27. Juli 2005 · Quelle: LR

Calauer Verein distanziert sich von rechten Feiernden

Die Mit­glieder des Klein­tierzüchter­vere­ins Calau sind geschockt, nachdem
sich her­aus­gestellt hat, dass eine Par­ty in ihrem Vere­in­sheim in der Nacht
zu Son­ntag eine Ver­anstal­tung von Rechts­gesin­nten gewe­sen ist. Schatzmeister
Diet­mar Schenker sagt: Wir haben davon vorher nichts gewusst und
dis­tanzieren uns von den Leuten. Der Vere­in werde in Zukun­ft genauer prüfen,
wem er seine Räum­lichkeit­en ver­mi­ete, so Schenker. 

Diet­mar Schenker (46) hat nach eige­nen Angaben selb­st erst aus der Presse
von der Ver­anstal­tung der Recht­en erfahren. Der Kleintierzüchterverein
ver­mi­ete sein Heim neben der Zuchthalle häu­figer für Fam­i­lien­feiern, sagt
er. Am Don­ner­stag oder Fre­itag hat­te ein Mann beim Schlüsselverantwortlichen
nachge­fragt, ob er es für eine Feier mit 60 Per­so­n­en nach einem
Fußball­turnier haben kann , so der Schatzmeis­ter. Der Inter­essent sei dem
Vere­in unbekan­nt gewe­sen, habe aber nicht wie ein Recht­sradikaler gewirkt,
so dass der Schlüs­sel­wart ihm bedenken­los zuge­sagt hätte. Nun macht unser
Ver­ant­wortliche sich selb­st schwere Vor­würfe , berichtet Diet­mar Schenker.
Das Vere­in­sheim und das Gelände seien noch am Mon­tag sehr ver­dreckt gewesen,
berichtet der 46-Jährige weit­er. Inzwis­chen hat der Par­tyver­anstal­ter alles
gesäu­bert , so der Schatzmeis­ter. Es sei nichts beschädigt wor­den. Wir
wer­den dem­jeni­gen unser Vere­in­sheim aber nicht noch ein­mal überlassen ,
ver­sichert Diet­mar Schenker. Weit­ere Schritte gegen die ver­meintlich Rechten
werde man nicht unternehmen. Kün­ftig muss der Vere­in bei der Vermietung
sein­er Gebäude mis­strauis­ch­er sein , sagt der 46-jährige. Er ver­weist auf
die gute Koop­er­a­tion der Klein­tierzüchter mit den Par­tyver­anstal­tern von
Conur­ba­tion Beats , die gele­gentlich die Zuchthalle nutzen. Bei denen gibt
es pro­fes­sionelle Sicher­heit­skräfte und keine Prob­leme , so Dietmar
Schenker. 

Gegenüber der Polizei hat­ten die Organ­isatoren der recht­en Veranstaltung
diese als pri­vate Geburt­stagspar­ty deklar­i­ert, heißt es aus der Calauer
Wache. Wie ein Mitar­beit­er mit­teilt, sei die Feier am Son­ntag­mor­gen um vier
Uhr been­det gewe­sen. Der Polizist bestätigt: Es war eine Feier mit rechtem
Klien­tel. Wegen des poli­tis­chen Hin­ter­grun­des sei sie von Beamten
beobachtet, jedoch nicht aufgelöst wor­den. Es gab aus polizeilich­er Sicht
keinen Grund einzuschre­it­en , so Wachen­leit­er Edgar Sim­mu­la, denn private
Geburt­stags­feiern sind nicht anmeldepflichtig. Die Beamten hät­ten lediglich
kon­trol­liert, dass kein Besuch­er betrunk­en Auto fährt. 

Im Vor­feld der Par­ty habe es jedoch Hin­weise auf ein geplantes,
unangemeldetes Konz­ert von Recht­sradikalen gegeben, teilt der Sprech­er des
Schutzbere­ich­es Ober­spree­wald-Lausitz Torsten Roch auf RUNDSCHAU-Anfrage
mit. Das Konz­ert habe zunächst in Großräschen stat­tfind­en sollen, sagt Edgar
Sim­mu­la. Die Organ­isatoren hät­ten die Ver­anstal­tung aber kurzfristig nach
Calau ver­legt, teilt er mit. Nicht bestäti­gen will der Wachen­leit­er, dass es
sich tat­säch­lich um ein Konz­ert gehan­delt hat. Es war von draußen zumindest
kein Lärm zu hören , sagt er. Im Vere­in­sheim selb­st sei die Polizei nicht
gewe­sen. Auch zur Teil­nehmerzahl der recht­en Ver­anstal­tung will der
Wachen­leit­er keine Angaben machen und beruft sich dabei auf das
Per­sön­lichkeit­srecht der Feiernden.

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