13. September 2005 · Quelle: MAZ

Demo gegen Neonazi-Laden

HENNIGSDORF Die alljährlich in Hen­nigs­dorf stat­tfind­ende Anti­ras­sis­mus­de­mo
hat dies­mal ein konkretes Ziel. Die Organ­isatoren der Ver­anstal­tung, die am
kom­menden Sonnabend stat­tfind­en soll, fordern die Schließung eines Geschäfts
in der Haupt­straße 27, das als Tre­ff­punkt der recht­sradikalen Szene bekan­nt
ist. In dem Laden “On the Streets” wer­den Bek­lei­dung mit recht­sradikaler
Sym­bo­l­ik und ein­schlägige Musik-CDs verkauft.

Mehrmals gab es bere­its polizeiliche Durch­suchun­gen. Mitte Dezem­ber
ver­gan­genen Jahres waren Berlin­er Beamte in Hen­nigs­dorf im Ein­satz und
beschlagnah­men kar­ton­weise CDs von Neon­azi-Bands wie “Spreegeschwad­er” und
“Deutsch Stolz Treu”, deren Texte als volksver­het­zend eingestuft sind.

Gegen ähn­liche Läden in Berlin hat­te es in diesem Jahr bere­it mehrere
Protes­tak­tio­nen der Kam­pagne “We will rock you!” gegeben. Auch das Geschäft
in der Hen­nigs­dor­fer Haupt­straße wurde dabei ins Visi­er genom­men. So hat­ten
Berlin­er Antifa-Grup­pen Mitte August zu ein­er Demon­stra­tion vor dem Sitz der
Are­al-Bank in Char­lot­ten­burg aufgerufen. Sie ist die derzeit­ige Eigen­tümerin
der zwangsver­wal­teten Immo­bile in der Hen­nigs­dor­fer Haupt­straße 23. Auch die
Ini­tia­toren der diesjähri­gen Anti­ras­sis­mus­de­mo in Hen­nigs­dorf fordern, den
Mietver­trag mit den Betreibern von “On the Streets” zu been­den. Als
Nach­mi­eter stünde die Ini­tia­tive für ein soziokul­turelles Zen­trum, das in
Hen­nigs­dorf seit langem gefordert wird, zur Ver­fü­gung, heißt es.

Die Anti­ras­sis­mus­de­mo begin­nt Sonnabend um 15 Uhr auf dem Post­platz und wird
voraus­sichtlich an dem Geschäft in der Haupt­straße vor­beiführen. In den
Vor­jahren war es der Polizei gelun­gen, durch ein Großaufge­bot an Beamten
eine direk­te Kon­fronta­tion zu ver­hin­dern. Das dürfte dies­mal schwierig
wer­den. Denn die Recht­sex­tremen haben indi­rekt zu ein­er Gegen­ver­anstal­tung
aufgerufen. Im Inter­net wirbt der Laden mit einem Son­derverkauf am
Sonnabend. Im Anschluss daran beste­he die Möglichkeit, “in Hen­nigs­dorf
gemütlich ein Bier trinken zu gehen”, heißt es weit­er und es fol­gt der
Aufruf, sich in größeren Grup­pen zu bewe­gen, “wenn Ihr Euch das beschauliche
Hen­nigs­dorf anse­ht”.

Sor­gen macht man sich inzwis­chen bei der bran­den­bur­gis­chen CDU. Die will
ihre lan­desweite Abschlussver­anstal­tung mit Jörg Schön­bohm zum
Bun­destagswahlkampf am Sonnabend aus­gerech­net auf dem Post­platz
ver­anstal­ten — von 11 bis 14 Uhr, ein­schließlich einem großen Kinder­fest, zu
dem die örtliche CDU ein­lädt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Wohin führt der Ruck nach rechts? Am 05.06. lud die Gedenkstätte Sach­sen­hausen zur Diskus­sion darüber, wie Erin­nerungskul­tur in Zeit­en des Recht­srucks lebendig bleiben kann.
INFORIOT — Vom 30. 05.–1.06. wollen sich Rock­er der Vere­ini­gun­gen „Sons of Future / Nomads“ aus Zehdenick und der „Bur­gun­den“ aus Schwedt/Oder zu ein­er zweitäti­gen „Vatertagsver­längerung“ tre­f­fen.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot