29. Oktober 2002 · Quelle: Treptower Antifa Gruppe

Nazidemo auf Halber Friedhof erlaubt


Neon­azis dür­fen am 17. Novem­ber 2002, dem so genan­nten Volk­strauertag, über den Fried­hof von Halbe marschieren — dies verkün­dete der Ham­burg­er Naz­iführer Chris­t­ian Worch
gestern stolz im Inter­net. Das Amt Schenken­länd­chen hat­te als Träger des Fried­hofs Halbe verge­blich ver­sucht, die Neon­azis vom Fried­hof fernzuhal­ten. Stattdessen soll­ten sich die Neon­azis aus­gerech­net auf dem Park­platz vor dem Fried­hof
ver­sam­meln. Dieser Ver­legungs-Ver­such stellt eine poli­tisch höchst frag­würdi­ge Vorge­hensweise dar. Denn genau auf diesem Platz vor dem Fried­hof ist bere­its seit ger­aumer Zeit eine antifaschis­tis­che Mahn — und Gedenkkundge­bung für die in Halbe beerdigten sow­jetis­chen Zwangsar­bei­t­erIn­nen und Wehrma­chts­de­ser­teure unter dem Mot­to “Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschis­mus” angemeldet. Hier sollen auch über­lebende Wider­stand­skämpfer des Nation­al­sozial­is­mus reden. Der Sprech­er des unab­hängi­gen Antifa-Bünd­niss­es, Sil­vio Kurz, erk­lärt hierzu: “Es scheint hier ver­sucht wor­den zu sein, eine Gedenkkundge­bung für die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus zugun­sten ein­er Glo­ri­fizierung von Nazi-Ver­brech­ern zu
ver­legen.”

Die genauen Dat­en der antifaschis­tis­chen Aktiv­itäten kön­nen Sie der Inter­net­seite www.halbe.da.ru ent­nehmen.

Der Anmelder des Nazi­auf­marsches hat mit ein­er Ver­fü­gungsklage vor dem Ver­wal­tungs­gericht Cot­tbus jedoch erre­icht, dass das Amt Schenken­länd­chen ihm seinen Antrag auf Nutzung des Fried­hofs “unter Beach­tung der Recht­sauf­fas­sung des Gerichts” neu beschei­den muß.

Dadurch bestärkt ruft die recht­sex­treme “Ver­samm­lungsleitung Halbe 2002” seine Kam­er­aden unge­niert dazu auf “…aktiv darin mitzuwirken, daß jed­er Ver­band der Wehrma­cht, Waf­fen-SS, Volkssturm und der Hitler­ju­gend, die in Halbe und Umge­bung gekämpft haben, sep­a­rat einen Kranz erhält…”.

Mit fre­undlichen Grüßen

Sil­vio Kurz


Trep­tow­er Antifa Gruppe (T.A.G.)

c/o Info­laden Daneben

Liebigstr. 34

10247 Berlin

(t) 0173.107.06.26

T.A.G.@firemail.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Rathenow — Ein wegen Gewalt­tat­en verurteil­ter NPD Stad­trat hat in Rathenow eine Kundge­bung für mehr „Sicher­heit“ angekündigt. Daraufhin bat ihn ein Christ­demokrat auch um par­la­men­tarische Hil­fe. Der Neon­azi soll einem CDU Antrag in der SVV zus­tim­men.
Die Rechte ist in manchen Regio­nen Ost­deutsch­lands stark gewor­den – und es kön­nte sein, dass sie nach den näch­sten Wahlen noch stärk­er ist. Jour­nal­ist Flo­ri­an Prokop hat das in Cot­tbus miter­lebt, wo er aufwuchs. Heute hält er Dis­tanz zur alten Heimat
Cot­tbus — Lars Schieske, Direk­tkan­di­dat bei den Land­tagswahlen, sym­pa­thisiert offen mit mil­i­tan­ten Recht­en.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot