9. Januar 2003 · Quelle: Progress

Wandelt Wut zu Widerstand!

Enough is Enough

Antifade­mo, Sam­stag, 11.1.03, 13 Uhr, Luisen­platz Pots­dam

Während Pots­dam den Jahreswech­sel feiert, feiert ein etwa 50-köp­figer Naz­i­mob eine etwas andere Par­ty: unter “Sieg-Heil”-Rufen schla­gen sie die Scheiben des Vere­in­shaus vom “Chamäleon e.V.” ein und ver­suchen, das Haus zu stür­men. Nur die ein­tr­e­f­fende Polizei kann schlim­meres ver­hin­dern.

Nach­dem der linke Jugend­klub “Café Mor­gen­rot” in der Her­mann-Elflein-Straße 32 am 31.12.02 mehrere Stun­den von ein­er immer größer wer­den­den Naz­i­com­bo belagert wird, fan­gen die Faschis­ten gegen 24 Uhr an, die Fen­ster­scheiben des Haus­es mit Hol­zlat­ten und Steinen einzuschla­gen. Durch eine zer­schla­gene Scheibe schießen sie eine Rakete ins Obergeschoss, wodurch der Brand aus­bricht. Immer wieder skandieren sie “Wir kriegen euch alle” und ver­suchen die Tür einzutreten, um ins Innere des Haus­es zu gelan­gen.

Die hand­voll Jugendlichen im Haus, die sich auf eine kleine Sil­vester­par­ty freuten, erleben der­weil die wohl schlimm­sten Minuten ihres Lebens: Verzweifelt ver­suchen sie sich im Obergeschoß zu ver­bar­rikadieren., wohlwis­send, dass ihr Leben gefährdet ist, soll­ten sie in die Hände des recht­en Mobs fall­en. Und alles nur, weil sie sich nicht den faschis­tis­chen Nor­men unterord­nen, weil sie Hip-Hop und Punkrock statt deutsch­er Marschmusik und Landser hören, weil sie lange Haare statt eine Glatze haben und das Leben genießen wollen statt sich in Verzicht­side­olo­gie zu üben.

Dieser Über­fall ist nur der vor­läu­fige Höhep­unkt ein­er ganzen Serie faschis­tis­ch­er Gewal­tak­te in Pots­dam: Seit mehreren Monat­en lässt sich hier ein ras­an­ter Anstieg rechter Üner­griffe beobacht­en, und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Mord entset­zte Lokalpoli­tik­er und Päd­a­gogen auf den Plan ruft, die mit akzep­tieren­der Jugen­dar­beit (also Glatzenpflege auf Staatskosten) und vor allem viel Ver­ständ­nis für die Täter dem Prob­lem beikom­men wollen.

Solange wer­den wir nicht warten. Wir hal­ten unsere Füße nicht still bis wir sel­ber zusam­mengeschla­gen wer­den, son­dern treten den Nazis hier und jet­zt offen­siv ent­ge­gen!

Sol­i­darisiert euch mit den Opfern und beteiligt euch an der Demon­stra­tion — zeigen wir den Faschis­ten, dass wir ihren Ter­ror nicht stillschweigend hin­nehmen wer­den!

Get up, stand up — Antifa heißt Angriff

Weit­ere Infos:

Bünd­nis­demon­stra­tion in Pots­dam gegen rechte Gewalt

Bünd­nisaufruf zur Demo

Flug­blatt von Progress zur Demo

(PDF-Datei, 611 KB)

Faschis­tis­ch­er Über­fall auf linkes Wohn- und Kul­tur­pro­jekt in Pots­dam

Antifabericht über den Angriff

Recht­sradikale machen Vere­in­shaus in Pots­dam unbe­wohn­bar

Bericht der MAZ

Demo Ein­maleins

Prak­tis­che Tipps zum Ver­hal­ten bei Demon­stra­tio­nen

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