8. Januar 2003 · Quelle: Chamäleon e.V.

Bündnisdemonstration in Potsdam gegen rechte Gewalt

Aus Anlass des Naz­iüber­falls auf das Vere­ins­ge­bäude des Chamäleon e.V.
in der Sylvester­nacht demon­stri­ert am kom­menden Sam­stag in Pots­dam ein
bre­ites Bünd­nis unter dem Mot­to „Den recht­en Vor­marsch stop­pen, in
Pots­dam und über­all — Für eine emanzip­ierte Jugendkultur“. 

Der Angriff von 50 Neon­azis auf den Vere­inssitz des gemeinnützigen
Jugend- und Kul­turvere­ins Chamäleon e.V. war jedoch nur der Höhepunkt
ein­er lan­gen Rei­he recht­sex­tremer Über­griffe in Pots­dam. Seit August
let­zten Jahres häufen sich die Gewalt­tat­en vor allem
recht­sori­en­tiert­er Jugendlich­er — aber auch Erwach­sen­er – gegen
Per­so­n­en, die nicht in ihr ras­sis­tis­ches Welt­bild passen. Opfer sind
dabei zumeist Migran­tInnen, Flüchtlinge und Andersdenkende. 

Auch die Tat­sache, dass es in Pots­dam im genan­nten Zeitraum die ersten
drei Demon­stra­tio­nen Rech­tradikaler inner­halb der let­zten 10 Jahren
gab, zeigt deut­lich, dass ihr recht­sex­tremes Gedankengut immer weitere
Ver­bre­itung find­et und sich schein­bar offen äußern kann. 

Dabei beschränkt sich der „Aktion­sra­dius“ der Neon­azis keineswegs auf
die Rand­bezirke Pots­dams, son­dern umfasst alle Stadt­teile: Tatorte
rechter Gewalt sind genau­so die Innen­stadt­bere­iche, wo unter den Augen
von Pas­san­ten und Anwohn­ern immer wieder Nazi­parolen gerufen und
Men­schen tätlich ange­grif­f­en werden. 

Beson­ders deut­lich wurde dies bei dem Über­fall auf den Chamäleonverein:
mehrere Dutzend Neon­azis kon­nten stun­den­lang in Pots­dams Mitte Drohungen
und „Sieg Heil“ durch die Straßen rufen und ungestört das Erdgeschoss
des denkmalgeschützten Haus­es zertrüm­mern. Erst als die von den
eingeschlosse­nen Bewohner­In­nen alarmierte Polizei ein­traf, kon­nte dem
Spuk ein Ende gemacht werden. 

Mit der am 11.01.02 stat­tfind­en­den Demon­stra­tion soll ein sichtbares
Zeichen gegen das Erstarken men­schen­ver­ach­t­en­der Ide­olo­gien und für
mehr Zivil­courage geset­zt wer­den. Es geht dabei jedoch nicht nur um
Pots­dam, son­dern um alle Orte an denen recht­sradikale Übergriffe
stat­tfan­den oder noch stat­tfind­en werden. 

Die Demon­stra­tion begin­nt am Sam­stag um 13.00 am Luisen­platz. Die
Ver­anstal­ter hof­fen auf ein möglichst bre­ites Spek­trum an Teilnehmenden. 

Chamäleon e.V.

Der Vorstand

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