29. Oktober 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Brandanschlag auf Lehnitzer Imbiss vor Gericht / Opferperspektive kritisiert Amt

LEHNITZ “Dop­pelt bestraft” wird nach Ansicht der “Opfer­per­spek­tive” ein 43-jähriger Grieche durch das Amt Oranien­burg-Land. Nach­dem sein Lehnitzer Dön­er-Imbiss im Juli angesteckt wurde, hat­te das Amt Ismaili D. aufge­fordert, den kaput­ten Wagen auf eigene Kosten zu beseit­i­gen.

Nach Angaben des Vere­ins, der Opfer recht­sex­tremer Gewalt berät, kann der Grieche das Geld nicht auf­brin­gen. Er lebt seit dem Brand von Sozial­hil­fe und hat außer­dem noch Schulden wegen des nicht abbezahlten und nicht ver­sicherten Wagens.

Der Imbiss­brand wird heute vor dem Oranien­burg­er Amts­gericht ver­han­delt. Von einem bren­nen­den Reifen hat­te das Feuer sich sein­erzeit aus­ge­bre­it­et. Aus einem beschle­u­nigten Ver­fahren war aus ver­schiede­nen Grün­den wenige Tage nach der Brand­s­tiftung nichts gewor­den.

Kay Wen­del von der “Opfer­per­spek­tive” beze­ich­net das Ver­hal­ten des Ord­nungsamtes als “abso­lut befremdlich. Hier wird ein Opfer eines Bran­dan­schlags dop­pelt bestraft. Erst wird seine wirtschaftliche Exis­tenz von Ras­sis­ten ver­nichtet, dann wird ihm von ein­er Behörde wegen der Fol­gen des Bran­dan­schlags mit ein­er Strafe gedro­ht”, so Wen­del. Aus­nahm­sweise sollte die Gemeinde Lehnitz, das Amt oder der Kreis für die Kosten der Mül­lentsorgung aufkom­men, schlägt Wen­del vor. Das Geld kön­nten sie sich anschließend von den Verur­sach­ern des Bran­des zurück­holen, stellt Wen­del fest.

Dazu Ord­nungsamt­sleit­er Roland Heigel: “Das Amt kann nicht ein­fach fremdes Eigen­tum ver­schrot­ten. Wir sind dem Geschädigten ent­ge­gengekom­men. Für eine möglichst gün­stige Entsorgung müsste er die einzel­nen Bestandteile des Wagens, wie Plas­tik und Met­all, voneinan­der tren­nen. Das Entsor­gen von Met­all ist beispiel­sweise kosten­los.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Wohin führt der Ruck nach rechts? Am 05.06. lud die Gedenkstätte Sach­sen­hausen zur Diskus­sion darüber, wie Erin­nerungskul­tur in Zeit­en des Recht­srucks lebendig bleiben kann.
INFORIOT — Vom 30. 05.–1.06. wollen sich Rock­er der Vere­ini­gun­gen „Sons of Future / Nomads“ aus Zehdenick und der „Bur­gun­den“ aus Schwedt/Oder zu ein­er zweitäti­gen „Vatertagsver­längerung“ tre­f­fen.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot