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Antifaschismus

Brandenburg an der Havel: Proteste gegen Neonazi-Versammlung

Am 16. März wollen Jugendliche in Bran­den­burg an der Hav­el gegen Neon­azis demon­stri­eren. Die angemelde­ten Proteste der Antifa Jugend Bran­den­burg richt­en sich gegen eine Ver­samm­lung ein­er Ini­tia­tive, die sich u.a. für den in der Stadt inhaftierten Shoaleugn­er Horst Mahler ein­set­zt. Ein weit­er­er, allerd­ings noch unbes­timmter Fak­tor im Ver­samm­lungs­geschehen des Tages ist ein für das­selbe Datum in Dessau-Roßlau angekündigter Auf­marsch der Partei Die.RECHTE.

Antifa Jugend Bran­den­burg will protestieren

50 Men­schen, so heißt es, wollen am Sam­stag, den 16. März 2019, im Rah­men ein­er Kundge­bung auf dem Neustädtis­chen Markt gegen eine Ver­samm­lung von Neon­azis protestieren. Die Gegen­ver­anstal­tung sei von der „Antifa Jugend Bran­den­burg“ am Fre­itag­mit­tag bei der Polizei angemeldet worden.

Als Ver­samm­lungsleit­er wurde Linken-Kreisvor­stand Daniel Her­zog benan­nt. Der Parteiver­ant­wortliche für die The­men Willkom­men­skul­tur und Antifa bestätigte diese Angaben gegenüber Press­eser­vice Rathenow. Er erwarte bunte und friedliche Proteste gegen die Neonazis.

Auch die Bran­den­burg­er Linksju­gend ‘Sol­id hat die Neon­aziver­samm­lung bere­its im kri­tis­chen Blick­feld. In einem vor kurzem im Social­me­dia veröf­fentlicht­en Press­es­tate­ment wiesen die jun­gen Leute auf diese Ver­anstal­tung und ihren geschichtsver­fälschen­den Charak­ter hin. Die Linksju­gend befürchtet durch der­ar­tige Zusam­menkün­fte sowie durch ver­mehrt in der Stadt reg­istri­erte Pro­pa­gan­daak­tiv­itäten ein Erstarken der neon­azis­tis­chen Szene in Bran­den­burg an der Havel.

Havel­län­der Neon­azis wollen sich für Horst Mahler einsetzen

Angemeldet sei die Neon­azi-Ver­samm­lung als sta­tionäre Kundge­bung für den Bere­ich Kathari­nenkirch­platz / Haupt­straße. Der Ver­anstal­tungs­be­ginn wird um 14.00 Uhr erwartet. Bei dem Anmelder soll es sich um einen NPD Funk­tionär aus Rathenow (Land­kreis Havel­land) handeln.

Im Inter­net ruft allerd­ings bish­er auss­chließlich die Ini­tia­tive „Tag der poli­tis­chen Gefan­genen“ zu der Ver­samm­lung auf. Deren Verbindung zum neon­azis­tis­chen Milieu ist jedoch offen­sichtlich. Bekan­nte, recht­skräftig wegen Volksver­het­zung verurteilte und zur Zeit in Gefäng­nis­sen ihre Strafe absitzende Gal­lions­fig­uren der Neon­azi-Szene, wie die Holo­caustleug­nen­den Ursu­la Haver­beck und Horst Mahler wer­den auf der Inter­net­seite der Ini­tia­tive als „poli­tis­che Gefan­gene“ dargestellt und deren Frei­heit gefordert.

Bei ein­er ersten Ver­anstal­tung von Neon­azis zum „Tag der poli­tis­chen Gefan­genen“ im ver­gan­genen Jahr in Pots­dam erschienen unge­fähr 40 Teil­nehmende aus NPD/JN, III. Weg und so genan­nten Freien Kräften. Bei dieser Ver­samm­lung sprach auch der Chem­nitzer Anwalt Mar­tin Kohlmann. Dieser gilt als eine Schlüs­selfig­ur der extrem recht­en Szene in Sach­sen. Als Sze­nean­walt vertei­digte er die Neon­azi-Ter­ror­is­ten der „Gruppe Fre­ital“ und als poli­tis­ch­er Aktivist ist er mit dem Vere­in „Pro Chem­nitz“ sel­ber im Milieu präsent. Bun­desweit wurde Kohlmann durch Anmel­dung mehrerer extrem rechter Großaufmärsche ab August 2018 in Chem­nitz bekannt.

RECHTE Auf­marsch in Dessau-Roßlau am sel­ben Tag

Die bun­desweite Ver­net­zung der Neon­azi-Struk­turen im Bere­ich Hav­el-Nuthe kön­nte übri­gens auch im Hin­blick auf eine weit­ere Ver­samm­lung am 16. März 2019 eine Rolle spie­len. Für diesem Tag will näm­lich Die.RECHTE Nieder­sach­sen im 90km südlich von Bran­den­burg an der Hav­el ent­fer­n­ten Dessau-Roßlau (Sach­sen-Anhalt) eben­falls einen Auf­marsch ab 12.00 Uhr durchführen.

Akteure der Nieder­säch­sis­chen RECHT­En sowie ihr nah­este­hende Neon­azis gel­ten als hochflex­i­bel und reise­freudig. Ihre Mobil­ität gibt ihnen die Möglichkeit mehrere Ver­samm­lun­gen an einem Tag durchzuführen bzw anzus­teuern. Außer­dem sind sie im Umgang mit den Ver­samm­lungs­be­hör­den erfahren. Aus Kundge­bun­gen her­aus wer­den, wie zulet­zt am 19. Feb­ru­ar 2019 in Dessau-Roßlau OT Roßlau, Spon­tan­märsche angemeldet.

Und auch die RECHTE, die gele­gentlich bei Ver­anstal­tun­gen mit der NPD kooperiert, nutzt die Holo­caustleug­nen­den als Gal­lions­fig­uren. Ursu­la Haver­beck führt beispiel­sweise die RECHTE-Kan­di­daten­liste für die Europawahl 2019 an. RECHTE-Sym­pa­thisierende aus Sach­sen-Anhalt führten zudem mehrfach Kundge­bun­gen in Dessau-Roßlau durch, bei der Frei­heit für den in der JVA Bran­den­burg an der Hav­el ein­sitzen­den Horst Mahler gefordert wurde.

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