12. November 2003 · Quelle: MOZ / LR

Brandanschläge in Pritzwalk fremdenfeindlich motiviert

(MOZ) Pritzwalk (dpa) Zwei Bran­dan­schläge der ver­gan­genen Tage in Pritzwalk
(Prig­nitz) waren nach Polizeierken­nt­nis­sen ein­deutig ausländerfeindlich
motiviert und wur­den von iden­tis­chen Tätern verübt. Wie Polizei und
Staat­san­waltschaft am Mon­tag mit­teil­ten, han­delt es sich bei den
Tatverdächti­gen um drei Män­ner und eine junge Frau im Alter von 17 bis 26
Jahren aus der Prig­nitz sowie aus Sach­sen-Anhalt. Das Amts­gericht Perleberg
erließ gegen sie Haft­be­fehle wegen vol­len­de­ter und ver­suchter Brandstiftung. 

Die mut­maßlichen Täter hat­ten am Fre­itag zunächst einen Asia-Imbiss in Brand
gesteckt, der völ­lig aus­bran­nte. Außer­dem ver­sucht­en sie, Feuer an einem
Dön­er-Imbiss in einem mas­siv­en Gebäude zu leg­en. Da dort zur Tatzeit
Men­schen in ihren Woh­nun­gen schliefen, hät­ten die Täter deren Tod zumindest
bil­li­gend in Kauf genom­men und sich damit des ver­sucht­en Mordes schuldig
gemacht, hieß es bei der Staat­san­waltschaft Neu­rup­pin. Das Amts­gericht habe
dies jedoch nicht als Haft­grund anerkannt. 

Gefasst wur­den die Verdächti­gen dank der Videoaufze­ich­nung aus ein­er nahe
gele­ge­nen Tankstelle, wo sie Ben­zin in eine Flasche gefüllt hat­ten. Zwei der
Tatverdächti­gen sind bere­its mehrfach wegen frem­den­feindlich motivierter
Straftat­en vorbestraft. 

Ob es einen Zusam­men­hang zwis­chen den Bran­dan­schlä­gen und gewalttätigen
Auseinan­der­set­zun­gen auf dem Pritzwalk­er Mark­t­platz am Woch­enende gibt, war
zunächst unklar. Nach Angaben des ermit­tel­nden Polizeiprä­sid­i­ums Potsdam
gibt es dafür bish­er keine Hin­weise. Am Sonnabend war bei den Vorfällen
unter anderem ein 16-Jähriger geschla­gen und gezwun­gen wor­den, sein Palästin
enser­tuch und einen Ruck­sack mit der Auf­schrift “Nazis raus!” öffentlich zu
verbrennen. 

Der viet­name­sis­che Betreiber des Asia-Imbiss­es, der 1983 als
Ver­tragsar­beit­er in die DDR gekom­men war, hat­te für seinen im Freien
ste­hen­den Imbis­s­wa­gen keine Ver­sicherung erhal­ten kön­nen. Die
Stadtver­wal­tung richtete für ihn und seine nun mit­tel­lose Fam­i­lie ein
Spendenkon­to bei der Sparkasse Prig­nitz (Kon­to-Nr. 1411002225, BLZ 16050101)
ein. Der durch den Brand ent­standene Sach­schaden wird auf rund 25 000 Euro
geschätzt. 

Bran­dan­schläge von Pritzwalk aufgeklärt

Haft­be­fehle gegen drei Män­ner erlassen / Spendenkon­to für betroffenen
Imbiss-Besitzer eingerichtet

(LR) Zwei Bran­dan­schläge der ver­gan­genen Tage in Pritzwalk (Prig­nitz) waren nach
Polizeierken­nt­nis­sen ein­deutig aus­län­der­feindlich motiviert und wur­den von
iden­tis­chen Tätern verübt. 

 

Wie Polizei und Staat­san­waltschaft gestern mit­teil­ten, han­delt es sich bei
den Tatverdächti­gen um drei Män­ner und eine junge Frau im Alter von 17 bis
26 Jahren aus der Prig­nitz sowie aus Sach­sen-Anhalt. Das Amtsgericht
Per­leberg erließ gegen sie Haft­be­fehle wegen vol­len­de­ter und versuchter
Brand­s­tiftung. Die mut­maßlichen Täter hat­ten am Fre­itag zunächst einen
Asia-Imbiss in Brand gesteckt, der völ­lig ausbrannte. 

Außer­dem ver­sucht­en sie, Feuer an einem Dön­er-Imbiss in einem massiven
Gebäude zu leg­en. Da dort zur Tatzeit Men­schen in ihren Woh­nun­gen schliefen,
hät­ten die Täter deren Tod zumin­d­est bil­li­gend in Kauf genom­men und sich
damit des ver­sucht­en Mordes schuldig gemacht, hieß es bei der
Staat­san­waltschaft Neu­rup­pin. Das Amts­gericht habe dies jedoch nicht als
Haft­grund anerkannt. 

Gefasst wur­den die Verdächti­gen dank der Videoaufze­ich­nung aus ein­er nahe
gele­ge­nen Tankstelle, wo sie Ben­zin in eine Flasche gefüllt hat­ten. Zwei der
Tatverdächti­gen sind bere­its mehrfach wegen frem­den­feindlich motivierter
Straftat­en vorbestraft. 

Ob es einen Zusam­men­hang zwis­chen den Bran­dan­schlä­gen und gewalttätigen
Auseinan­der­set­zun­gen auf dem Pritzwalk­er Mark­t­platz am Woch­enende gibt, war
zunächst unklar. Der viet­name­sis­che Betreiber des Asia-Imbiss­es, der 1983
als Ver­tragsar­beit­er in die DDR gekom­men war, hat­te für seinen im Freien
ste­hen­den Imbis­s­wa­gen keine Ver­sicherung erhal­ten können. 

 

Die Stadtver­wal­tung richtete für ihn und seine nun mit­tel­lose Fam­i­lie ein
Spendenkon­to bei der Sparkasse Prig­nitz (Kon­to-Nr. 1411002225, BLZ 16050101)
ein. 

Der durch den Brand ent­standene Sach­schaden wird auf rund 25 000 Euro
geschätzt.

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