25. März 2004 · Quelle: Bernauer Antimilitaristen

Bundeswehr von der Jobbörse jagen!

2. April, 16.30 Uhr

Kundge­bung “Abrüs­tung statt Sozial­ab­bau” — Jahn Straße

3.April, 20 Uhr

Anti-Bun­deswehr Konz­ert im GUrkenWAsser(S‑Bhf Frieden­sthal)

www.bunt-statt-bund.de.vu

Am 2.April find­et im Bernauer Paulus-Prae­to­rius Gym­na­si­um wieder die alljährliche Job­börse statt, mit dabei auch die Bun­deswehr. Als ver­meintlich „nor­maler Arbeit­ge­ber“ getarnt, sollen so junge Men­schen ange­wor­ben und der Mil­i­taris­mus in den Köpfen dieser ver­wurzelt wer­den. Die Schule erfüllt damit nicht ihre frieden­erziehende Funk­tion, was vom größten Teil der Schü­lerIN­NEN kri­tik­los hin­genom­men wird. Natür­lich keines­falls ver­wun­der­lich, sind sie doch durch immer wiederkehrende plat­te Argu­men­ta­tio­nen, a la “die Bun­deswehr schütz den Frieden“, schon stark vom gesellschaftlichen Mil­i­taris­mus vere­in­nahmt. Jedoch ist es ger­ade in Anbe­tra­cht der Tat­sache, dass die Bun­deswehr bei inter­na­tionalen Inter­ven­tion­sein­sätzen bere­its den zweit­größten Anteil an Sol­dat­en stellt, sehr erschreck­end. So sind deutsche Sol­dat­en im Moment u.a. in Maze­donien, Kuwait, Dschibu­ti, Kenia, Georgien, Usbek­istan, Afghanistan und vor der Küste Soma­lias, sowie im Koso­vo und im Irak sta­tion­iert. Die Bun­deswehr ist kein „ganz nor­maler Arbeit­ge­ber“! Den größten Wieder­spruch in dieser
Selb­st­darstel­lung wird die Bun­deswehr, wie zu erwarten ist, selb­st brin­gen: Zahlre­ich­es mit­ge­bracht­es Kriegs­gerät, wom­it sie sich selb­st von allen anderen Arbeit­ge­bern abhebt und als das ent­larvt was sie ist…

Die Bun­deswehr als DIE
Verkör­pe­rung des Mil­i­taris­mus hat in ein­er Schule abso­lut gar nichts zu suchen! Beteiligt euch an den Aktio­nen! Informiert und engagiert euch!

Aus der Geschichte nicht gel­ernt…

“Wir wollen an keinem Krieg mehr teil­nehmen. Wir haben genug Tote gehabt.”. Kon­rad
Ade­nauer spiegelte mit diesem Zitat aus dem Jahre 1949 einen weit ver­bre­it­eten Gemüt­szu­s­tand der Nachkriegszeit wieder, „Nie wieder Krieg“ war der Kon­sens der im
größte Teil der Bevölkerung in Deutsch­land vorherrschte. Doch obwohl sich Deutsch­land nach dem 2.Weltkrieg nie wieder an einem inter­na­tionalen Krieg­sein­satz beteili­gen wollte und sollte, wer­den genau diese Grund­sätze nach weniger als 65 Jahren wieder fak­tisch abgeschafft. Bere­its kurz nach der Wiedervere­ini­gung beteiligt sich Deutsch­land 1999 im Rah­men der NATO an einem Inter­ven­tion­skrieg in
Jugoslaw­ien. Der Anfang ist gemacht.

…wieder mit dabei

Die Schwelle war über­schrit­ten und der Weg geeb­net für eine nicht ganz neue Macht­poli­tik. Wie von einem Klos im Hals hat man sich der eige­nen Geschichte entledigt, um endlich wieder inter­na­tion­al mitre­den zu kön­nen. Dieses „Mitre­den“ ist geprägt durch das Ziel den eige­nen Ein­fluss zu erweit­ern und die eige­nen Inter­essen inter­na­tion­al durchzuset­zen. Als Aus­druck­sweisen dieser Poli­tik gel­ten z.b. die so genan­nten Inter­ven­tion­sein­sätze, also der Ein­fall in ein Land, welch­es sich z.b. in ein­er Bürg­erkriegssi­t­u­a­tion befind­et, und die Ein­mis­chung in diesen Kon­flikt zu eige­nen macht­poli­tis­chen Zweck­en.

Umbau zur Inter­ven­tion­sarmee

„Die Vertei­di­gung deutsch­er Inter­essen begin­nt am Hin­dukusch“ (Struck), beschreibt wohl am besten wozu die Bun­deswehr benötigt wird. Nicht etwa zur Lan­desvertei­di­gung,
diese wird im Moment fast kom­plett abge­baut, son­dern eben für Inter­ven­tion­sein­sätze in aller Welt.… EU heißt der Deck­man­tel der Deutsch­land die Möglichkeit bietet
wieder mit ein­er schlagkräfti­gen Armee inter­na­tion­al aufzutreten, ohne an sein Nazi­im­age erin­nert zu wer­den.

Die Bun­deswehr auf der Job­börse…

Um den Funk­tion­swan­del zu voll­brin­gen und dem deutschen Groß­macht­streben gerecht zu wer­den ist natür­lich eine junge intellek­tuelle Elite nötig. Genau diese soll auf der
Job­börse ange­wor­ben wer­den. Ober­fläch­lich betra­chtet unter­schei­den die BW sich damit kaum von anderen Arbeit­ge­bern — für den Fall, dass man absolute Unter­w­er­fung bis hin zum Schießbe­fehl auf andere Men­schen als nor­male Schika­nen der Arbeitswelt beze­ich­nen kann.

…Mil­i­taris­mus an Schulen

Mil­i­taris­mus, also das Übergewicht mil­itärisch­er Grund­sätze, Ziele und Wertvorstel­lun­gen, ist nicht allein ein staatlich­es Prob­lem son­dern auch ein geistiges Ungetüm das die Bun­deswehr mit ihrem Auftritt auf der Job­börse ver­sucht vor allem in die Köpfe der jun­gen Gen­er­a­tio­nen zu tra­gen. Die Bundis wer­den auf viel­er­lei Art und Weise ver­suchen für die junge Leute ansprechend zu wirken und sich
selb­st ein mod­ernes bzw. cooles Image zu ver­passen. „Trendy“ will man sein und damit
die gesellschaftlich Akzep­tanz fördern.

Wir akzep­tieren wed­er die Bun­deswehr in Schulen noch in anderen öffentlich Ein­rich­tun­gen. Wir fordern den Auss­chluss der Bun­deswehr von der Job­börse und die
Teil­nahme mil­i­taris­muskri­tis­ch­er Grup­pen an der Job­börse im Sinne der Friedenserziehung. Ausser­dem fordern wir die Schulen zu einem kri­tis­cherem Umgang mit sich selb­st auf. So sollte die Friedenserziehung einen weitaus höheren
Stel­len­wert im Lehrplan ein­nehmen. Es sollte mit den Schü­lerIN­NEN öfter über zivilge­sellschaftlich Lösungsan­sätze in Kon­flik­t­si­t­u­a­tio­nen als alter­na­tive zu
kriegerischen Mit­teln disku­tiert und eine kri­tis­che Posi­tion zum The­ma Mil­i­taris­mus ein­genom­men wer­den.

Bernauer Anti­mil­i­taris­ten

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