7. September 2004 · Quelle: BM / MAZ

CDU will mehr Videoüberwachung

(Berlin­er Mor­gen­post, 7.9.04) Pots­dam — Die polizeiliche Videoüberwachung in Städten Bran­den­burgs soll
nach dem Willen der CDU aus­geweit­et wer­den. Kün­ftig solle das Geschehen auf aus­gewählten Plätzen rund um die Uhr aufgeze­ich­net wer­den, sagte gestern der innen­poli­tis­che Sprech­er der Land­tags­frak­tion, Sven Petke.
Soll­ten sich keine Straftat­en ereignet haben, werde der Film nach 48 Stun­den gelöscht.

Pots­dam: Krim­i­nal­ität nicht ver­lagert. Weniger Delik­te auch im nicht
videoüberwacht­en Umfeld des Bahn­hofs

(MAZ, Volk­mar Klein) Die Videoüberwachung am Pots­dam-Cen­ter hat nicht, wie vielfach
befürchtet, zur Ver­drän­gung von Krim­i­nal­ität ins Umfeld des Bahn­hofs
geführt. Von “deut­lichen Reduk­tion­sef­fek­ten” ist stattdessen in einem
Bericht des Innen­min­is­teri­ums “über die polizeiliche Videoüberwachung
öffentlich zugänglich­er Straßen und Plätze” die Rede.

Im Dezem­ber 2001 waren die Kam­eras am Bahn­hof instal­liert wor­den. Laut
dem der Redak­tion vor­liegen­den Bericht ist im nicht überwacht­en
Bahn­hof­sum­feld die Gesamtzahl der Straftat­en um 45 Prozent gesunken -
von 1395 im Jahr 2001 auf 764 im Jahr 2003. Dieb­stahls­de­lik­te wie der
Fahrrad­klau, vor Ein­führung der Kam­eras ein Krim­i­nal­itätss­chw­er­punkt,
reduzierten sich dabei um 64 Prozent. Im 1. Hal­b­jahr dieses Jahres habe
sich der Trend fort­ge­set­zt.

Im überwacht­en Teil des Pots­dam-Cen­ters verze­ich­nete die Polizei im
ersten Video-Jahr einen Rück­gang der Straftaten­zahl von 234 auf 132. Es
fol­gte ein Wieder­anstieg auf 182. Für die gesamte Ein­satz­dauer bedeutet
dies eine Abnahme um 22 Prozent. Bei angezeigten Dieb­stählen beschreibt
der Bericht einen kon­tinuier­lichen Rück­gang von 129 Straftat­en auf 74.

Auch die Anzahl der Unfall­flucht­en auf dem Bahn­hof­s­park­platz ver­ringerte
sich von 14 Fällen 2001 auf sechs Fälle 2003, wobei im Jahr dazwis­chen
kein einziger Fall zur Anzeige kam. Ver­stöße gegen das
Betäubungsmit­telge­setz gab es zehn im Jahr 2001 und nur vier im
ver­gan­genen Jahr.

Für die Lan­deshaupt­stadt ins­ge­samt kon­sta­tiert der Bericht im gle­ichen
Zeitraum “hin­sichtlich der in Rede ste­hen­den Delik­te” einen Rück­gang um
etwa drei Prozent. Abschließend könne aber noch nicht bew­ertet wer­den,
wie sich die örtliche Videoüberwachung auf die Gesamt­stadt auswirke,
heißt es in dem Papi­er. Die Ergeb­nisse wür­den erst­mals in Deutsch­land
durch unab­hängige Wis­senschaftler analysiert. Die Fach­hochschule der
Polizei in Bas­dorf werde ihre Langzeit­studie im Juni 2005 mit einem
Bericht abschließen.

Angesichts der pos­i­tiv­en Erfahrun­gen und der “offen­sichtlichen Akzep­tanz
bei der Bevölkerung” fordert der innen­poli­tis­che Sprech­er der
CDU-Land­tags­frak­tion, Sven Petke, eine Ausweitung der Videoüberwachung.
Die Bran­den­burg­er Straße wäre nach sein­er Ansicht dafür geeignet.
Kün­ftig solle das Geschehen auch rund um die Uhr aufgeze­ich­net wer­den,
sagte Petke. Soll­ten sich keine Straftat­en ereignen, werde der Film nach
48 Stun­den wieder gelöscht. Derzeit wer­den Aufze­ich­nun­gen nur
ange­fer­tigt, wenn Straftatver­dacht beste­ht.

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