12. August 2009 · Quelle: Inforiot

Braunes Gedenken dezentral

Bran­den­burg — Im Inter­net kündi­gen Neon­azis für den 17. August Flash­mobs an, um an den Todestag des NS-Kriegsver­brech­ers Rudolf Heß zu erin­nern. Wie auf ein­er eigens ein­gerichteten Web­site bekun­det wird, sollen sich im gesamten Bun­des­ge­bi­et um jew­eils 19:30 Uhr Per­so­n­en zusam­men­find­en, um Heß mit dem öffentlichen Ver­lesen sein­er let­zten Worte im Rah­men der Nürn­berg­er Prozesse zu ehren. Nach der Verkün­dung sein­er lebenslan­gen Haft­strafe sagte Heß unter anderem: “Stünde ich wieder am Anfang, würde ich wieder han­deln wie ich han­delte.”

Auch in Cot­tbus, Fürsten­walde, Königs Wuster­hausen und anderen Orten Bran­den­burgs haben Recht­sradikale für den kom­menden Mon­tag der­ar­tige Aktio­nen angekündigt. Nach dem gerichtlichen Ver­bot des Heß-Gedenkmarschs im fränkischen Wun­siedel im ver­gan­genen Jahr, scheint die rechte Szene nun den Ver­such zu unternehmen, durch dezen­trale Ver­anstal­tun­gen auf sich aufmerk­sam zu machen.

Seit seines Todes im alli­ierten Kriegsver­brecherge­fäng­nis Berlin-Span­dau im August 1987 wird Rudolf Heß von Neon­azis als “Mär­tyr­er” verehrt. Die Szene nimmt seinen Tod seit Jahren zum Anlass, zu Großaufmärschen zu mobil­isieren. Dabei nutzt sie den Mythos eines ver­hin­derten Paz­i­fis­ten Heß, um Neon­azis jed­wed­er Couleur in das Gedenken einzu­binden.

Angekündigt Aktio­nen im Land Bran­den­burg:

  • Bernau (Mark­t­platz)
  • Brüs­sow (Markt)
  • Cot­tbus (Alt­markt am Brun­nen)
  • Eisen­hüt­ten­stadt (Lin­de­nallee an der Dis­co Mag­net)
  • Elster­w­er­da (Mark­t­platz)
  • Falkensee (Rathaus)
  • Fürsten­walde (Mark­t­platz am Dom)
  • Groß Beu­chow (Fußballplatz)
  • Königs Wuster­hausen (Stadt­brun­nen)
  • Lübben (Schloßin­sel)
  • Peitz (Mark­t­platz vor dem Rathaus)
  • Ruh­land (Mark­t­platz)
  • Schwarzhei­de (Wasser­turm)
  • Sen­ften­berg (Neu­markt vor der Apotheke)
  • Vetschau (Mark­t­platz)

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