17. Mai 2005 · Quelle: Aktionsbündnis

Brandenburg braucht keine Gentechnik auf seinen Feldern

Das Aktions­bünd­nis für eine
gen­tech­nikfreie Land­wirtschaft in Berlin und Bran­den­burg stellte heute,
11 Uhr, im Haus der Natur in Pots­dam) das Pro­gramm zu sein­er
Aktionswoche vor. Bei der Gele­gen­heit wurde auch über die aktuelle
Anbausi­t­u­a­tion gen­tech­nisch verän­dert­er Mais­sorten in Bran­den­burg
informiert.

Vom 16. bis 22. Mai ver­anstal­tet das Bünd­nis eine Aktionswoche u.a. mit
Info-Stän­den auf berlin­er Wochen­märk­ten, Filmvor­führung, Kennze­ich­nung
der GVO-Mais­felder, Trak­torde­mo sowie Rad­touren zu den
Gen­tech­nik-Feldern. (Eine Ter­minüber­sicht find­en Sie im Anhang.)

Mit den Aktio­nen in dieser Woche wird auf den GVO-Anbau in Bran­den­burg
hingewiesen und über die damit ein­herge­hende Gefährdung der
gen­tech­nikfreien Land­wirtschaft informiert. In Bran­den­burg gilt dies in
beson­der­er Weise für den ökol­o­gis­chen Land­bau. Dieser wird hier bere­its
auf etwa zehn Prozent der land­wirtschaftlichen Fläche prak­tiziert. Seine
Pro­duk­te genießen — zum Beispiel in dem für die Region bedeu­ten­den
Absatz­markt Berlin — hohes Ver­trauen, die Betriebe schaf­fen und sich­ern
wichtige Arbeit­splätze. Demge­genüber ist die Gen­tech­nolo­gie ihren
Nach­weis bish­er schuldig geblieben, Pro­duk­te von hoher Qual­ität zu
liefern und gle­ichzeit­ig Arbeit­splätze zu sich­ern. Insofern ist die
Aus­sage des bran­den­bur­gis­chen Wirtschaftsmin­is­ters Ulrich Jung­hanns
(CDU) für die Bünd­nis­sprecherin Nora Mannhardt vom Bund für Umwelt und
Naturschutz (BUND) völ­lig unver­ständlich: “Wenn der Min­is­ter sagt, Wir
brauchen die grüne Gen­tech­nik., dann liegt er falsch. Was wir brauchen,
das sind Ver­braucherin­nen und Ver­brauch­er, die der land­wirtschaftlichen
Pro­duk­tion ver­trauen. Dieses Ver­trauen lässt sich aber mit der
Gen­tech­nik — zurecht — nicht her­stellen.”

Cor­nelia Schmidt, Bäuerin aus der Prig­nitz und Mit­glied in der
Arbeits­ge­mein­schaft bäuer­liche Land­wirtschaft (AbL), fügt hinzu: “Der
Maiszünsler ist nur in weni­gen Regio­nen Deutsch­lands und Bran­den­burgs
über­haupt ein Prob­lem. Er kann mit ein­fachen agronomis­chen Mit­teln
bekämpft wer­den. Anders gesagt: Wer in einem Befalls­ge­bi­et Mais in
Monokul­tur anbaut und die pflan­zlichen Reste im Win­ter nicht häk­selt und
unterpflügt, der züchtet sich seinen per­sön­lichen Schädling. Gen­tech­nik
brauchen wir nicht!”

Anfang Feb­ru­ar wur­den 500 Hek­tar Gen-Mais­flächen für das Land
Bran­den­burg angemeldet. Nach zahlre­ichen Aktiv­itäten seit­ens
benach­barter Land­wirte, Ver­pächter, engagiert­er Bürg­er, Kirchen­vertreter
und Umweltschützer — nicht zulet­zt auch mit Unter­stützung des Bünd­niss­es
— wur­den ein Großteil der Flächen zurück gezo­gen. So kon­nte die Fläche
auf 147 Hek­tar reduziert wer­den. Damit ist Bran­den­burg nicht mehr das
Bun­des­land mit der größten Anbau­fläche.

Das Aktions­bünd­nis für eine gen­tech­nikfreie Land­wirtschaft in Berlin und
Bran­den­burg (aglbb) set­zt sich für den Schutz der gen­tech­nikfreien
Land­wirtschaft ein. Es unter­stützt Bäuerin­nen und Bauern bei der
Grün­dung gen­tech­nikfreier Regio­nen.

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