6. Juni 2008 · Quelle: Antifaschistische Gruppen im Westhavelland

Brutaler Angriff in Premnitz

Es war sicher­lich nicht das erste Mal das W., der sich seit Jahren zur Prem­nitzer Punkszene beken­nt, einen Über­griff durch (Neo)nazis erlebte. Seit Jahr(zehnt)en geht das braune Milieu bere­its gegen die Ange­hörige dieser Sub­kul­tur vor. 1998 bekam W. u.a. mit, wie zwei sein­er Fre­unde von mehreren (Neo)nazis, von denen ein Teil im heuti­gen NPD Kreisver­band Hav­el Nuthe aktiv ist, in einem Gar­ten­tr­e­ff­punkt über­fall­en und u.a. mit einem Mess­er niedergestochen wurden.

Es sei inzwis­chen ruhiger gewor­den seit jenen Tagen, hörte er immer wieder. Doch die Ruhe ist plöt­zlich vor­bei, wenn man sel­ber betrof­fen ist. So wie am ver­gan­genen Woch­enende. W. war ger­ade in ein­er kleinen Lokalität in Prem­nitz — Süd um den Abend ausklin­gen zu lassen, als der braune Mob, dass heißt min­destens drei (Neo)nazis, auf­taucht­en. W., der sein­er­seits nicht auf Ärg­er aus und sich der Gefahr wiederum bewusst war, ver­suchte zu ver­schwinden. Doch die drei Angreifer holten ihn in der Thomas Mann Straße ein und gin­gen dann auf ihn los. Schläge, Tritte, schließlich ein Flasche über den Kopf und zum Abschluss noch einen Messer­stich in den Oberkörper. 

Kühl und emo­tion­s­los gin­gen die Täter vor, der blutige Über­fall nicht ihre erste Straftat, nicht ihr erstes Ver­brechen. Vor fast exakt drei Jahren ver­sucht­en sie Brand­sätze gegen den örtlichen Jugend­club, der im Milieu als “Zeck­en­club” ver­has­st ist, zu schleud­ern, wur­den jedoch kurz zuvor von der Polizei dingfest gemacht. Verurteilt wur­den sie trotz­dem, wegen Pla­nung eines Ver­brechens, wenn auch mit ger­ingfügi­gen Strafen. Weit­ere Delik­te fol­gten, ohne jedoch das staatliche “Erziehungsmeth­o­d­en” ihre Wirkung zeigten.

Im Gegen­teil, der Täterkreis nen­nt sich seit ger­aumer Zeit selb­st­be­wusst “Nationale Sozial­is­ten Prem­nitz” und ist im regionalen (Neo)nazibund “Freie Kräfte West­havel­land” organ­isiert. Plaka­tiv nimmt die Gruppe an Nazi­aufmärschen, wie in Dres­den, Lud­wigs­felde oder Tanger­münde teil oder verteilt für den NPD Kreisver­band Hav­el Nuthe deren Pub­lika­tion “Havel­land Stimme”.

Gibt es also in Prem­nitz eine aktive (Neo)naziszene und ist diese gefährlich? Wenn es nach dem derzeit­i­gen Bürg­er­meis­ter und der schweigen­den Mehrheit geht offen­bar nicht. “Der Wirtschafts­stan­dort darf nicht gefährdet wer­den” und “solange die nicht ver­boten sind” …

… müssen W. und seine Fre­unde offen­bar ver­bale und physis­che Erniedri­gun­gen des Prem­nitzer (Neo)nazimilieus weit­er­hin ertragen. 

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