16. Mai 2007 · Quelle: ISKRA Frankfurt (Oder)

Bundeswehr – Inbegriff für sexistische Geschlechterbilder

Laut Tagesspiegel (Sam­stagsaus­gabe) vom 12.5. wird die Bun­deswehr in Bran­den­burg dem­nächst rund 1000 Stellen in Bran­den­burg stre­ichen. Die Zukun­ft von 300 weit­eren ist ungewiss. Bun­desweit ste­hen bis 2010 etwa 21000 Stellen zur Dis­po­si­tion. Nichts­destotrotz soll der Per­son­al­ab­bau sozial verträglich gestal­tet wer­den, wobei wir an dieser Stelle verdeut­lichen wollen, dass die angekündigten Visio­nen nicht trotz, son­dern wegen des Per­son­al­ab­baus bei der Bun­deswehr als sozial verträglich beze­ich­net wer­den müssen. Als bestes Beispiel dient dazu das Geschlechter­bild inner­halb der Bun­deswehr, welch­es wir hier kurz darstellen und kri­tisieren wollen.



Ver­mei­dliche Männlichkeit und Mil­i­taris­mus gehören eng zusam­men. Bei­de Ele­mente sind eng ver­bun­den und ver­helfen sich gegen­seit­ig zur ständi­gen Erneuerung. Ein Mil­itär ohne Män­ner ist nicht vorstell­bar. His­torisch betra­chtet hat sich der Mil­i­taris­mus zu einem fes­ten Bestandteil in der deutschen patri­ar­chalen Gesellschaft entwick­elt. War doch der poli­tis­chen und wirtschaftlichen Bedro­hung von außen stets nur durch mil­itärisch­er Einigkeit seit­ens der son­st so zer­strit­te­nen deutschen Kle­in­staat­en ent­ge­gen zu wirken. Dass dabei Män­ner zur Waffe grif­f­en, ver­ste­ht sich von selb­st. Heute wie damals wur­den bzw. wer­den Sol­dat­en in Kaser­nen gesteckt und mit Drill und Härte zu Diszi­plin, Gehor­sam und Unter­wür­figkeit erzo­gen. Es geht darum, dass Kon­strukt Nation, Deutsch­land, zu vertei­di­gen und ggf. dafür zu ster­ben. Das Bild vom tapfer­en, helden­haften Sol­dat­en ver­fes­tigt den Prozess, wobei hier festzustellen ist, dass die „pos­i­tiv­en“ Eigen­schaften eines Sol­dat­en stets typ­isch männliche sind, fol­gend den Stereo­typen.



Während „Männlichkeit“ gefördert wird, erfol­gt zugle­ich eine Abw­er­tung der Frau. Die Waffe des Sol­dat­en wir als dessen Braut beze­ich­net. Bei Liegestützen wird der Sol­dat aufge­fordert, sich vorzustellen, dass Frauen unter ihnen lägen. Sol­dat­en, die keine Waffe in die Hand nehmen wollen, wer­den als „schwul“, „Mut­ti“ oder „Heul­suse“ beze­ich­net. Frauen im Mil­itär wer­den typ­isch weib­lichen Tätigkeits­feldern, wie der Arbeit in Kan­ti­nen oder Lazaret­ten, zuge­ord­net. Auch sie müssen sich mil­itärischen und männlichen Nor­men unter­w­er­fen. Zeit­gle­ich müssen sie aber auch männlichen Schön­heit­snor­men entsprechen, da Frauen trotz Sicher­heits­grün­den und Ein­heit­szwang lange Haare tra­gen sollen. Zur Aus­ge­hu­ni­form für öffentliche Ver­anstal­tun­gen müssen Frauen Röcke tra­gen.



Es bleibt festzustellen, dass Frauen im Män­nerk­lub mit­machen dür­fen, sich aber let­zten Endes männlichen Vorstel­lun­gen unter­w­er­fen sollen. Eine Gle­ich­berech­ti­gung bei gle­ichem Sta­tus ist nicht erwün­scht. Da helfen auch keine Gelöb­nisse, Musik­bands oder Jugend­of­fiziere weit­er. Eine voll­ständi­ge Emanzi­pa­tion, das Abschaf­fen des Kon­struk­tes Geschlecht, welch­es Rol­len­bilder und Unter­drück­ung ver­fes­tigt, ist nur mit dem Ende des Mil­itärs möglich. Der Abbau der Stellen muss der Anfang sein – die Forderung nach einem völ­li­gen Ende der Bun­deswehr die richtige Schlussfol­gerung.

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