5. September 2005 · Quelle: Greenpeace

Campina/Landliebe bezieht Milch von Brandenburger Gen-Maisbauern

Camp­ina dis­tanziert sich nicht vom Gen-Mais Anbau

Vor der Fir­men­zen­trale des Molk­ereikonz­erns Campina/Landliebe in Heil­bronn protestiert Green­peace heute gegen die Ver­fuet­terung von gen­ma­nip­uliertem Mais an Milchkue­he. Die Umweltschut­zor­gan­i­sa­tion hat vor zwei Wochen aufgedeckt, dass Gen-Mais­bauern aus Bran­den­burg ihre Milch an die Gross­molk­erei liefern. Damit der umstrit­tene Mais nicht an Milchkue­he ver­fuet­tert wird, haben Ver­brauch­er in bis­lang zwoelf deutschen Staedten den Green­peace-Protest unter­stuet­zt und sich mit Protestschildern fotografieren lassen. Einige der Fotos prae­sen­tiert Green­peace heute im Gross­for­mat vor der Camp­ina-Zen­trale und fordert, die Milch dieser Land­wirte nicht fuer Milch­pro­duk­te zu ver­wen­den und ver­traglich klar zu regeln, dass die Ver­trags­land­wirte von Camp­ina zukuen­ftig keine Gen-Pflanzen mehr anbauen.

´Laut Land­liebe Wer­bung kommt die Milch ´von aus­ge­waehlten Bauern­hoe­fen´. Warum waehlt Camp­ina Bauern aus, die Gen-Mais anbauen?´ fragt Alexan­der Hisst­ing, Gen­tech­nik-Experte bei Green­peace. ´Auf Gen-Mais im Fut­tertrog zu verzicht­en, ist ein Kinder­spiel. Andere Molk­erei-Unternehmen haben das laengst vorgemacht.´ Die auf Baby­nahrung spezial­isierte, zweit­groesste deutsche Molk­erei Humana Milchu­nion, hat ihre zuliefer­n­den Land­wirte bere­its verpflichtet, den deutschen Gen-Mais nicht zu ver­fuet­tern. Und sie will nach eige­nen Angaben ihre Milch­liefer­ungs­be­din­gun­gen aen­dern, um dies auch in Zukun­ft auszuschliessen.

Neben deutschem Gen-Mais wird jedoch vor allem Gen-Soja aus Argen­tinien und den USA massen­haft an Milchkue­he ver­fuet­tert. Dass sog­ar ein voel­liger Verzicht auf alle Gen-Pflanzen im Tier­fut­ter moeglich ist, beweisen andere Molk­ereien. Die Uplaen­der Bauern­molk­erei aus Hes­sen vertreibt zum Beispiel seit Juni dieses Jahres Milch mit dem Siegel ´ohne Gen­tech­nik´. Im Juli stellte die Gross­molk­erei NOeM AG in Oester­re­ich ihre gesamten Frischmilch-Pro­duk­te auf ´Gen­tech­nikfrei´ um. Bere­its seit Jan­u­ar verzichtet die bay­erische Andechser Molk­erei auf Gen-Pflanzen im Tier­fut­ter. Auch in der Schweiz und in Schwe­den haben Lebens­mit­tel­her­steller durchge­set­zt, dass keine Gen-Pflanzen an das Milchvieh ver­fuet­tert wer­den.

´Land­liebe-Idylle und Gen-Mais Anbau sind ein Wider­spruch. Camp­ina muss sich klar vom Anbau und der Ver­fuet­terung von Gen-Pflanzen dis­tanzieren. Die Mehrheit der Ver­brauch­er lehnt Gen­tech­nik ab. Die Risikotech­nik hat deshalb im Fut­tertrog der Milchkue­he nichts zu suchen´, sagt Hisst­ing.

Weltweit kaempft Green­peace gegen den Anbau gen­ma­nip­uliert­er Pflanzen, da sie Oekosys­teme und die gen­tech­nikfreie Land­wirtschaft zer­sto­eren koen­nen. Auch gesund­heitliche Risiken sind noch weit­ge­hend uner­forscht. In Deutsch­land wird dieses Jahr auf rund 345 Hek­tar der Gen-Mais MON 810 des Gen­tech­nikkonz­erns Mon­san­to ange­baut. Die Gen-Pflanze pro­duziert ein Gift, das auf Schaedlinge wie den Maiszuensler toedlich wirkt. Das Gift kann jedoch auch geschuet­zte Insek­ten schaedi­gen und sich im Boden anre­ich­ern. Oester­re­ich, Ungarn, Griechen­land und Polen haben den Anbau dieses Gen-Mais­es ver­boten. Nur in Spanien, Tschechien und Deutsch­land wird er kom­merziell ange­baut.

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