15. Februar 2014 · Quelle: Inforiot

Cottbus blockierte!

Nazidemonstration musste nach wenigen Metern umkehren / 1000 Menschen bei Antifa-Protesten

INFORIOT Die NPD wollte am Sam­stag (15.2.) durch Cot­tbus marschieren — und nur rund 140 Neon­azis aus Bran­den­burg und Sach­sen waren dem Aufruf gefol­gt. Sie kamen nicht weit. Schon nach etwa 500 Metern war Schluss, denn die Block­aden des Protest­bünd­nis “Cot­tbus Naz­ifrei” hat­ten die Straßen dicht gemacht.

Schon bevor die Neon­azis sich am Nor­daus­gang des Bahn­hofs gesam­melt hat­ten, begann der Tag für die mehr als 2000 Gegendemonstrant_innen. Bere­its ab halb neun starteten zwei Demon­stra­tio­nen, die zum Cot­tbusser Staat­sthe­ater, dem zen­tralen Anlau­fort für alle Neonazigegner_innen, führten. Kurz darauf began­nen die ersten Protestieren­den wichtige Strassen auf denen die angemeldete Route der Neon­azis lang führen sollte zu block­ieren. Mehrmals gelang es dabei, Polizeiket­ten zu umlaufen.

Ron­ny Zasowk, NPD-Abge­ord­neter im Cot­tbusser Stadt­par­la­ment und Anmelder der Demon­stra­tion, hat­te damit gerech­net. So wur­den jew­eils etwa zehn Anhänger_innen seines Kreisver­ban­des Lausitz an zwei Stellen ent­lang der Route abgestellt um Kundge­bun­gen durchzuführen. Doch das nutzte nichts. Der Raum rund um den Naz­itr­e­ff­punkt am Haupt­bahn­hof sowie im ganzen nördlichen Stadt­ge­bi­et waren durch Gegendemonstrant_innen so eng, dass der NPD am Nach­mit­tag nichts anderes übrig blieb, als ihren Demo­plan aufzugeben.

Über Stun­den hat­ten die Block­aden gehal­ten. Teil­weise waren die 500 einge­set­zten Beamt_innen, die aus dem gesamten Bun­des­land zusam­menge­zo­gen waren, sichtlich über­fordert. Durch die zahlre­ichen Neben­strassen und Hin­ter­höfe gelang es immer wieder Men­schen auf die Route der Neon­azis zu gelan­gen. Die Neon­azis, die auf ihrer bis dahin gelaufe­nen Strecke kaum durch bewohntes Gebi­et lief war sichtlich frus­tri­ert. Die Neon­azis het­zten in ihrer auswe­glosen Sit­u­a­tion immer wieder gegen Ander­s­denk­ende, aber auch gegen die Polizei.

Geschicht­sre­vis­tion­is­tis­che Rede­beiträge wur­den dabei unter anderem von Mike Müller aus Dres­den, ver­ant­wortlich für die alljährlichen Neon­azi­aufmärsche am 13. Feb­ru­ar in der Elbestadt sowie dem NPD-Lan­desvor­sitzen­den Klaus Beier ins Mikro­fon gebrüllt. Nach­dem alle Teil­nehmenden des Auf­marsches wieder im Bahn­hof­s­ge­bäude ver­schwun­den waren, formierte sich aus den Block­aden eine spon­tane Sieges­demon­stra­tion mit fast 1000 Men­schen, die zum Haupt­ge­bäude des Bahn­hofs führte.

Aufgerufen zu den hat­ten neben “Cot­tbus Naz­ifrei” auch der “Cot­tbuser Auf­bruch” und Promis wie der “Prinzen”-Sänger Sebas­t­ian Krumbiegel.

Die NPD ver­sucht in Cot­tbus jährlich, mit Demon­stra­tio­nen Geschicht­sklit­terung zu betreiben. Als Anlass dient die alli­ierte Bom­bardierung der Stadt im Jahr 1945. Schon im ver­gan­genen Jahr war es “Cot­tbus Naz­ifrei” gelun­gen, mit Block­adeak­tio­nen die NPD-Demon­stra­tion mas­siv einzuschränken.

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