30. September 2005 · Quelle: MOZ

Blick auf deutsche Einheit

Straus­berg — Die Mauer in den Köpfen der Ost- und West­deutschen sei längst gefall­en, sind sich Lothar de Maiz­ière und Wolf­gang Schäu­ble (bei­de CDU) einig. Die bei­den Gestal­ter der deutschen Vere­ini­gung disku­tierten unter anderem diese Frage mit Schü­lerin­nen und Schüler des Straus­berg­er Theodor-Fon­­tane-Gym­na­si­ums, des Ober­stufen­zen­trums Märkisch-Oder­land und der Lise-Meit­ner-Gesamtschule in der Bun­deswehrakademie für Infor­ma­tion und Kom­mu­nika­tion. Auch ehe­ma­lige Botschafter und der Staatssekretär Wern­er E. Ablaß sowie Gen­er­al a. D. Hans-Peter von Kirch­bach trat­en gestern auf.

Lothar de Maiz­ière, der let­zte und einzige frei gewählte Min­is­ter­präsi­dent der DDR, wie er gern betont, zitiert seinen alten Fre­und Richard Schröder, einst SPD-Abge­ord­neter der Volk­skam­mer und heute Pro­fes­sor in Halle mit der Antwort auf die Frage, ob er seine Stu­den­ten noch nach Ost- und West­deutschen unter­schei­den könne: “Vor fünf Jahren noch auf alle Fälle, heute kann ich nur noch zwis­chen Blö­den und nicht so Blö­den unter­schei­den.” Das habe sein Fre­und natür­lich nicht ganz ernst gemeint im bre­itesten Säch­sisch dargelegt. Wie auch der dama­lige Bun­desin­nen­min­is­ter Wolf­gang Schäu­ble verneint de Maiz­ière die Frage, ob 15 Jahre nach Her­stel­lung der staatlichen Ein­heit noch eine Mauer im Kopf Ost­deutsche von West­deutschen trenne.

Die bei­den Baumeis­ter der deutschen Ein­heit stell­ten sich 15 Jahre nach deren poli­tis­ch­er Vol­len­dung im großen Saal der Akademie der Bun­deswehr für Infor­ma­tion und Kommunika­tion den Fra­gen des Mod­er­a­tors Dieter Her­rmann von der Deutschen Welle und der Schüler und Lehrer von Theodor-Fontane-Gym­na­si­um, Oberstufenzent­rum Märkisch-Oder­land und Lise-Meit­ner-Gesamtschule. Zuhör­er macht­en diese Mauer an unter­schiedlichen Einkom­mensver­hält­nis­sen fest und forderten von der Poli­tik, die Unter­schiede aufzuheben. Schäu­ble wie de Maiz­ière beriefen sich auf das Argu­ment der mar­o­den DDR-Wirtschaft und des immer noch mess­baren Pro­duk­tiv­ität­sun­ter­schieds zwis­chen Ost und West. Das ließen aber wed­er die OSZ-Lehrerin Moni­ka Eder (aus Bay­ern) noch Gym­nasi­ast Ralf Hoberg gel­ten: Dann müsste eben in qual­i­fizierte Arbeit­splätze investiert wer­den, forderten sie unter dem Beifall viel­er.

In ein­er zweit­en Ver­anstal­tung des vor Jahren von Staatssekretär a. D. Wern­er E. Ablaß ini­ti­ierten Tages der deutschen Ein­heit für Straus­berg­er Schulen an der AIK disku­tierten die früheren Botschafter der Nieder­lande Jan van der Tas, Polens Andrzej Krze­czunowicz und der DDR Bern­hard Neuge­bauer (bei der UNO) mit Ablaß den außen­poli­tis­chen Weg zur deutschen Ein­heit. Der Tag, an dem die DDR-Flagge vorm Uno-Gebäude einge­holt und das Namenss­child abmon­tiert wurde, wie Neuge­bauer erin­nerte, sah van der Tas und Krzeczunow­icz vor dem Fernse­her. “Die Vere­ini­gung Deutsch­lands war auch eine Stern­stunde mein­er Lauf­bahn”, bekan­nte der Nieder­län­der. “Sie hat uns ein Fen­ster nach dem West­en geöffnet”, sagte der Pole.

Am Abend hielt der frühere Gen­er­alin­spek­teur der Bun­deswehr Hans-Peter von Kirch­bach den Festvor­trag 50 Jahre Bun­deswehr — 15 Jahre Armee der Ein­heit eben­falls vor Schülern.

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