21. Mai 2010 · Quelle: Antifaschistische Aktion Bernau

Brandenburg Nazifrei heißt Bernau Nazifrei!

Am 29. Mai in Bernau: Nazis stoppen!

Knapp 5 Jahre ist es her, seit zulet­zt Nazis durch Bernau marschierten. Inner­halb eines Jahres kam es zu 5 Demon­stra­tio­nen. Doch so schnell der Aktion­is­mus kam, so schnell verg­ing er wieder. Maßge­blich dafür ver­ant­wortlich war der dama­lige „Märkische Heimatschutz“ (MHS) , eine der aktivsten Kam­er­ad­schaften Bran­den­burgs. Der MHS ver­net­zte bis zu sein­er Auflö­sung 2006, Nazis aus dem Nor­dosten Bran­den­burgs sowie Berlin als auch Meck­len­burg Vor­pom­mern.

 

Alles alter Kaf­fee…

 

Seit 2008 ver­sucht die „Kam­er­ad­schaft Märkisch Oder Barn­im“ (KMOB)sich als Nach­fol­ger des MHS zu etablieren. Doch bish­er sug­geriert nur der Gebi­et­sanspruch eine Ähn­lichkeit zum MHS. Mit ihren soge­nan­nten „Märkischen Aktionswochen“ wollen sie nun aber beweisen, dass sie auch im Punkt sinnlosem Aktion­is­mus dem MHS nicht nach­ste­hen wollen. Ab dem 29. Mai will die Kam­er­ad­schaft an jedem Woch­enende durch einen Ort im Nor­dosten Bran­den­burgs marschieren. Dabei bedi­enen sie sich pop­ulis­tis­ch­er Aufhänger, die bere­its in der Ver­gan­gen­heit von ver­schiede­nen Recht­en und Nazis genutzt wur­den. Nicht ver­wun­der­lich also, dass sich in Man­schnow und Joachim­sthal das Mot­to gegen Sex­u­al­straftäter richtet. Bere­its 2008 und 2009 organ­isierten NPD und KMOB gemein­sam Kundge­bun­gen und Demon­stra­tio­nen unter dem Mot­to „Höch­st­strafe für Kinder­schän­der“.

 

In Bad Freien­walde und Eber­swalde wer­den die The­men allerd­ings mak­aber: Die KMOB ruft für den 5. Juni „gegen linke Gewalt“ in Eber­swalde auf, unmit­tel­bar in zeitlich­er Nähe zum 10. Todestag von Falko Lüd­ke, einem linken Punk, der durch einen Nazi zu Tode gekom­men ist. Ähn­lich wie in Bad Freien­walde wer­den hier auf wider­liche Weise Tat­sachen ver­dreht und aus Tätern Opfer gemacht: In der Nacht vom 12. zum 13. Juni 2008 bran­nte der alter­na­tive Jugend­club „Maquis“ in Bad Freien­walde ab — der Täter: Mar­cel Stechert, KMOB. Zwei Jahre später will die KMOB „für ein freies Jugendzen­trum“ demon­stri­eren. Bere­its im Vor­jahr hielt die KMOB, eben­falls am Jahrestag des Bran­dan­schlages auf den links-alter­na­tiv­en Tre­ff, eine Mah­nwache gegen „linke Gewalt“ ab.

 

Auch in Bernau wollen sie „für ein freies Jugendzen­trum“ demon­stri­eren, und auch hier ist dies kein neues The­ma der Nazis. Bere­its 2005 starteten lokale Nazis eine Kam­pagne gegen den Jugend­club DOSTO, die am 22. Jan­u­ar 2006 mit ein­er Demon­stra­tion gegen den Jugendtr­e­ff und einem Rohrbombe­nan­schlag auf sel­bi­gen ihren Höhep­unkt fand. Schon immer ist das DOSTO, das für sein antifaschis­tis­ches Engage­ment bekan­nt ist, den Nazis ein Dorn im Auge. Seit eini­gen Wochen nehmen die Aktiv­itäten gegen den Jugend­club wieder zu. Nazis aus Bernau und Umge­bung reißen Ver­anstal­tungsplakate ab oder besprühen diese und kleben Aufk­le­ber auf das Ein­gangstor. Vor kurzem ver­sucht­en Nazis aus dem Umfeld der KMOB eine Ver­anstal­tung im Jugend­club zu stören.

