22. Juni 2013 · Quelle: Indymedia

[Brandenburg] Freeparty von Bullen gesprengt

Teknival in der Lausitz wurde von zahlreichen Bullen gestört. Trotz friedlicher TeilnehmerInnen dennoch 4 Gewahrsamnahmen. Verhältnismäßigkeit der Mittel in Frage gestellt.

Am 14. Juni trafen sich in der Nähe von Dober­lug-Kirch­hain in der Lausitz auf einem weitläu­fi­gen ehe­ma­li­gen Mil­itärsper­rge­bi­et ca. 150 Musik­begeis­terte.
Da der Ort weit von jed­er Ortschaft ent­fer­nt lag wurde er speziell aus­gewählt, um keine Anwohner­In­nen zu belästi­gen. Geplant war Tekno mit Leuten aus Deutsch­land und ganz Europa zu zele­bri­eren.
Dabei han­delte es sich um eine aus­drück­lich unkom­merzielle Ver­anstal­tung, bei der selb­st-ver­wal­tete Soundsys­teme eigen­ver­ant­wortlich und kreativ sind.
Diese Tekni­vals oder Freepar­tys wollen dabei einen Gegen­pol zur kom­merzial­isierten und regle­men­tierten Clubkul­tur darstellen. Dabei wer­den brach­liegende Flächen tem­porär beset­zt und hin­ter­her sauber wieder ver­lassen.

In der ersten Nacht wurde ungestört und friedlich gefeiert. Am Sam­stag mor­gen dann erschienen 2 in grün gek­lei­dete Nicht­begeis­terte und woll­ten die Ver­ant­wortlichen erre­ichen.
Da es solche aber bei diesem Konzept nicht gibt, kon­nten auch keine genan­nt wer­den. Daraufhin ver­ließen bei­de wieder die Szener­ie.
Gegen 14 Uhr taucht­en dann ca. 20 Bullen auf um die Musik aus­machen zu lassen. Dies wurde nach eini­gen Diskus­sio­nen auch getan. Als dann aber im weit­eren Ver­lauf das Stro­mag­gre­gat beschlagnahmt wer­den sollte ver­hin­derten einige Ver­anstal­tung­steil­nehmerIn­nen dies, indem sie friedlich sel­biges umstell­ten. Daraufhin zogen die Bullen wieder ab, um kurz darauf zusam­men mit ein­er Beweis­sicherungs- und Fes­t­nah­meein­heit (BFE) das Gelände zu betreten. Das Aggre­gat wurde abtrans­portiert, alles blieb friedlich.
Ca 1,5 h später kamen die Bullen erneut und mit Ver­stärkung. Sämtliche Teil­nehmerIn­nen wur­den umkreist und es sollte bei allen eine Iden­titäts­fest­stel­lung stat­tfind­en. Min­destens 3 Per­so­n­en wur­den äußerst grob von mehreren schw­er Gepanz­erten ange­fall­en und dabei auch zum Teil ver­let­zt.
Die halt­losen Anschuldigun­gen waren dabei ange­bliche Angriffe auf die Bullen. Bei einem Beschuldigten wurde ein Getränk in der Hand als Waffe aus­gelegt und diesem aus einem Meter Ent­fer­nung die volle Pfef­fer­spray­ladung ins Gesicht gesprüht, dem Anderen ein Streifen der Uni­form als Schla­gen von hin­ten aus­gelegt.
Dies wurde mit Anzeigen wegen ver­suchter Kör­per­ver­let­zung und Wider­stand gegen Voll­streck­ungs­beamte quit­tiert. Hinzu kam eine Anzeige wegen Belei­di­gung. Eine weit­ere Per­son hat­te keinen Ausweis dabei. Alle 4 wur­den gefes­selt, bru­tal zu Boden gewor­fen und zur Bul­lenwache nach Fin­ster­walde ver­bracht, wo sie Erken­nungs­di­en­stlich (ED) behan­delt wer­den soll­ten.
Desweit­eren wurde auf 2 Hunde mit der Waffe gezielt und den BesitzerIn­nen der Gebrauch sel­biger ange­dro­ht.

Dies alles wurde von den Bullen im Fol­gen­den als Ver­such der Deeskala­tion dargestellt, um den mas­siv­en Ein­satz zu recht­fer­ti­gen und die Teil­nehmerIn­nen zu krim­i­nal­isieren. Vor allem im Spiegel des friedlichen Agierens der BesucherIn­nen, drängt sich dabei die Frage nach der Ver­hält­nis­mäßigkeit auf. Selb­st eine Vielzahl der Bullen meinte, dass von der Ver­anstal­tung keine Störung, geschweige denn Gefahr aus­ge­gan­gen sei.

Wir wollen die von den Bullen aus­ge­hende willkür­liche Gewalt nicht taten­los hin­nehmen!
Sol­i­darisiert euch mit den von Polizeige­walt Betrof­fe­nen, hier und über­all!

BOYUN EGMERAVE ONAND FIGHT FOR YOUR RIGHT

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