13. Februar 2006 · Quelle: MAZ

Cannabisspuren im Schweiß

BELZIG Immer häu­figer wer­den im Schutzbere­ich Brandenburg/Belzig Aut­o­fahrer erwis­cht, die unter Dro­gene­in­fluss — sei es Cannabis oder Ecsta­sy — am Lenkrad sitzen. Geweit­ete Pupillen, bes­timmte Aus­fall­er­schei­n­un­gen oder emo­tionale Schwankun­gen von eupho­risch bis depres­siv sind deut­liche Anze­ichen für den Kon­sum der ver­bote­nen Sub­stanzen.

Wur­den nach Angaben von Press­esprech­er Torsten Ringel 2003 lediglich 39 solch­er Delik­te reg­istri­ert, waren es 2004 bere­its 114 und im ver­gan­genen Jahr 161. “Die Dunkelz­if­fer”, so der Beamte “ist beson­ders hoch. Je mehr die Kol­le­gen kon­trol­lieren, desto häu­figer wer­den sie fündig.” Das bestätigt auch Polizeikom­mis­sarin Doreen Köh­ler von der Belziger Polizei­wache. Die Zahl der angezeigten Dro­gen­de­lik­te im Straßen­verkehr hält sich im Fläming zwar in Gren­zen, den­noch wer­den in jüng­ster Zeit ver­stärkt Kon­trollen durchge­führt, um nicht nur Alkohol‑, son­dern auch Dro­gen­sün­der aus dem Verkehr zu ziehen.

“In diesem Jahr”, so sagt Chris­t­ian Hyl­la, Leit­er der Belziger Wache, “haben wir bere­its sechs solch­er Ver­dachts­fälle gehabt. Das sind genau soviel wie im gesamten ver­gan­genen Jahr.” Allerd­ings hat sich der Ver­dacht in zwei Fällen nach der Blut­probe nicht bestätigt. In zwei weit­eren liegt das Ergeb­nis der Blut­probe nich nicht vor. Denn mit dem vor Ort einge­set­zten Test­gerät “Drug­wipe Twin” kann zwar der Anfangsver­dacht des kon­trol­lieren­den Beamten unter­mauert wer­den, ein Nach­weis des Dro­genkon­sums ist damit aber juris­tisch nicht gegeben. Erst kür­zlich war ein verdächtiger Fahrer durch die Blut­probe ent­lastet wor­den (die MAZ berichtete). Am 1. Feb­ru­ar war zudem ein 19-jähriger Ford-Fahrer in der Mar­tin-Luther-Straße in Belzig kon­trol­liert wor­den. Der durchge­führte Dro­gen­schnell­test hin­sichtlich des Kon­sums von Cannbis ver­lief pos­i­tiv.

“Allerd­ings”, so sagt Doreen Köh­ler, “ist ein solch­er Test frei­willig.” Zudem erschw­ert es die Arbeit der Polizis­ten, dass es — anders als beim Alko­hol — offiziell noch keine Gren­zw­erte gibt. Ein Freib­rief für meist jugendliche Dro­genkon­sumenten sei dies jedoch nicht. Geld­strafen, Punk­te in der Flens­burg­er Verkehrssün­derkartei oder gar Führerscheinentzug dro­hen den Fahrern, wenn ihnen die Ein­nahme von Cannabis, Amphet­a­mi­nen, Kokain oder Opi­at­en nachgeweisen wird.

Vor allem diesen vier Arten kön­nen die Beamten mit dem “Drug­wipe Twin” auf die Spur kom­men. Es bedarf nur ein­er Spe­ichel- oder Schweißprobe des Verdächti­gen. Let­ztere wird ihm mit dem kleinen Gerät entwed­er von der Stirn, dem Rück­en oder aber hin­ter den Ohren genom­men. “Außer­dem wird etwas Wass­er benötigt, in das der Tester einige Sekun­den lang gehal­ten wird”, erk­lärt die Polizeikom­mis­sarin. Nach 10 bis 20 Minuten liegt ein Ergeb­nis vor. Hat sich der ursprünglich blaue Kon­troll­streifen ver­färbt, ist der Anfangsver­dacht bestätigt. “Es ist ein biss­chen wie beim Schwanger­schaft­stest”, sagt Doreen Köh­ler. Ein endgültiger Nach­weis müsse dann st noch erbracht wer­den.

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