 

Auf­takt des Demo-Marathons in Bernau

Neben den bere­its erwäh­n­ten lokalen Struk­turen, kann die KMOB am 29. Mai auf Unter­stützung der NPD Ver­bände Barn­im-Uck­er­mark und Märkisch-Oder­land hof­fen. So ist das Bernauer Umland vie­len NPD Aktivis­ten und Sym­pa­thisan­ten bestens bekan­nt, da die NPD am Biesen­thaler Wukensee seit 2008 ein eigenes Gelände nutzen kann. In den ver­gan­genen Jahren fan­den dort mehrfach Naz­ifeiern und Konz­erte statt. Auch nach dem Aus­tritt Mike Sandows1 aus der NPD wird das Gelände u.a. von der Nazi-Band „Preußen­front“ um dem Bernauer DVU — Aktivis­ten Kai Has­sel­mann genutzt. Has­sel­mann führte 2006 die Demon­stra­tion gegen den örtlichen Jugendtr­e­ff an. 2008 organ­isierte Gesine Hen­nrich („Front­bann 24“, EX-NPD Vor­sitzende Berlin-Mahrzahn) auf dem Biesen­thaler Gelände ein über­re­gionales NPD Fest. Sehr absurd klingt deshalb auch der Bernauer KMOB Aufruf: „Für ein nationales Jugendzen­trum“. So wurde Hen­nrich doch erst Ende 2009 vom Bernauer Amts­gericht zu 7 Monat­en Frei­heit­strafe ohne Bewährung wegen dem Spie­len volksver­het­zen­der und jugendge­fährden­der Musik verurteilt. Auch eine andere DVU-Aktivistin aus Bernau, Veron­i­ca Urban, sorgt hier für den Nach­wuchs und schickt ihre Kinder zu Demon­stra­tio­nen, die alles andere als kinder­fre­undlich sind2.

Diese Nazis wollen also für die Jugend auf die Straße gehen? Dabei steckt hin­ter ihren Parolen und ihrem Auftreten nichts weit­er als men­schen­ver­ach­t­ende Pro­pa­gan­da! Wir wer­den nicht zulassen, dass sie diese in Bernau bre­it machen kön­nen.

 

Wenn Nazis in Bernau marschieren, wer­den wir sie stop­pen!

Wir wollen den Nazis gle­ich zu Beginn ihres Demo-Marathons die Lust am marschieren nehmen! Um dies zu schaf­fen, müssen wir für diesen Tag alle Kräfte bün­deln und ver­hin­dern, dass die Nazis auch nur einen Schritt gehen kön­nen! Also kommt am 29. Mai nach Bernau und stellt euch mit uns den Nazis in den Weg.

NAZIS stop­pen: Bernau 29. Mai – 10.00 Uhr Bahn­hof.

 

Bran­den­burg Naz­ifrei heißt Bernau Naz­ifrei! Alle Infos zu Bernau und zu den anderen Städten find­et ihr unter www.brandenburg-nazifrei.de

1Mike Sandow ist ehe­ma­liger Vor­sitzen­der des NPD Kreisver­ban­des und Geschäfts­führer der Dev­as­ta GmbH, die das Gelände in Biesen­thal betreibt. Im Jan­u­ar teilte er mit, aus der NPD aus­gestiegen zu sein: http://biesenthal.blogsport.de/2010/04/21/mike-sandow-ist-nicht-mehr-in-der-npd/

2Bsp: Am 10.10.2009 in Berlin gab es mehrfach Ver­suche gewalt­sam den Demon­stra­tionszug zu durch­brechen um auf Gegendemonstrant_innen los zuge­hen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Barn­im – Am 10.10.2019 wur­den in ein­er koor­dinierten Aktion Geflüchtete aus ver­schiede­nen Orten in Bran­den­burg von der Polizei abge­holt und zwangsweise in die Botschaft des Tschad nach Berlin gebracht.
Barn­im – Schul­ter­schluss mit NPD und das Ausleben von Law and Order Phan­tasien – Hans Link ist Box­train­er, Chef ein­er Secu­ri­ty Fir­ma unter dessen Deck­man­tel er Anti-Antifa Recherche betreibt.
Bernau – Das Net­zw­erk für Weltof­fen­heit lädt zum Erzählcafé am 01.11.2019 um 19.00 Uhr in der Galerie Bernau. Der Abend dient zum Aus­tausch von erlebten Geschichte(n) zu 1989 aus unter­schiedlichen per­sön­lichen Per­spek­tiv­en.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot