30. Januar 2012 · Quelle: Antifaschistisches Netzwerk [AFN]

Break the Silence!

Neue Infobroschüre zu (Neo)naziaktivitäten in Brandenburg an der Havel verteilt

Am ver­gan­genen Sam­stag macht­en engagierte Bürger_innen auf dem Neustädtis­chen Markt in Bran­den­burg an der Hav­el durch die Verteilung ein­er neuen Info­broschüre mit dem Titel „Break the silence!“ auf die kon­tinuier­lichen (Neo)naziaktivitäten in der Stadt aufmerk­sam.

Die elf­seit­ige Doku­men­ta­tion lis­tet, begin­nend in den 1990er Jahren, eine Vielzahl von (Neo)nazis durchge­führten Aktio­nen, began­genen Delik­ten und verübten Ver­brechen auf, die den Ein­druck hin­ter­lassen, dass in Bran­den­burg an der Hav­el ein gün­stiges Kli­ma für das (neo)nazistische Milieu herrsche. Auf­fäl­lig dabei ist die starke Zunahme von Pro­pa­gan­daak­tiv­itäten bei ein­er gle­ichzeit­ig rück­läu­fi­gen Zahl der Gewalt­straftat­en. „Dies“, so die Verfasser_innen der Broschüre, hänge „mit dem zunehmenden Engage­ment der NPD zusam­men“. Diese (neo)nazistische Organ­i­sa­tion set­ze „im Zuge ihres Struk­tu­rauf­baus auf ein ver­meintlich friedlich­es Image, dass sie jedoch bei Betrau­ung mit poli­tis­ch­er Ver­ant­wor­tung – gemäß ihrer Pro­gram­matik – able­gen wird.“ Tat­säch­lich würde dann die „Gewalt“ in „Unrechts­ge­set­ze“ ver­packt und qua­si legal­isiert. „Der“ momen­tan „rück­läu­fige Trend bei Gewalt­de­lik­ten“ ver­leite „somit zu einem Trugschluss“.

Dutzende der neuen Broschüren wur­den am ver­gan­genen Sam­stag an inter­essierte Men­schen verteilt. Einige Ange­sproch­ene schienen jedoch der mit Quellen belegten Auflis­tung nicht zu trauen. Sie beriefen sich auf die etablierten Medi­en, in der über der­ar­tige Dinge kaum oder nur herun­ter­spie­lend berichtet wird. Erst im Dezem­ber titelte beispiel­sweise die Lokalaus­gabe ein­er großen Tageszeitung, dass es in Bran­den­burg an der Hav­el zwar (Neo)nazis gäbe, jedoch „keine feste(n) Nazi-Struktur(en)“ bekan­nt seien, obwohl lokale Antifaschist_innen in den Vor­monat­en immer wieder auf Aktiv­itäten der NPD Orts­gruppe sowie örtlich­er „Freier Kräfte“ hin­wiesen. Ein alter­na­tives Infor­ma­tion­sange­bot durch die Bere­it­stel­lung der neuen Broschüre war deshalb unbe­d­ingt erforder­lich.

Mit Hil­fe der Doku­men­ta­tion wird jedoch nicht nur informiert, son­dern auch zu „einem gemein­samen, präven­tiv­en und auch aktiv­en Han­deln gegen den (Neo)nazismus in Bran­den­burg an der Hav­el“ aufgerufen. „Prob­leme wer­den nicht gelöst, indem sie aus­ge­sessen wer­den, es sind Her­aus­forderun­gen, denen wir uns sou­verän stellen und diese dann natür­lich auch bewälti­gen müssen“, so die Verfasser_innen der Broschüre.

Am 15. Feb­ru­ar 2012 find­et übri­gens um 18.00 Uhr in der Bran­den­burg­er Havel­straße eine Gedenkver­anstal­tung für den im Jahr 1996 von einem (Neo)nazi ermorde­ten Sven Beuter statt.

Down­load Broschüre „Break the Silence!“ (PDF 524 kB)

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