30. Juli 2005 · Quelle: MOZ

Blumberg: Ehrenfriedhof wird saniert

Blum­berg (mes) „Die Anlage ist einge­friedet und ste­ht unter Denkmalschutz. Das Kriegs­gräber­feld befind­et sich bei­der­seits des Zugangsweges zum Obelisk. Das dahin­ter liegende Hal­bron­dell ist die Liegestätte dreier großer Mas­sen­gräber, jet­zt mit Konifer­en bewach­sen.“ Die Beschrei­bung des Ehren­fried­hofs für Gefal­l­ene der Roten Armee in Blum­berg datiert vom 27. Mai 2000. Einst kon­nte sie bere­its von der Auto­bahn A 10 einge­se­hen wer­den. Heute versper­ren Schallschutzwand und dicht­es Blat­twerk der Bäume die Ansicht. Die eingezäunte Anlage, bei der es sich um eines der ersten Ehren­denkmäler, die im Berlin­er Umfeld nach dem Krieg errichtet wur­den, han­delt, macht einen ziem­lich ver­wahrlosten Ein­druck. Der Sock­el ist teil­weise bere­its so zer­fall­en, dass Ein­sturzge­fahr dro­ht. Kür­zlich fand von der Arbeits­ge­mein­schaft „Gedenkstät­ten Barn­im” eine Besich­ti­gung statt. Mit dabei auch Dag­mar Enkel­mann (Linkspartei), Bürg­er­meis­ter Wil­fried Gehrke, der stel­lvertre­tende Bauamt­sleit­er der Gemeinde Ahrens­felde-Blum­berg Thomas Meier sowie engagierte Bürg­er.

Etwa 300 Gefal­l­ene, vor­wiegend junge Sol­dat­en der Roten Armee, die noch in den let­zten Kriegsta­gen ihr Leben gaben, sind hier begraben. Auf den Boden­plat­ten aus Gran­it sind kyril­lis­che Buch­staben einge­meißelt, die Todes­dat­en haupt­säch­lich aus den let­zten April­t­a­gen 1945. „Wichtig ist dass die Anlage erhal­ten bleibt* um zu mah­nen”, so Bürg­er­meis­ter Gehrke.

Rund 60 000 Euro wird die Sanierung kosten, so Thomas Meier vom Bauamt der Gemeinde. Abhängig von der Bau­genehmi­gung wird voraus­sichtlich im Herb­st mit der Sanierung begonnen wer­den. Vorge­se­hen ist der kom­plette Rück­bau der Anlage und die Neuer­rich­tung des Sock­els sowie die Reini­gung des Obelisken. Derzeit ist man auf der Suche nach der ehe­mals vorhan­de­nen Gedenk­tafel, die Anfang der 90er Jahre ent­fer­nt wurde. „Wir sind sehr froh, dass wir jet­zt doch schon den Bauantrag stellen kon­nten”, freut sich Rain­er Schülke von der AG Gedenkstät­ten Barn­im. „Junge Men­schen gaben hier ihr Leben, um einen faschis­tis­chen Raubkrieg zu been­den, der Mil­lio­nen Men­schen entset­zlich­es Leid brachte. Wer weiß, wie Europa heute ausse­hen würde, hätte der Nation­al­sozial­is­mus damals gesiegt. Sowas darf nie vergessen wer­den.”

Die Arbeits­ge­mein­schaft betreut im gesamten Land­kreis Barn­im ins­ge­samt 29 Gedenkstät­ten.

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