18. November 2006 · Quelle: Bündnis gegen Militarismus Strausberg

Bundeswehrgelöbnis im öffentlichen Raum verhindert

Straus­berg — Keine Proteste aber jedes zehnte Auto von der Polizei

An jed­er Zufahrtsstraße ein Mehrper­so­n­en­fahrzeug, mehr als eine Hun­dertschaft Bere­itschaft­spolizistIn­nen aus Märkisch Oder­land und Pots­dam, jedes zehnte Auto eine Polizeistreife, hin­term Zaun der Kaserne alle hun­dert Meter ein Wach­posten der Bun­deswehr, eine Hun­destaffel und berit­tene Polizis­ten — sie alle soll­ten heute das Gelöb­nis in der Barn­im Kaserne vor Störun­gen schützen. Das alles erin­nert eher an einen Cas­tor­trans­port als an die Verei­di­gung von RekrutI­n­nen der Bundeswehr. 

Wach­posten der Bun­deswehr zum Schutz vor ungewün­schtem Publikum 

Bere­its seit einem Jahr ste­ht fest, dass die Bun­deswehr in Straus­berg ein Gelöb­nis abhal­ten möchte. Dieses Ereig­nis sollte nicht wie üblich hin­ter den Mauern der Kaserne stat­tfind­en, son­dern einen Platz in der Öffentlichkeit find­en. Diese mil­itärische Wer­bev­er­anstal­tung sollte in einem Sta­dion nahe der Innen­stadt abge­hal­ten wer­den. Die “Energie-Are­na”, so der Name des Sta­dions, wurde schon 2001 für ein Gelöb­nis dieser Art miss­braucht und sollte in diesem Jahr ein zweites Mal dafür herhalten.

Um der offen­siv­en Öffentlichkeitsstrate­gie der Bun­deswehr etwas ent­ge­gen zu set­zen und sich kri­tisch zu ein­er sukzes­siv­en Mil­i­tarisierung des öffentlichen Raumes zu posi­tion­ieren, grün­dete sich Mitte des Jahres das “Bünd­nis gegen Mil­i­taris­mus Straus­berg” (BgMS). Ende Okto­ber verteilte das Bünd­nis in vie­len Haushal­ten Straus­bergs Broschüren mit dem Titel “Sauberes Image — Befleck­te Weste” und bot Raum für Diskus­sion auf seinem 

Forum.

Mit dieser Broschüre wurde die Armee “ins Kreuzfeuer” genom­men. Sie gab einen Auf­schluss darüber, in wie fern öffentliche Gelöb­nisse für das gute Image der Bun­deswehr sor­gen sollen. In der Broschüre heißt es, dass es Ziel sei “die Bun­der­wehrsol­datIn­nen als Bürg­erIn­nen in Uni­form” darzustellen und nicht als aus­ge­bildete “MörderIn­nen mit Kadav­erge­hor­sam”. Eine Sprecherin des “Bünd­nis gegen Mil­i­taris­mus Straus­berg” (BgMS) sagte: “Mit solchen Gelöb­nis­sen, wie es in Straus­berg stat­tfind­en sollte, ver­sucht die Bun­deswehr sich in das alltägliche Bild der Straus­berg­erIn­nen einzu­passen und will somit Mil­itär als bürg­er­nah verkaufen.” 

Im Zusam­men­hang mit der erschiene­nen Broschüre wurde eine Ver­anstal­tungsrei­he zu den The­men Bun­deswehr im Aus­land, Neue Deutsche Außen­poli­tik und Imagepflege der Armee organ­isiert. Ein Appell auf der Ter­min­seite, das Gelöb­nis zu stören, war auch zu find­en. Gle­ichzeit­ig gab es eine Demoan­mel­dung direkt vor der “Energie-Are­na”.
Diese Mel­dun­gen führte die Bun­deswehr zu dem Entschluss, die öffentliche Verei­di­gung der Luft­waf­fen­rekrutI­n­nen in die Kaserne zurück zu ver­legen. Dort wo sie vierteljährig stat­tfind­et und nur von der Fam­i­lien-Öffentlichkeit wahrgenom­men wird. Die Sprecherin des BgMS sagte, dass sie “die Entschei­dung der Bun­deswehr begrüßen” und “von ein­er weit­eren Mobil­isierung zu Störak­tio­nen absehen”.

Eine der zwei Ein­fahrten der Barn­im Kaserne

Gegen 16.00 Uhr kon­nten die Gäste der Verei­di­gung wieder nach Hause fahren. Einige wun­derten sich, warum kein­er­lei Protest zu dieser Ver­anstal­tung stat­tfand. Die Sprecherin des Bund­niss­es gegen Mil­i­taris­mus meinte dazu: “Wir mussten anti­mil­i­taris­tis­chen Grup­pen aus dem ganzen Bun­des­ge­bi­et absagen, weil wir das erre­icht haben, was wir uns als Ziel­stel­lung geset­zt haben, näm­lich das Gelöb­nis im öffentlichen Raum zu ver­hin­dern. Trotz dieses Teil­er­folges wer­den wir weit­er­hin die Sit­u­a­tion in Straus­berg kri­tisch ver­fol­gen und unser Ziel, eine ent­mil­i­tarisierte Gesellschaft, nicht aus den Augen verlieren.” 

Weit­ere Fotos: 

Polizei vor der Energie Are­na in der Wiezen­er Straße

Fußgängerüber­gang vom Bahn­hof zur Kaserne 

Berit­tene Polizei zwis­chen Bahn­hof Straus­berg (Vorstadt) und dem Kasernengelände

Polizei hin­ter den Gleisen vom Bahn­hof Straus­berg (Vorstadt)

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