Gen­mul­ti­konz­ern Mon­san­to 10 ha Gen­mais aus­gesät . Trotz aller Kri­tik von Lokalpoli­tik­ern aus Straus­berg und NaturschützerIn­nen lässt sich Piprek von seinem Vorhaben bish­er nicht abbrin­gen. Von daher war die Ini­tia­tive aus Süd­deutsch­land von Imk­ern und BiobäuerIn­nen in Hohen­stein willkom­men.

Die angekündigte Aktion gegen Gen­tech­nik in der Land­wirtschaft traf auf ein mas­sives Polizeiange­bot mit mehreren Hun­dertschaften, bis­si­gen Hun­den, ein­er Reit­er­staffel und einem Räumpanz­er. Ein Hub­schrauber sorgte für ein Schot­t­land- Feel­ing unter den AktivistIn­nen. Viele BäuerIn­nen, Imk­erIn­nen waren aus Süd­deutsch­land sowie aus Schweiz, Frankre­ich und Öster­re­ich angereist um die Aktion zu unter­stützen. Die PolizistIn­nen gin­gen unver­hält­nis­mäßig gegen die Protestieren­den vor, eine 63jährige Frau wurde durch den Biss eines Polizei­hun­des ver­let­zt und musste sta­tionär im Kranken­haus behan­delt wer­den. Ins­ge­samt wur­den etwa 60 bis 70 AktivistIn­nen ver­haftet.

Erst nach einigem Hin­und­her durfte die Demon­stra­tion vom Camp, auf dem die Kundge­bung statt fand, in Rihc­tung Hohen­stein los­ge­hen. Zur Umge­hung der Polizeikette wichen viele AktivistIn­nen auf die umliegen­den Felder aus.

Trotz dem mas­siv­en Polizeiaufge­bot gelang es eini­gen weni­gen unbeobachtet auf den Genack­er zu kom­men und dort den Mais sein­er eigentlichen Bes­tim­mung zuzuführen — näm­lich als Abfall mit Son­der­mül­lentsorgung.

Etwa zwei Drit­tel der Bevölkerung in Deutsch­land sind laut offiziellen Umfra­gen gegen Gen­tech­nik in Nahrungsmit­teln, 70 Prozent der Bäuer­i­nenn und Bauern lehnen gen­tech­nisch verän­dertes Saatgut ab. Trotz dieser starken Ablehnung ver­sucht der Saatgut­mul­ti Mon­san­to auch hier Gen­tech­nik durchzuset­zen. Seit der Aufhe­bung des EU-Mora­to­ri­ums zur Agro-Gen­tech­nik wer­den dieses Jahr erst­mals in Deutsch­land auf größeren Flächen gen­tech­nisch manip­ulierte Pflanzen (GMO) ange­baut (EU-weit son­st nur in Tschechien und Spanien). Gen­tech­nisch verän­dert­er insek­ten­re­sisten­ter Mais ist auf etwa 113 Hek­tar in Bran­den­burg aus­gesät wor­den. Gen­tech­nik in der Land­wirtschaft ist nicht “rück­hol­bar”, nie­mand kann die Gefahren abschätzen.

Bilder sind unter Umbruch Bilder­ar­chiv zu find­en

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